Coburg
Handball

Alicia Stolle: "Werden Weißrussland nicht unterschätzen"

Der Startschuss für die EM-Quali der deutschen Frauen-Nationalmannschaft fällt am Mittwoch in Coburg gegen Weißrussland. Alicia Stolle vom Thüringer HC wagt einen Ausblick.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rückraumspielerin Alicia Stolle Marco Wolf
Rückraumspielerin Alicia Stolle Marco Wolf

Bei der Handball-Europameisterschaft 2018 in Frankreich war für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bereits in der Hauptrunde Endstation, doch zumindest eine Spielerin ging nicht leer aus.

Die 23-jährige Alicia Stolle bekam einen Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers auf der rechten Rückraumposition überreicht. Auf Vereinsebene hat die gebürtige Ahlerin seit vergangenem Jahr eine neue Heimat beim Thüringer HC gefunden. Mit den Erfurterinnen gewann Stolle 2019 den deutschen Pokal und die Vizemeisterschaft.

Vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel der deutschen Auswahl gegen Weißrussland am Mittwoch, 25. September, um 18.45 Uhr in der Coburger HUK-Arena (live bei Sport1/Tickets unter www.dhb.de/tickets) spricht die deutsche Führungsspielerin über die drei Gegner Weißrussland, Kosovo und Slowenien sowie die Spielbelastung im internationalen Handball.

Frau Stolle, mit dem Thüringer HC feierten Sie zum Auftakt der Bundesliga zwei Kantersiege gegen Mainz und Oldenburg. An Selbstvertrauen und Rhythmus dürfte es Ihnen und Ihren drei Teamkolleginnen zum Start in die EM-Qualifikation nicht mangeln ...

Alicia Stolle: Mit unseren beiden ersten Siegen können wir auf jeden Fall sehr zufrieden sein, dennoch muss man beide Spiele relativieren und bei der Nationalmannschaft kommen nun andere Gegner auf uns zu.

Wie groß ist die Vorfreude in der Coburger HUK-Arena aufzulaufen? Erfurt ist nur rund eine Autostunde entfernt, das werden sich sicher auch viele thüringische Handball-Fans nicht entgehen lassen wollen ...

Natürlich ist die Vorfreude da und wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung in der HUK-Arena. Umso schöner ist es, wenn wir dann auch das eine oder andere bekannte Gesicht wiedersehen.

Bundestrainer Henk Groener bezeichnet Weißrussland als einen "unangenehmen Gegner". Was erwarten Sie für ein Spiel?

Wir erwarten auf jeden Fall ein hartes Spiel, in dem uns nichts geschenkt wird und wir unsere Leistung abrufen müssen. Auf die eine oder andere Spielerin sind wir bereits in der Saison-Vorbereitung mit dem Thüringer HC getroffen. Wir werden Weißrussland auf keinen Fall unterschätzen.

Weitere Gegner in der Qualifikationsgruppe sind Slowenien und der Kosovo. Wen sehen Sie als größten möglichen Stolperstein für das DHB-Team?

Mit Sicherheit stellt Slowenien die schwierigste Aufgabe in dieser Qualifikation dar, dennoch werden wir auch die anderen Gegner sehr ernst nehmen und jedes Spiel nutzen, um uns in Hinblick auf die WM in Japan weiterzuentwickeln.

Acht der 16 Spielerinnen im aktuellen Kader spielen für die beiden Topklubs Thüringer HC und die SG BBM Bietigheim. Wie wichtig sind diese Blockbildungen angesichts der überschaubaren Vorbereitungszeit auf die Qualifikationsspiele?

Auf jeden Fall ist es von Vorteil, dass man mit manchen Spielerinnen jeden Tag zusammen trainiert und wir auf Achsen aus dem Verein zurückgreifen können, da wir uns leider nicht ganz so häufig sehen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir auch diese Woche intensiv nutzen, um uns als Team weiter einzuspielen. Die hohe Belastung im internationalen Handball ist ein Dauerthema. Nach der vergangenen Bundesliga-Saison ging es direkt zu den WM-Play-offs. Reichen die wenigen Tage beziehungsweise Wochen aus, um die Akkus wieder komplett aufzufüllen?

Nach den WM-Play-offs hatten wir vier Wochen frei, in denen zu Beginn die Erholung auf jeden Fall im Vordergrund stand und erstmal Urlaub angesagt war. Trotzdem muss man sich ja auch in der freien Zeit auf die Vorbereitung vorbereiten sowie seinen Trainingsplan absolvieren, und dann geht es schneller wieder los, als man denkt.

Die Qualifikation für die Handball-Europameisterschaft der Frauen 2020

Modus 28 Teams kämpfen in sieben Gruppen um die Teilnahme an der EHF Euro 2020 (4. bis 20 Dezember) in Dänemark und Norwegen. Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für die Europameisterschaft. Gruppe Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen bekommt es in Hin- und Rückspielen in der Gruppe 3 mit Weißrussland, dem Kosovo und Slowenien zu tun. Die Termine:

25. Sept., 18.45 Uhr (in Coburg): Deutschland - Weißrussland 29. Sept., 19.15 Uhr (in Pristina): Kosovo - Deutschland 25. März 2020: Slowenien - Deutschland

28. März 2020:

Deutschland - Slowenien

27. Mai 2020:

Weißrussland - Deutschland

31. Mai 2020:

Deutschland - Kosovo Aufgebot Folgende 16 Spielerinnen hat Bundestrainer Henk Groener für die ersten beide Qualifikationsspiele nominiert: Dinah Eckerle (SG BBM Bietigheim), Isabell Roch (BVB 09 Dortmund, beide Tor), Marlene Zapf (TuS Metzingen), Jenny Behrend (VfL Oldenburg), Alina Grijseels (Dortmund), Meike Schmelzer (Thüringer HC), Julia Behnke (Rostov Don/RUS), Kim Naidzinavicius (Bietigheim), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen), Emily Bölk (Thüringer HC), Ina Großmann (Thüringer HC), Kim Braun (Bietigheim), Luisa Schulze (Bietigheim), Alicia Stolle (Thüringer HC), Jennifer Rode (Leverkusen), Shenia Minevskaja (Brest Handball/FRA, alle Feld)

Coburger Tageblatt verlost fünf Mal zwei Tickets

Das Coburger Tageblatt verlost fünf Mal zwei Tickets für das EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Weißrussland am Mittwoch, 25. September (Anwurf: 18.45 Uhr), in der HUK-Arena. Um an der Verlosung teilzunehmen, schicken Sie bis spätestens Sonntag, 22. September, 20 Uhr, eine Mail an sport.coburg@infranken.de mit dem Betreff "Handball" und Ihrem Vor- und Zunamen. Die Gewinner werden am Montag per Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren