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SG Coburg zieht Bilanz: "Müssen nach vorne schauen"

Am Wochenende steigt das Finale der Luftgewehr-Bundesliga in Paderborn. Die Coburger Schützen haben die Qualifikation unglücklich verpasst. Ein Saisonfazit
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Volltreffer: Jürgen Wallowsky strahlt nach seiner 400-Ring-Performance am 19. November. Fotos: privat
Volltreffer: Jürgen Wallowsky strahlt nach seiner 400-Ring-Performance am 19. November. Fotos: privat
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Die Unterstützung der Schießsport-Anhänger aus der Region wäre der SG Coburg beim Bundesliga-Finale gewiss gewesen. "Ich kenne viele, die bereits vor längerer Zeit Übernachtungen in Paderborn gebucht haben", sagt Jürgen Wallowsky, Mannschaftsführer und Sportlicher Leiter. Dass die Paderborner Hoteliers in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt Stornierungen aus Coburg bearbeiteten, hatte an einem gebrauchten letzten Wettkampf-Wochenende gelegen.

Nach zwei deutlichen 1:4-Niederlagen gegen Königsbach und Saltendorf sowie unglücklichen Ergebnissen in den anderen Wettkämpfen, fiel die SG Coburg noch vom zweiten auf den fünften Platz zurück und verpasste somit die Endrunde der besten acht Mannschaften (jeweils vier aus der Nord- und Südstaffel), die heute und morgen in Paderborn stattfindet.


Mazurova wieder gemeldet

Nach fast vier Wochen hat Wallowsky den Schock mittlerweile verdaut. "Ich bin ja lange genug im Geschäft, ich kenne solche Situationen ja, da muss man auch schnell wieder nach vorne schauen", sagt er. "Mir tut es einfach nur Leid für alle Fans und Leute, die sich über das ganze Jahr engagieren. Ich habe nach dem Wochenende so viel Feedback bekommen, da sieht man, wie groß das Interesse in der Region am Schießsport ist." Rund um das letzte Wettkampfwochenende sorgte vor allem die kurzfristige Absage der tschechischen Top-Schützin Nikola Mazurova aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse (wir berichteten) für Wirbel.

Mittlerweile haben sich die Wogen größtenteils geglättet. Nach einem Gespräch mit dem SG-Vorsitzenden Hans-Herbert Hartan hat die Tschechin am Dienstag ihren Lizenzantrag unterschrieben und wird somit auch in der kommenden Saison für die SG Coburg schießen. "Wir sind froh, dass sie weiter im Boot bleibt. Wir sind ihr nicht böse, müssen die Situation aber auf jeden Fall noch mal besprechen", sagt Wallowsky. "Man muss sie fragen, welchen Stellenwert die Bundesliga in ihrem vollen, internationalen Terminkalender einnimmt."

Ihre tschechische Landsfrau Adela Bruns, die einen Wettkampf in der abgelaufenen Saison bestritt, wird in der neuen Runde aufgrund ihrer Schwangerschaft voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen. Ob der dreifache italienische Olympiasieger Nicco Campriani, der in der abgelaufenen Saison offiziell für Coburg gemeldet war, überhaupt noch einmal schießen wird, ist laut Wallowsky völlig offen. Seit dem Ende der Olympischen Spiele gönnt sich der 29-Jährige eine schöpferische Pause und hat sich dem Bau eines Eigenheims in seiner italienischen Heimat gewidmet.


Gerüst der Mannschaft bleibt

Von den deutschen Stützen Sabrina Hößl, Manuel Wittmann, Katharina Stang und Sandro Schrüfer hat Wallowsky bereits mündliche Zusagen bekommen bzw. positive Signale für einen Verbleib vernommen. Sonderlob für ihre Leistungen verteilt der Mannschaftsführer an die erst 19-jährige Studentin Sabrina Hößl: "Sie hat mich unglaublich überzeugt. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie professionell sie aufgetreten ist." Bei Katharina Stang und Manuel Wittmann sieht er für die neue Saison in punkto Konstanz noch Potenzial nach oben.

Das bestehende Mannschaftsgerüst soll ergänzt werden, um auch bei der Kadertiefe mit anderen Bundesliga-Konkurrenten mithalten zu können. "Wir möchten uns auf jeden Fall verstärken. Da die Liga eine reine Amateur-Geschichte ist und keine Gelder fließen, entscheiden die Schützen viel nach Sympathie. Und ich denke, Coburg hat sich zu einer tollen Adresse entwickelt", sagt Wallowsky. Potenzielle Verstärkungen könnten aus der Landeshauptstadt kommen. Denn die HSG München zieht sich aus beiden Bundesligen (Luftgewehr und Luftpistole) zurück. Unter besonderer Beobachtung: die 22-jährige Nina-Laura Kreutzer aus Bad Berneck. Noch stehen die Planungen aber erst am Anfang, erst im August wird die Mannschaft für die im Oktober beginnende Saison endgültig stehen.

Die Besetzung mit Wallowsky als Sportlicher Leiter und Reinhard Mohr als Betreuer hat sich im ersten Jahr jedenfalls bewährt und wird so bestehen bleiben. "Ich sehe mich als Mädchen für alles und gute Seele in der Mannschaft, die den Schützen den Rücken freihält", sagt Mohr, über den Mannschaftsführer Wallowsky voll des Lobes ist: "Reinhard ist einfach ein unglaubliches Organisationstalent und der Ruhepol unserer Mannschaft. Ich denke die gute Stimmung und der gegenseitige Respekt innerhalb der Mannschaft haben sich auch in unseren guten Leistungen widergespiegelt."

Am Wochenende beim Bundesliga-Finale sieht Wallowsky leistungsmäßig übrigens die Nord-Mannschaften BSV Buer-Bülse und ST Hubertus Elsen ganz vorne: "Die Süd-Staffel ist nicht mehr so dominant wie früher. Ich denke, Prittlbach ist die einzige Mannschaft aus den Süden, die dem Norden Paroli bieten kann."



Finale in Paderborn


Paarungen Viertelfinale Samstag, 9 Uhr: Eichenlaub Saltendorf (2. Platz Süd) - SSG Kevelaer (3. Platz Nord), 10.45 Uhr: KKS Königsbach (3. Süd) - SB Freiheit I (2. Nord), 12.30 Uhr: HSG München (4. Süd) - BSV Buer-Bülse (1. Nord), 14.15 Uhr: SV Germ. Prittlbach (1. Süd) - ST Hubertus Elsen (4. Nord).

Halbfinals Samstag, 16 Uhr: Sieger VF 1 gegen Sieger VF3, 18 Uhr: Sieger VF2 gegen Sieger VF4.
Finale Sonntag, 14 Uhr


So lief die SG-Saison:


Die Saison begann mit einem Paukenschlag: nach zwei deutlichen Siegen (4:1 gegen Fürth und 5:0 gegen "Der Bund" München) kamen die Coburger Luftgewehrschützen als Tabellenführer aus Waldkraiburg zurück. "Viele Leute haben uns als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, nach dem Wochenende hat sich das Bild verändert", erinnert sich Betreuer Reinhard Mohr.

Weniger gut lief das zweite Wochenende, als beide internationalen Schützinnen Nikola Mazurova und Adela Bruns aus familiären Gründen passen mussten. Die SG lieferte den Spitzenteams Prittlbach und HSG München einen großen Kampf, unterlag aber zweimal knapp. Der Heimkampf vor vielen Hundert Fans in der Angersporthalle brachte Coburg wieder in die Erfolgsspur. Zwei Siege gegen Brigachtal und Affalterbach katapultierte die SG auf Platz 4.


Der perfekte Tag von Wallowsky

Der absolute Saisonhöhepunkt folgte beim Wettkampf in Saltendorf, als die Coburger Waldkraiburg mit starken 1974 Gesamtringen nicht den Hauch einer Chance ließen. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hatte Jürgen Wallowsky, der mit 400 Ringen komplett fehlerfrei blieb. "400 Ringe sind einfach ein Traum, das schaffen nicht viele. So etwas kann man nicht anstreben, das passiert einfach", blickt Wallowsky auf seinen Sahnetag zurück.
Als Zweiter ging es zum vorletzten Wettkampf nach Petersaurach.

Gegen den Gastgeber gab es die engste Niederlage, die man sich vorstellen kann. Nach zwei verlorenen Stechschüssen musste sich die SG mit 2:3 geschlagen geben, obwohl sie bei den Gesamtringen deutlich vorne lag. Gegen Niederlauterbach behielt Coburg die Oberhand, so dass der zweite Platz gehalten werden konnte.

Ohne Nikola Mazurova war die SG am letzten Wettkampf-Wochenende chancenlos, fiel noch auf Platz 5 zurück und verpasste unglücklich die Bundesliga-Endrunde.

Bilanz Nikola Mazurova 397,67 Ringe im Schnitt (Höchstes Ergebnis: 399/niedrigstes Ergebnis: 395), Sabrina Hößl 395,00 R. (397/391), Adela Bruns 395,00 R., Jürgen Wallowsky 394,27 R. (400/391), Manuel Wittmann 389,73 (395/386), Katharina Stang 389,64 R. (392/385), Sandro Schrüfer 386,00 R. (390/383).

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