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Bastian Renk: "Freundschaften wichtiger als Erfolg"

Der 36-Jährige hat den TSV Sonnefeld in den vergangenen fünf Jahren geprägt. Im Interview spricht er über alte Weggefährten und die abgelaufene Saison.
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Sonnefelds Spielertrainer (weißes Trikot) Bastian Renk absolvierte in der abgelaufenen Saison 29 Spiele und erzielte sechs Tore.  Foto: Hagen Lehmann
Sonnefelds Spielertrainer (weißes Trikot) Bastian Renk absolvierte in der abgelaufenen Saison 29 Spiele und erzielte sechs Tore. Foto: Hagen Lehmann
Nach fünf Spielzeiten endete die Renk-Ära beim TSV Sonnefeld am vergangenen Samstag mit dem Heimspiel gegen den SV Friesen. Zuvor schnürte der 36-Jährige Spielertrainer noch einmal seine Schuhe in der zweiten Mannschaft und trug mit zwei Treffern dazu bei, dass sich der TSV II nach dem 7:1-Sieg gegen den FC Adler Weidhausen den direkten Klassenerhalt sicherte. Zur kommenden Spielzeit wechselt Renk wieder zu seiner "alten Liebe" VfL Frohnlach, für den er bereits von 2004 bis 2013 kickte.

Für die Sonnefelder bestritt der zweifache Familienvater 142 Spiele und erzielte 81 Tore. Der direkte Durchmarsch von der Kreisliga in die Landesliga wird immer eng mit seinem Namen verbunden sein. Im Tageblatt-Interview spricht Renk über seine Erfolge, über die abgelaufene Saison und seine körperliche Verfassung.

Herr Renk, wie haben Sie Ihren letzten "Arbeitstag" am vergangenen Samstag in Sonnefeld erlebt?
Bastian Renk: Das Schönste an dem ganzen Tag war definitiv das Spiel der zweiten Mannschaft. Ich habe zusammen mit Benny Demel in der Kreisklasse angefangen und auch wieder aufgehört. Es war mir sehr wichtig, mein letztes Spiel mit ihm zu machen. Das Ergebnis und die Leistung (Anm. d. Red.: 0:4-Niederlage gegen SV Friesen) meiner Mannschaft war allerdings alles andere als schön.

Was waren Ihre Highlights in den fünf Jahren?
Selbstverständlich waren die drei Aufstiege ein Highlight. Genauso war es aber auch schön, mit Spielern wie Kühn, Demel, Schwesinger, Yesilurth, Rödel, Friedlein, Zapf, Özdemir, Simitci und vielen anderen Spiele zu bestreiten. Ich hatte wirklich Glück, dass ich mit den Jungs zusammenspielen und sie kennenlernen durfte. Allgemein war mir die persönliche Komponente immer wichtiger, zum Beispiel Menschen wie Peter Ambrosius und Eduard Mühlherr kennenzulernen. Ein Erfolg ist morgen schon wieder vorbei, Freundschaften bleiben meistens länger bestehen.

Sie haben das Ziel Klassenerhalt mit Ihrer Mannschaft in der abgelaufenen Spielzeit erreicht - nach einer starken Vorrunde wurde es am Ende aber knapper als gedacht. Warum lief es in der Rückrunde nicht mehr so rund?
Es war vor der Saison unser Ziel, den Klassenerhalt ohne Relegation zu schaffen. Das haben wir erreicht. Die Rückrunde war leider eine Katastrophe - definitiv. Es ist nach den ganzen Unklarheiten ab März schwierig gewesen, die Konzentration und die Spannung aufrechtzuerhalten. Zum anderen sind Verletzungen, Sperren und individuelle Fehler dazugekommen, deshalb haben wir die Spiele nicht gewonnen.

Sie sprechen die Unklarheiten an. Wie schwierig war es, Themen wie die geplante Fusion mit dem VfL Frohnlach aus der Kabine fernzuhalten? Waren diese "Störfeuer" auch ein Grund für die teilweise mäßigen Auftritte im Jahr 2018?
Selbstverständlich war die Fusion auch ein Thema in der Kabine. Jeder hatte seine Meinung dazu, und es war kein Problem für die Spieler, dass diese im Raum stand. Die Fusion hatte meiner Meinung nach keinen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft. Die Gründe dafür habe ich ja schon aufgeführt.

Auffällig war vor allem die Heimschwäche. Ihre Mannschaft hat auswärts mehr Punkte als auf der heimischen Max-Schultz-Sportanlage geholt (20 und 19). Wie erklären Sie sich das?
Auswärts haben wir uns mit unserer Spielweise einfacher getan. Wir haben auch in den vergangenen zwei Jahren in der Bezirksliga und der Kreisliga auswärts bessere Ergebnisse als zu Hause erreicht. Wir waren selten die Mannschaft, die das Spiel gemacht hat, sondern eher die, die aus einer guten Defensive schnell nach vorne gespielt hat.

Den Sonnefeldern steht ein Umbruch bevor, viele Leistungsträger wie Ata Simitci oder Tayfun Özdemir verlassen den Verein. Was trauen Sie Ihrem Nachfolger Heiko Schröder in der nächsten Saison in der Landesliga zu?
Es ist und wird eine extrem schwierige Aufgabe für Heiko Schröder und den ganzen Verein. Ich hoffe, dass der Klub am Ende gestärkt aus der ganzen Situation hervorgeht und noch mehr zusammenwächst. Ich drücke der Mannschaft auf jeden Fall beide Daumen, dass die gesteckten Ziele erreicht werden.

Sie selbst waren als Spieler in der abgelaufenen Saison noch 29 Mal im Einsatz und haben bewiesen, dass Sie mit Ihren 36 Jahren auch auf diesem Niveau noch mithalten können. Wie fühlen Sie sich körperlich und wie oft werden wir Sie sich nächste Saison noch für die Frohnlacher auf dem Rasen sehen?
Diese Saison war mit Abstand meine schlechteste Saison im Herrenbereich. Und so macht es auch keinen Sinn mehr - hoffentlich in der Landesliga - zu spielen. Der VfL Frohnlach hat eine sehr junge und gute Mannschaft. Es wäre das falsche Signal, wenn ich mit fast 37 Jahren jungen Spielern den Platz wegnehmen würde.

Zum Schluss noch eine kurze Einschätzung: Werden wir auch in der nächsten Landesliga-Saison das Derby zwischen TSV Sonnefeld und VfL Frohnlach sehen?
Ich hoffe, dass der VfL in den nächsten Tagen das ganze Potenzial der Mannschaft abrufen kann. So stehen die Chancen sehr gut, dass die Klasse gehalten werden kann. Ein Derby zwischen Sonnefeld und Frohnlach wäre auf jeden Fall ein Highlight für die Spieler und Zuschauer. So unrealistisch ist dieses Derby auf keinen Fall.


Die Saison des TSV Sonnefeld in Zahlen:


Saisonbilanz: 12 Siege, 3 Unentschieden, 19 Niederlagen - 44:64 Tore, Platz 12.
Höchster Sieg: 5:0 gegen den VfL Frohnlach
Höchste Niederlage: 0:7 gegen den ATSV Erlangen
Meiste Einsätze: Christoph Rödel (33), Ata Simitci (33), Patrick Jauch (32), Aykut Civelek (30), Ludwig Scheler (30), Sebastian Steiner (30), Bastian Renk (29), André Zapf (29).
Meiste Treffer: Aykut Civelek (10), Ludwig Scheler (8), Tayfun Özdemir (6), Bastian Renk (6), Christoph Rödel (6)
Zuschauer: 291 im Durchschnitt (Platz 3); bester Besuch: 550 (gegen VfL Frohnlach), schwächster Besuch: 140 (gegen Baiersdorfer SV)
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