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Coburg
Frauen-Handball

Vestestadt - ein tolles Plaster für Vestergaard

2024 Fans sahen gestern Abend in der HUK-Coburg Arena den 29:18-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz. Die Zuschauer waren begeistert vom Auftritt der Mannschaft, die mit dem erhofften Auftaktsieg optimal in die EM-Qualifikation startete.
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Nicht nur am gegnerischen Kreis überzeugten die deutschen Damen - vor allem in der 2. Halbzeit - auch in der Abwehr packten sie ordentlich zu und hatten damit Erfolg. Fotos: Albert Höchstädter
Nicht nur am gegnerischen Kreis überzeugten die deutschen Damen - vor allem in der 2. Halbzeit - auch in der Abwehr packten sie ordentlich zu und hatten damit Erfolg. Fotos: Albert Höchstädter
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Am Ende stand der von vielen erwartete Heimsieg. Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft war die HUK-Coburg Arena gestern Abend also ein gutes Pflaster, denn der 29:18 (13:10)-Erfolg gegen die Schweiz war nie gefährdet.
Dieser tolle Auftakterfolg vor 2024 begeisterten Zuschauern sollte dem jungen Team Rückenwind für die anstehenden Aufgaben in der Europameisterschafts-Qualifikation geben.


Schon am Sonntag in Reykajvik

Und der wird auch dringend notwendig sein, denn die nächsten Gruppenspiele werden sicher um einiges schwieriger. In der Quali-Gruppe 7 wartet bereits am Sonntag um 18 Uhr in Reykjavik Gastgeber Island auf das neuformierte Team von Nationaltrainer Jakob Vestergaard.
Gestern Abend benötigten seine Frauen auf dem extra in Coburg für dieses Länderspiel neu verlegten, blauen Hallenboden etwas Anlaufzeit, doch dann wurde die Schweiz unter dem tosendem Applaus des
fachkundigen und enthusiastischen Coburger Publikums überrollt.
Aus einer sicheren 6:0-Abwehr kam es über die Stationen 6:3 (12.) und 10:7 (21.) zur sicheren 13:10-Pausenführung. Coburgs Zweitliga-Trainer Jan Gorr, der als Co-Kommentator für ein Internetportal zur Verfügung stand, meinte während der Live-Übertragung schmunzelnd: "Ich bin gespannt, was meine Jungs morgen im Training für ein Feedback zu diesem Spiel geben. Es wird sich sicher nicht nur auf das Sportliche beschränken..." Seine Jungs feuerten die Damen jedenfalls kräftig an.


"Das wird eine klare Sache"

"Das wird eine klare Sache. Die deutschen Damen sind spritziger, spielen schneller und stehen in der Abwehr viel kompakter als die Schweizerinnen", erkannte Erich Bilek. Aber nicht nur der Ehrenvorsitzende des Handball-Bezirks Oberfranken und langjährige Förderer des Damen-Handballs in der Region, war angetan vom Spielwitz.
Auch Gerhard Ullrich aus Lohr am Main, der kaum ein Spiel der deutschen Frauen verpasst, war zufrieden, schränkte allerdings ein: "Die Schweiz ist drittklassig, höchsten zweitklassig. Die musst du schlagen. Gegen Island, die uns in Sachen Nachwuchsarbeit einiges voraus haben, wird es schon schwerer".


Kritik an Personalpolitik

Der Insider ist ein Kritiker von Trainer Vestergaard, dessen Personalpolitik intern äußerst umstritten sei. "Die beste Rückraumspielerin Deutschlands wird nicht nominiert". Und: "Der beste Trainer für den deutschen Frauen-Handball ist Herbert Müller" (seit 1999 Trainer der Frauen des 1. FC Nürnberg/Anm. d. Red.), fachsimpelt der Fan des Thüringer HC.
Die Zuschauer in der HUK-Arena waren alles andere als kritisch. Sie spendeten immer wieder Beifall und waren nach Toren von Susann Müller oder Shenja Minevskaja begeistert.
Es war eine geschlossene Teamleistung der Gastgeberinnen, die sich im herausgeputzten "Coburger Sporttempel" sichtlich wohlfühlten. Vor allem nach der Pause legten die Deutschen einen Zahn zu, zeigten eine bessere Körpersprache als im ersten Durchgang und erhöhten Tor für Tor.
Spätestens nach dem 16:11 durch Kim Naidzinavicius war der Widerstand der Schweizerinnen gebrochen, da änderten auch zwei Auszeiten nichts mehr. Deutschland legte nach und war vor dem gegnerischen Tor effektiver als vor der Pause.


Die Weichen sind gestellt

Die Weichen für eine erfolgreiche EM-Qualifikation - im Frühjahr 2016 wartet mit Frankreich der dritte und letzte Gruppengegner - wurden also in Coburg erfolgreich gestellt.
Und wer weiß, vielleicht krönt das junge Team die Entwicklung mit einem Medaillengewinn bei der Endrunde 2016 in Schweden und erinnert sich dann an den tollen Auftritt in der Vestestadt. oph

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