Coburg
2. Handball-Bundesliga

Viel Wucht im Angriff: 40 Tore

Der Handball-Zweitligist HSC Coburg benötigte beim lange Zeit nahezu gleichwertigen Gegner in Hagen 45 Minuten Anlaufzeit, gewann aber dann doch sehr hoch mit 40:25. Im Pokal treffen die Coburger auf Rekordmeister Kiel, am 28. Oktober. Das ergab die Auslosung der ersten K.o.-Runde.
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Florian Billek steuerte sechs Treffer zum letztlich klaren 40:25-Sieg des HSC 2000 Coburg in Hagen bei und war erneut einer der besseren Coburger Spieler. Fotos: Iris Bilek
Florian Billek steuerte sechs Treffer zum letztlich klaren 40:25-Sieg des HSC 2000 Coburg in Hagen bei und war erneut einer der besseren Coburger Spieler. Fotos: Iris Bilek
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40 Tore standen am Ende für den HSC 2000 Coburg zu Buche, und trotzdem standen die Coburger Spieler nach dem Schlusspfiff relativ schnell beisammen und analysierten, was in den vergangenen 60 Minuten nicht so gut gelaufen war, und das trotz des 15:4-Laufes in der Schlussviertelstunde.
Zwar hatte Coburg beim VfL Eintracht Hagen mit 40:25 gewonnen, doch der Aufsteiger wurde deutlich unter Wert geschlagen. Fast 45 Minuten agierte der Gast kopf- und planlos, ehe Hagen dem HSC ins offene Messer lief.
Wie erwartet, musste der HSC auf Dominic Kelm verzichten. Er machte sich zwar mit warm, aber mehr ging nicht.
Zum zweiten Mal in dieser Saison standen die Coburger nach der Partie nicht als begossene Pudel da, sondern feierten mit den knapp zwei Dutzend mitgereisten Fans, unter ihnen auch die Eltern von HSC-Coach Jan Gorr, den Auswärtssieg.
Die Partie hätte tatsächlich fünf Minuten zu früh begonnen, was den beiden Unparteiischen ein
Lächeln entlockte, die dann mehrmals auf die Uhr schauten und zusammen mit den Spielern noch trödelten, um nicht allzu zeitig anzufangen.
100 Sekunden vor 19 Uhr ging es dann trotzdem los, gleich mit einem technischen Fehler der Coburger. Auf der anderen Seite führte sich Jan Kulhanek gleich mit zwei Paraden ein, doch gegen den dritten Nachwurf hatte er keine Chance.


Rückstand bis zur 8. Minute

Auch deswegen lief der HSC bis zur 8. Minute einem Rückstand hinterher, ehe beim 3:4 die erste Führung gelang. Kopfschüttelnd stand Jan Gorr nach 20 Minuten an der Außenlinie. Soeben war das 10:10 gefallen, wieder einmal landete ein eigentlich schon gewonnen geglaubter Ball beim Gegner, wie so viele Male zuvor.
Mal war die Coburger Abwehr schon zu sehr Richtung eigener Angriff orientiert, mal die Gastgeber einfach den Tic schneller oder günstiger positioniert. Sie sorgten auch immer wieder für Lücken in der HSC-Abwehr. Die stand alles andere als sattelfest, ließ sich nicht nur einmal von den schnellen Hagener Angriffsspielern überraschen.
Die waren auch in der Deckung sehr aufmerksam, wussten um die Spielzüge der Coburger. Deswegen war es wichtig, dass Romas Kirveliavicius seine Durchschlagskraft oft auch im Alleingang nutzte. Zusammen mit Jan Kulhanek drückte er der Partie vor der Pause den Stempel auf, und dieses Duo machte den zweiten Durchgang erst so möglich, wie er später laufen sollte.
Endlich konnte sich Coburg auch absetzen - beim 11:14 waren es das erste Mal drei Treffer. Kurz darauf gab es ein lautstarkes "gut, Markus" von Jan Gorr. Das Lob galt Markus Hagelin am Kreis, der das 13:17 markierte. Auch sonst waren die Kommandos von der Coburger Trainerbank in der teilweise recht ruhigen Halle klar zu vernehmen.
Lob hatten auch die sehenswerten Tore von Steffen Coßbau, der aus vollem Konterlauf erfolgreich einen Dreher ansetzte und Florian Billek, der einen seiner unnachahmlichen Heber ins Tor loopte, verdient.
Und wie fing der zweite Durchgang an? Mit einem parierten Ball von Jan Kulhanek, der dann den Abpraller zum 16:18 doch wieder aus seinem Tor fischen musste, aber am Ende auf 22 Paraden und eine Quote von fast 50 Prozent gehaltenen Bällen kam.
Dann kam die bis dahin beste Phase der Coburger, die eine Überzahl konsequent ausnutzten, einen 4:0-Lauf aufs Parkett legten und sogar die Option auf einen weiteren Treffer hatten.
Mit dem Vorsprung im Rücken wurden die Coburger sicherer. Immer wieder gab es von Jan Gorr klare Anweisungen an seine Spieler, aber so richtig beruhigt waren die Gemüter ob des Vorsprungs, der zwischen vier und sechs Toren pendelte, noch nicht. Dafür hatte man auch keinen Grund, denn Hagen war weiter hellwach und lauerte auf seine Chance (21:25, 44.).
Der verletzte Dominic sah zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch Gefahr für sein Team, verfolgte auf der Tribüne unruhig die Partie: "Das reicht noch lange nicht, wir müssen noch weniger Fehler machen, konzentrierter spielen. Ich hoffe, dass ich nächste Woche wieder dabei sein kann."
Doch kurz darauf war auch er deutlich beruhigter. Denn Coburg führte mit 29:21 (48.), spielte jetzt mehr und mehr seine individuelle Klasse aus. Auch die Abwehr stand sicherer, und Hagen agierte lange nicht mehr so konzentriert wie über weite Strecken bis dahin.
Vor allem die Deckung war jetzt löchrig wie Schweizer Käse, und der Torhüter des VfL konnte einem Leid tun. 15 Mal trafen die Coburger in der Schlussviertelstunde, und Kapitän Till Riehn war es vorbehalten, mit dem 40. Treffer von der für ihn "falschen" Außenposition auf der rechten Seite den Schlusspunkt zu setzen.

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