Coburg
1. Volleyball-Bundesliga

VSG Coburg/Grub: Ein Stein kommt ins Rollen...

Itamar Stein wird neuer Cheftrainer beim Coburger Erstligisten VSG Coburg/Grub. Nach seiner schweren Verletzung tritt der aus Israel stammende Familienvater die Nachfolge des langjährigen Erfolgstrainers Milan Maric an. Auch Moritz Karlitzek verlässt den Klub.
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Itamar Stein jubelte als Spieler für die VSG Coburg/Grub - künftig will er auch als Cheftrainer mit den "Grünen" Erfolge feiern. Der Israeli wird Nachfolger von Milan Maric, dessen Vertrag nicht mehr verlängert wurde. Foto: Hagen Lehmann
Itamar Stein jubelte als Spieler für die VSG Coburg/Grub - künftig will er auch als Cheftrainer mit den "Grünen" Erfolge feiern. Der Israeli wird Nachfolger von Milan Maric, dessen Vertrag nicht mehr verlängert wurde. Foto: Hagen Lehmann
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Die Würfel sind gefallen: Itamar Stein tritt in die zweifelsohne großen Fußstapfen, die Milan Maric bei der VSG Coburg/Grub hinterlassen wird. Der Israeli, der vor der letzten Saison als Starspieler verpflichtet wurde und sich Mitte der Punktrunde eine schwere Halswirbelverletzung zuzog, soll die neue Mannschaft in die Saison 2015/2016 führen.
Für Stein, der bei der VSG noch einen Vertrag bis 2016 hat, wird es die erste Trainerstation sein - und dann gleich in der deutschen Eliteliga. Sicher eine mutige Entscheidung, die aber auch einen finanziellen Hintergrund hat, da der Vertrag mit dem ausgewiesenen Volleyball-Experten ohnehin noch ein Jahr läuft. Ob Stein selbst wieder spielen kann, ist noch ungewiss.

Kritik an Maric wurde laut

Dieser Wechsel auf dem wichtigsten sportlichen Posten hat sich bereits im Laufe der Rückrunde angedeutet, denn intern war Maric längst nicht mehr unumstritten. Immer wieder wurde gerade aus Spielerkreisen Kritik am Führungsstil des langjährigen Trainers laut. Mehrere Akteure spielten sogar mit dem Gedanken, die VSG deshalb zu verlassen.
Die Verantwortlichen der "Grünen" entschieden sich vielleicht auch deshalb rechtzeitig für einen Kurswechsel und verkündeten bereits am Ende der letzten Saison, dass der Vertrag mit dem bisher erfolgreichsten Übungsleiter in der Vereinsgeschichte nicht verlängert wird.
Unter der Regie des scheidenden Kroaten, der als unnahbar und sehr wortkarg galt, wurde souverän die Zweitliga-Meisterschaft errungen und der lang ersehnte Aufstieg in die 1. Bundesliga realisiert. Sowohl im ersten Jahr, als auch im allgemein als schwerer geltenden zweiten Jahr in der Eliteliga profilierte Maric die "Schmiede" in der obersten nationalen Liga.
Zwar wurde in der zurückliegenden Serie mehr als "nur" das Erreichen der Re-Playoffs erwartet, schließlich rüstete der Klub mit fünf etablierten Spielern mächtig auf, doch enormes Verletzungspech machte den Volleyballern einen dicken Strich durch die Rechnung.
Ganz oben auf der langen Verletztenliste stand eben auch Itamar Stein - zweifelsohne der Lenker und Denker im Team. Jetzt wird Stein noch mehr Verantwortung übernehmen müssen, schließlich streben die "Grünen" im dritten Jahr ihrer Erstliga-Zugehörigkeit erneut eine Steigerung an.
Mit einem ähnlichen Etat wie in den Jahren zuvor - die Rede ist in Insiderkreisen von geschätzten rund 350 000 Euro - sollen diesmal die Playoffs auf direktem Weg erreicht werden.

Saisonbeginn erst im Oktobar

Doch bevor es soweit ist, müssen sich die vielen Volleyballfreunde in der Region noch eine ganze Weile gedulden, denn die Saison beginnt erst eine Woche nach den Europameisterschaften in Bulgarien und Italien am Samstag, 24. Oktober. Im Klartext: Rund ein halbes Jahr Punktspielpause. Das ist nicht nur den VSG-Funktionären ein Dorn im Auge, schließlich leidet darunter auch die Sponsorensuche.

Karlitzek geht nach Rottenburg

Nicht mehr zum künftigen VSG-Kader zählt Moritz Karlitzek. Gerne hätte der sprunggewaltige Angreifer weiter in der Vestestadt geschmettert, doch aus Studiengründen wird er zum Ligakonkurrenten TV Rottenburg wechseln.
Da ihm an der Fachhochschule in Coburg kein Studienplatz vor Mai garantiert werden konnte, schrieb er sich erfolgreich in Tübingen ein und wird dort seine schulische Ausbildung fortsetzen - sicher ein herber Verlust für die VSGler.
In den nächsten Wochen und Monaten will der Klub aber alles daransetzen, um wieder ein schlagkräftiges Team für die 1. Bundesliga auf die Beine zu stellen. Es wartet also viel Arbeit - nicht nur auf Itamar Stein.
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