Coburg
Basketball ProB

BBC-Center Adenekan: "Ich bin einfach ein aktiver Typ"

Der neue Center des BBC Coburg, Shore Adenekan, ist Sportler durch und durch und freut sich in der Vestestadt auch auf die Aktivitäten neben dem Parkett. Im Interview spricht der werdende Vater über seinen Werdegang, seine Deutschkenntnisse und den FC Arsenal.
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Bereit für den nächsten Schritt beim BBC Coburg: Shore Adenekan gibt sich selbstbewusst auf dem Coburger Schlossplatz Foto: Martin Vogel
Bereit für den nächsten Schritt beim BBC Coburg: Shore Adenekan gibt sich selbstbewusst auf dem Coburger Schlossplatz Foto: Martin Vogel

Auch wenn Kevin "Air France" Francheschi den BBC Coburg verlassen hat, müssen sich die Luftfahrtenthusiasten unter den heimischen Basketball-Fans keine Sorgen machen: In der kommenden Saison startet Shore "British Airways" Adenekan im Schatten der Veste in der ProB Süd durch.

Der 27-Jährige ersetzt unter dem Korb Max von der Wippel, der nach zwei Jahren in Oberfranken zu seinem Ex-Verein Dresden Titans zurückkehrt. Sein Nachfolger Oluwashore, kurz: Shore, Adenekan stammt aus London, ging aber bereits mit 19 Jahren in die USA, um dort seinen basketballerischen Feinschliff zu erhalten: Zunächst am Lamar Community College in Colorado, später dann an der Seattle University, wo er an der Alma Mater von NBA-Legende Elgin Baylor für die Redhawks auf Korbjagd ging.

Seine Profikarriere begann der athletische Brite in der Slowakei, wo er 2015/2016 für den Erstligisten aus Svit auflief. 2016 der Wechsel nach Deutschland: Für die Baskets Koblenz zeigte er mit 6,9 Punkten und 7,0 Rebounds im Schnitt seine Defensivfähigkeiten unter den Körben. Auch in der Folgesaison spielte er in Rheinland-Pfalz, ehe es ihn im vergangenen Sommer an die Nordseeküste nach Cuxhaven zog. Dort wurde der 28-Jährige aber nicht glücklich, so dass nach einem halben Jahr die Rückkehr nach Koblenz folgte, wo er die abgelaufene Saison auch beendete.

Herr Adenekan, Sie haben zuvor für Koblenz und Cuxhaven in Deutschland gespielt, jetzt sind Sie hier - wo gefällt es Ihnen am besten?

Ich bin erst ein paar Wochen hier, wenn ich erst einmal alle vier Jahreszeiten hier erlebt habe kann ich eine bessere Antwort geben (lacht). Aber mir gefällt es in Coburg bislang sehr gut, es ist alles sehr gepflegt und sauber. Die Leute sind sehr offen und freundlich, das war in Koblenz und Cuxhaven manchmal anders. Hier sind alle sehr begeistert, was den BBC Coburg angeht. Das ist ein schönes, warmes Gefühl. Du kommst aus England, doch obwohl Spieler wie Myles Hesson und Gabe Olaseni in den letzten Jahren in Deutschland auch mehr Aufmerksamkeit auf den britischen Basketball gelenkt haben, ist es immer noch ein Fußballland.

Wie sind Sie zum Basketball gekommen?

Ich habe erst spät angefangen, war schon 15 Jahre alt, als ich erstmals organisierten Basketball gespielt habe, auch wenn ich immer gezockt habe. Meine erste Liebe war Fußball, aber als ich Basketball dann ernster genommen habe, stellte ich raus, dass ich talentiert bin. Ich habe angefangen, mehr und mehr zu trainieren und ich habe mich mehr und mehr in Basketball verliebt. So begann meine Reise.

Die führte Sie in die USA. Warum haben Sie sich für den Weg ans College entschieden und sind nicht direkt hier in Europa Profi geworden?

Der Hauptgrund war meine Ausbildung, ganz klar. Ich wollte einen Abschluss haben, und in England hätte ich die Kombination aus Ausbildung und Basketball nicht so funktioniert wie in den USA. Dazu hat jeder Basketballer den Traum von der NBA, und wenn man in der NCAA Division 1 spielt, gibt es eine Menge Aufmerksamkeit.

Wie ging es dann weiter nach Deutschland?

Ich habe eine Saison in der Slowakei gespielt. Dann hat der damalige Trainer von Koblenz mich bei Facebook angeschrieben, sagte, dass er an mir interessiert wäre, und kam in die USA, um mich trainieren zu sehen. Er hat mir erzählt, was sie vorhaben, und das klang gut - also wechselte ich nach Deutschland.

Wie würden Sie ihr Spiel beschreiben?

Ich bin ein physischer Spieler, ich nutze meine Athletik, um Würfe zu blocken, zu rebounden und hart am Brett abzuschließen. Ich kommuniziere viel in der Verteidigung und versuche ein guter Mitspieler zu sein: Meine Teamkollegen anfeuern, ihnen Energie geben - das ist mein Spiel, das hat mich hier hingebracht.

Sprechen wir über Sie als Person: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Ich trainiere im Fitnessstudio und gucke viel Sport - nicht nur Basketball. Da bin ich gespannt, was Coburg so zu bieten hat. Ich habe schon gehört, dass es hier ein Handballteam gibt, ich liebe Handball! Auch Volleyball, Beachvolleyball ... Ich bin einfach ein aktiver Typ. Ansonsten gucke ich gerne Filme und hänge einfach nur mit meinen Freunden rum. Letztes Jahr habe ich nebenher noch als Coach gearbeitet, mit Kindern. Ich werde selbst bald Vater - da werde ich alle Hände voll zu tun haben.

Sie wirken sehr aufgeregt, wenn es um den Nachwuchs geht ...

So sehr! Der errechnete Termin ist im Januar, hoffentlich nicht an einem Spieltag (lacht).

Was würden Sie machen, wenn Sie kein Basketballprofi wären?

Auf jeden Fall trotzdem etwas mit Sport. Meine Eltern haben meine Brüder und mich immer dazu angehalten, den Fokus auf unsere Ausbildung zu legen, wollten am liebsten, dass wir Anwälte oder Ärzte werden, aber ich war immer der Sportler. Also wäre ich wahrscheinlich Coach oder Personal Trainer, so etwas in die Richtung.

Was vermissen Sie aus England hier in Deutschland?

Dass die Geschäfte am Sonntag aufhaben (lacht). Am Wochenende hat man Zeit, und ich esse viel, da brauche ich Nachschub! Auch afrikanische Restaurants, wenn da jemand einen guten Tipp hat, bitte, sagt mir Bescheid. Und einen guten Friseur, das ist mir wichtig. Gerade am Spieltag muss ich gut aussehen.

Wie gut ist eigentlich Ihr Deutsch?

Ich spreche ein bisschen Deutsch. Ich habe dieses Jahr einen Deutschkurs gemacht, Level B2 - mein Deutsch ist gar nicht so schlecht. Aber die Interviews nach dem Spiel möchte ich bitte weiter auf Englisch machen, sonst stehe ich da und weiß nicht, was ich sagen soll.

Zum Abschluss: Ihre erste Liebe ist Fußball, haben Sie erzählt. Für welches Team schlägt Ihr Herz?

Ich bin ein "Gunner", mein Team ist der FC Arsenal! Wir haben einige Deutsche: Mesut Özil, Shkrodan Mustafi, Bernd Leno - der ist mein Lieblingsspieler momentan! Früher haben auch schon viele Deutsche für Arsenal gespielt: Lukas Podolski, Per Mertesacker und natürlich Jens Lehmann! Da gibt es also eine starke Verbindung nach Deutschland. Hoffentlich spielt Arsenal dieses Jahr mal in Deutschland, dann kann ich vielleicht ins Stadion. Oder ich gehe mal zu einem Nürnberg-Spiel. Das Gespräch führte Martin Vogel.

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