Coburg

Spektakel beim FC Coburg: Schlager endet 4:4

Über 400 Zuschauer sahen ein tolles Spiel mit einem dramatischen Finale. Coburg führte zweimal, lag dann aber zweimal zurück. Das 3:4 (93.) glich Sam in der 94. Minute aus.
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Daniel Sam (schwarzes Trikot) erzielte in dieser Szene eines seiner drei Tore zum zwischenzeitlichen 2:1. Die Zuschauer auf der Tribüne des Dr.-Stocke-Stadions kamen bei diesem unterhaltsamen Landesliga-Kick (4:4) voll auf ihre Kosten.
Daniel Sam (schwarzes Trikot) erzielte in dieser Szene eines seiner drei Tore zum zwischenzeitlichen 2:1. Die Zuschauer auf der Tribüne des Dr.-Stocke-Stadions kamen bei diesem unterhaltsamen Landesliga-Kick (4:4) voll auf ihre Kosten.
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Das Gipfeltreffen der Fußball-Landesliga Nordwest zwischen dem Spitzenreiter FC Coburg und dem Dritten TSV Neustadt/Aisch hielt, was es versprach. Sie endete mit einem spektakulären 4:4-Unentschieden. Über 400 Zuschauer waren nach beim Abpfiff begeistert.

Obwohl der FC Coburg bis zum Seitenwechsel geschätzte 80 Prozent Ballbesitz verzeichnete und gepflegtes Kurzpassspiel praktizierte, setzten die tief in ihrer Hälfte lauernden Mittelfranken durch überfallartige Konter Nadelstiche. Daran vermochte auch ein Auftakt nach Maß für die Hausherren nichts zu ändern. Zunächst lenkte Torhüter Oliver Hamos eine sich gefährlich senkende Flanke von Christian Schneider mit den Fingerspitzen über die Querlatte. Den fälligen Eckstoß köpfte Goalgetter Daniel Sam (9.) gefühlvoll zum 1:0 in die Maschen.

Die Standards blieben auch in der Folgezeit die schärfste Waffe des FCC. Die Gäste benötigten ihrerseits in der Vorwärtsbewegung nur wenige Stationen, um sich bietende Räume zu nutzen. Der von Marcel Poetsch steil geschickte Daniel Dachlauer (23.) hebelte die gegnerische Abseitsfalle aus, um kurvte Keeper Daniel Shabestari und schob seelenruhig zum 1:1-Ausgleich ein.

Doch Coburg schlug sofort zurück: Wieder war es der nicht zu bremsende Sam (27.), der nach Vorarbeit von Andre Meyer höher stieg als seine Widersacher und erneut per Kopf zum hoch verdienten 2:1 genau in den Winkel traf.

Durchgang zwei begann mit einem Paukenschlag. Frank Hartlehnert kam im Duell mit Hahn leicht ins Straucheln. Schiedsrichter Björn Söllner entschied zum Entsetzen der Heimfans auf Foulelfmeter, den Philipp Meyer (47.) knallhart zum 2:2 verwandelte. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Und Mai (64.) erwies sich zum wiederholten Male als trickreich und versenkte das Leder aus der Drehung von der Strafraumgrenze aus sogar zum 2:3 ins lange Eck.

Eine taktische Umstellung der Coburger fruchtete. Christoph Böger brachte mit dem schnellen Fabian Carl einen weiteren Angreifer und beorderte den effektiven Sertan Sener aus dem Mittelfeld in die Spitze und baute so zunehmend Druck auf die Mineralwasserstädter auf. "Mit zwei Spitzen agierten wir sehr variabel und erarbeiten uns viel mehr klare Chancen". Recht hatte Böger, denn Eric Heinze zwang Hamos mit einem ansatzlosen Geschoss aus 20 Metern zu einem super Reflex. Für den erneuten Gleichstand zeichnete sich Abwehrchef Christian Beetz (76.) mit einem Strafstoß verantwortlich. Seinen Hinterhaltschuss blockte vorher Philipp Meyer mit dem Oberarm.

Danach drängte Coburg auf das Siegtor und zweimal Sener und vor allem Schiebel in der 90. Minute freistehend aus drei Meter vergaben drei klare Chancen. Jetzt spielten beide mit offenem Visier und in der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse: In einer Kopie seines ersten Einschlages brachte Mai (90 + 2) seine Farben scheinbar auf die Siegerstraße. Doch der FCC gab sich trotz der jetzt aussichtslos erscheinenden Situation immer noch nicht auf: Anstoß, alle Mann nach vorne, langer Ball - die Folge: Ein letzter Freistoß. Und mit Brachialgewalt hämmerte Sam den Ball aus 20 Metern zum Finale furioso halbhoch in den Kasten (90 + 4).


Reaktionen


"Werbung für den Amateur-Fußball"

Coburg — "Diese einem Krimi gleichende, von Leidenschaft geprägte Auseinandersetzung war eine tolle Werbung für den Amateur-Fußball. Sie hätte auch keinen Sieger verdient gehabt", verkündeten beide Trainer nach dem 4:4 in Coburg unisono.
"Wir dürfen uns über die extrem defensiven Gangart der Neustadter nicht beschweren, damit haben sie uns in Schwierigkeiten gebracht", so Heimcoach Christoph Böger. Allerdings haben wir in der entscheidenden Phase noch das richtige Mittel gefunden und viele Großchancen herausgespielt. Wir hätten auch sieben Tore schießen können, vielleicht sogar müssen."
"Du musst uns schon fünf bis sechs Mal totschlagen, bevor du uns ins Grab legen kannst", so der Gefühlsausbruch von einem während der 95 packenden Minuten emotionalen TSV-Trainer Uwe Neunsinger nach dem 4:4. Kurz zuvor fühlte er sich bereits wie der sichere Sieger, als er sich im FCC-Strafraum auf Knien und mit ausgestreckten Armen von seinen Jungs feiert ließ. hh


Die Statistik


FC Coburg gegen TSV Neustadt/Aisch 4:4 (2:1)

FC Coburg: Shabestari - Schneider, Hahn, Beetz, A. Meyer, Mosert (ab 66. Carl), Heinze, Krebs, Schiebel, Sener, Sam.

TSV Neustadt/Aisch: Hamos - Brütting, Poetsch (ab 68. Hüller), Brenner, P. Meyer, Bauer, Dachlauer, Kuderna, Mai, Gnebner (ab 75. Esen), Hartlehnert (ab 85. Gröger).
SR: Björn Söllner (Schonungen). - Zuschauer: 450.
Tore: 1:0 Sam (9.), 1:2 Dachlauer (23.), 2:1 Sam (27.), 2:2 P. Meyer (47., Foulelfmeter), 2:3 Mai (64.), 3:3 Beetz (76., Handelfmeter), 3:4 Mai (90 + 2), 4:4 Sam (90 + 4).
Gelbe Karten: Mosert, A. Meyer / P. Meyer, Bauer.
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