Coburg
Volleyball

VSG Coburg/Grub jubelt über den Meistertitel

Die mitgereisten Fans machten das Spiel in Leipzig fast zu einem Heimspiel. Beim 3:1 war der 4. Satz gigantisch bei einem sehr starken Gegner. Auch das letzte Heimspiel in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd am Samstag wird ein Fest.
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Hans-Peter Nürnberger vor Freude den Tränen nahe, aber restlos zufrieden und glücklich wie das gesamte VSG-Team.
Hans-Peter Nürnberger vor Freude den Tränen nahe, aber restlos zufrieden und glücklich wie das gesamte VSG-Team.
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von unserem Mitarbeiter Frank Heumann

Leipzig — Der lange Winter wird von den Coburg/Grüber Volleyballern eindrucksvoll beendet. Mit dem 3:1-Sieg in Leipzig beim schärfsten Rivalen wurde einen Spieltag vor Rundenschluss die Meisterschaft perfekt gemacht, und so kann das Team mit einem Titel in die 1. Bundesliga aufsteigen.
Schon am kommenden Samstag präsentieren sich die frisch gebackenen Zweitligameister und Aufsteiger ihrem treuen fränkischen und Thüringer Publikum. Mehr als 140 begeisterte Leute übten in Leipzig schon Freudentänze.
Mit Transparenten und Trommeln bewaffnet zogen sie - nach einem vergnüglichen Nachmittag in der Leipziger Innenstadt - in die Halle an der Leipziger Brüderstraße und begannen umgehend mit ihrem "taktischen" Werk. Die akustische Überlegenheit war so auch innerhalb von 120 Sekunden hergestellt.
Beni Kucera: "Wo gibt es denn das? Das habe ich noch nicht erlebt, nicht in der 1. oder 2. Bundesliga, dass so viele Fans mit dem Team reisen! Heute kam nie so etwas wie ein Auswärtsgefühl auf. Das wird geil in der 1. Liga."
Manfred Wiesinger, Präsident der L.E.Volleys Leipzig konstatierte nach dem Spiel auf der VSG-Seite in Facebook: "Euch allen eine super gute Heimfahrt und eine schöne Feier. Das war ein toller Spieltag, der seinem Anspruch mehr als gerecht wurde, auch dank der vielen von euch angereisten fairen Fans. Die 2. Liga Süd hat einen verdienten Aufsteiger und Meister gefunden. Wir wünschen euch viel Erfolg im Oberhaus."
Den ersten Satz holten sich dann auch gleich die neuen Hausherren aus Coburg/Grub. Mit 25:23 zeigten die Gäste sofort, in welche Richtung man geplant hatte. Aber Eugen Bakumovski & Co., ganz anders konditioniert als bei der 0:3-Niederlage in Coburg, zeigten den 1000 Besuchern, mit welch wuchtigen Schlägen sie sich gegen die Coburg/Grüber durchsetzen konnten und wollten. Mit zunehmender Spielzeit konnte die VSG sich aber immer mehr an die hart schlagenden Angreifer einstellen und Block für Block sicherstellen. Im letzten Satz waren es dann gefühlte 98 erfolgreiche Abwehraktionen.
Die Leipziger Erik Wichert und Christoph Rascher konnten aber immer wieder Stiche setzen in diesem hoch spannenden und niveauvollem "Battle". Allerdings klatschten auch die von Gilles Braas und Patrick Speta servierten Bälle von Marcel Herrmann, von Sven Kellermann, Max Meuter, Jonas Ickerott, Hans Nürnberger und besonders Gudas Lukas brandheiß auf den gegerbten Leipziger Boden. Steffen Reinsch und Urgestein "Spilli" Spiller durften auch ran in Milan Maric‘ Meisterstück.

Viele unmögliche Bälle geholt
Beni Kucera, hoch motivert, zeigte erneut eine konstante Leistung in der Abwehr, und so wurden viele tot geglaubte Bälle zurück ins Spiel gekratzt.
Nutzte aber in Satz zwei nichts, denn da musste sich das Maric-Team einem kurzzeitig überlegenen, blauen Team mit 25:21 geschlagen geben. Die langen Gesichter hellten sich sofort wieder auf, als man den dritten Abschnitt spannend und mit "geilen" Spielzügen mit 26:28, gewann.
Benjamin Kucera in der Pause: "Leute, jetzt werden wir Meister! Wir schaffen das heute, hier und jetzt, los!" Das war der Aufruf, den das Team zu diesem Zeitpunkt benötigte: Schlag auf Schlag ging es nun. Man ließ den Leipzigern kaum noch eine Chance und noch viel weniger Luft. Hervorragende Aufgaben von Patrick Speta (neun an der Zahl) brachten die meisterlich aufgelegten Schmiede auf den Spielstand von 1:9. Die Volleys hatten nun keine Mittel mehr, einem aggressiven und sich fast in einem Spielrausch befindlichen Frankenteam das Wasser abzugraben.
Alle Blocks passten, der Gegner kam nicht mehr durch. Auf der anderen Seite holte die Schmiede-Abwehr nahezu alles raus und konnte perfekte und sehenswerte Spielzüge präsentieren. Torsten Spiller: "Das habe ich noch nicht erlebt, einen Satz so hoch zu gewinnen, obwohl der Gegner super dagegen gehalten hat!" 4:25 stand es am Ende.
Fazit: Es war das erwartete und vom Hallensprecher angekündigte Megatreffen der beiden "Großen" der Liga. Leipzig, unerbittlich und hart in den Angriffen. Die VSG Coburg/Grub legte eines der besten Saisonspiele hin und verzauberte damit sowohl ihre Fans als auch das sächsische Publikum.
Am kommenden Samstag geht es ein letztes Mal in ein Zweitliga-Gefecht. Viele neue Zuschauer werden den Meister der 2. Bundesliga und Aufsteiger in die erste Bundesliga begutachten wollen. Ab 19.30 Uhr freut sich das gesamte VSG-Team auf die SV Fellbach und eine Schmiede-Party, die sich gewaschen hat.
Johannes Engel: "Hammer-geil! Die ersten Sätze waren wirklich hart umkämpft. Und so einen letzten Satz erlebt man nicht alle Tage, und letztlich waren das auch die Punkte, mit der wir die Meisterschaft heute realisiert haben."

Trainer sind stolz auf ihr Team
Co-Trainer Volker Pohl: "Ich bin richtig stolz auf unser Team. Wieder haben die Jungs gezeigt, dass sie sich dem Druck des Gegners zur rechten Zeit stellen und entsprechend antworten können. Das war eines der ganz großen Volleyballspiele. Ein Lob geht nach Leipzig, ans tolle Publikum, egal ob unseres oder das heimische, und das L.E.-Team, das fair und hart gekämpft hat."
Trainer Milan Maric: "Es war das erwartete Finale. Die ersten drei Sätze ausgeglichen, ging das Spiel ständig, auch mit großen Punktabständen für Leipzig oder uns, hin und her. Die Zuschauer haben feinsten Bundesliga-Volleyball genießen können. Am Ende hat das Team den Willen zum Aufsteigen deutlich gezeigt. Wir waren heute leicht übergewichtig, ich weiß nur nicht warum."
Hans-Peter Nürnberger: "Der absolute Wahnsinn. Phänomenales Spiel, ausgeglichen bis zum dritten Satz. Mit dem Rückhalt der vielen Fans haben wir ganz, ganz, ganz souverän den letzten Satz geholt und die Halle gerockt. Ich glaube nicht, dass ich solch einen Abwehrball wie bei diesem Spiel jemals wieder wiederholen kann."

Das Meisterteam
Für die VSG am Set: Steffen Reinsch, Max Meuter, Max Kessel, Lukas Gudas, Hans-Peter Nürnberger, Jonas Ickerott, Patrick Speta, Gilles Braas, Torsten Spiller, Benjamin Kucera, Johannes Engel, Sven Kellermann und Marcel Herrmann. - Trainer: Milan Maric. - Co-Trainer: Volker Pohl.


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