Neustadt bei Coburg
1. DCU-Sportkegler-Bundesliga

"Joker" Geiger stach bei Neustadts Befreiungsschlag

Der PSV Franken Neustadt beendete nach 14 sieglosen Spielen seine Durststrecke und darf weiter hoffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jochen Geiger brachte die entscheidenden 50 Wurf auf die Bahn. Dem am Knie angeschlagene Schlussmann gelangen nämlich 242 Holz im allerletzten Durchgang - und diese Zahl brachte den Sieg. Foto: CT-Archiv
Jochen Geiger brachte die entscheidenden 50 Wurf auf die Bahn. Dem am Knie angeschlagene Schlussmann gelangen nämlich 242 Holz im allerletzten Durchgang - und diese Zahl brachte den Sieg. Foto: CT-Archiv
"Aufstand der Kellerkinder" - treffender kann man den 19. Spieltag der DCU Kegelbundesliga kaum beschreiben. Der Zehnte, Elfte und Zwölfte gewinnt mit elf, zwölf und 13 Holz. In einem packenden Duell schlägt der PSV Franken Neustadt nach 14 Niederlagen am Stück die SG Erstlingen mit 5429:5418.

Einen schwungvollen Start legte das PSV-Duo hin und baute von Beginn an den Vorsprung kontinuierlich aus. Auf der Schlussbahn ließ Michael Moosburger noch Kegel liegen, aber mit der Tagesbestleistung von 946 war er zufrieden.

Auch Partner Jürgen Bieberbach bestätigte vor allem durch starkes Abräumen seine Form und steuerte 938 bei. Für Ettlingen enttäuschte Jörg Schneidereit mit 868 und Gerd Wolfering mit 882.

"Bei 134 Guten nach dem Startpaar dachte ich, wir gewinnen souveräner", Jürgen Bieberbach und die Zuschauer mussten dann aber zuschauen wie der beruhigende Vorsprung Holz für Holz schmolz. Mit vier ausgeglichenen, aber zu braven Serien zwischen 217 und 227 blieb Bastian Bieberbach bei 889 stehen und gab an Andreas Wolf (922) viele Kegel ab. Da auch Tobias Bieberbach mit 893 gegen Rainer Grüneberg (943) einiges einbüßte, konnten sich die Zuschauer auf ein spannendes Schlusspaar freuen.

Wie schon in den letzten Wochen kam Michael Lohrer nie so recht in die Spur. Der erfahrene Schlussmann lieferte sich mit Thomas Speck ein Hin und Her. Das es am Ende nur 899:901 zugunsten des Gastes ausging, lag vor allem an der schwachen Schlussbahn von Thomas Speck.

Im anderen Duell verlor Sascha Hammer gegen Dieter Ockert mit fortlaufender Spieldauer die Teamführung. Ettlingen zog auf über 30 Holz davon. Neustadt wechselte auf dem 144. Wurf aus und dieser Zug wurde belohnt.
Nur wenige Würfe brauchte Jochen Geiger, um seine Linie zu finden, und mit einer tollen Serie verwandelte er den Rückstand zum 25. Schub in ein hauchdünnes Plus. Auch im Abräumen zeigte der Joker seine Qualitäten und stach. Mit 242 komplettierte er das von Sascha Hammer begonnene Spiel auf 864 und gab gegen Dieter Ockert (901) zwar Hölzer ab, aber es reichte zum langersehnten Sieg.


Stimmen zum Spiel

Jürgen Bieberbach (Spielführer PSV): Natürlich muss man erst mal durchschnaufen nach so einem Krimi und es ist schwer, die passenden Worte zu finden. Wir konnten unsere lange Durststrecke endlich beenden und freuen uns über den Sieg. Nach einer 134 Holz Führung dachte ich, wir können souveräner agieren, aber Ettlingen machte das gut und kämpfte sich Holz für Holz heran.
Kurz vor Ende führten sie dann sogar, aber erstmals seit langem machte sich eine Auswechslung bei uns bezahlt und Jochen Geiger drehte mit sehr starken 242 die Partie zu unseren Gunsten. Der Sieg brachte uns erstmal wenig, da auch die hinteren Mannschaften gewannen. An den Spekulationen zu möglichen Rückzügen will ich mich nicht beteiligen.

Thomas Speck (Spielführer SG Ettlingen): Elf Holz kann man natürlich überall suchen, aber diesen Schuh muss ich mir heute alleine anziehen. Unter 200 hab ich viele Jahre nicht gespielt und so eine Schlussbahn ist einfach entscheidend. Wir gratulieren dem PSV zum Sieg. Der Joker Jochen Geiger stach und unterm Strich war es von uns zu wenig. Vermutlich werden wir als Fünfter die Runde beenden, werden aber in den drei Spielen nochmals alles versuchen. nh

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren