Coburg
1. Handball-Bundesliga

HSC will bis zuletzt alles probieren

Mit Wetzlar gastiert am Samstag ein Team in der Arena, das noch in den Europapokal will. Hinter den Einsätzen von Billek und Harmandic stehen Fragezeichen.
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Hätte Stefan Coßbau seinen letzten Strafwurf vergangene Woche gegen die "Löwen" verwandelt, würde er das Ranking der besten Siebenmeterschützen der 1. Bundesliga mit 83,93 Prozent verwandelter Würfe anführen. So steht der Linksaußen, der den HSC am Saisonende verlassen wird, auf dem 2. Platz. Foto: Iris Bilek
Hätte Stefan Coßbau seinen letzten Strafwurf vergangene Woche gegen die "Löwen" verwandelt, würde er das Ranking der besten Siebenmeterschützen der 1. Bundesliga mit 83,93 Prozent verwandelter Würfe anführen. So steht der Linksaußen, der den HSC am Saisonende verlassen wird, auf dem 2. Platz. Foto: Iris Bilek
"Wir haben noch vier ganz besondere Heimspiele in dieser 1. Liga und entsprechend couragiert wollen wir die bestreiten." Jan Gorr, der Trainer des HSC Coburg, macht trotz der aussichtslosen Tabellensituation als Schlusslicht alles andere, als locker zu lassen oder die Flinte ins Korn zu werfen. Ganz im Gegenteil - seine Spieler wollen sich in den verbleibenden sieben Saisonspielen gerade vor eigenem Anhang so richtig ins Zeug legen und die Gegner so gut wie möglich ärgern.

Gorr sieht das alleine als "Riesenmotivation". Die Punkte sollen in Coburg bleiben. Als erstes Team im Endspurt der Liga soll das die HSG Wetzlar am Samstagabend (Anwurf 19 Uhr) zu spüren bekommen. Platz sechs mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen war von den Wetzlarern nicht erwartet worden.

"Für mich ist die HSG Wetzlar die Mannschaft der Stunde", äußert Jan Gorr, was sein Gegenüber Wandschneider im Interview sogar kontert: "Wir sind nicht nur die Mannschaft der Stunde, wir sind die Mannschaft der Saison." Im Hinblick auf den kleinen Etat der HSG wohl auch völlig berechtigt.

Trumpf beim Gegner "ist deren Ausgeglichenheit und die Verlässlichkeit im Zusammenspiel Abwehr und Torwart. Diesen Qualitätsfaktor bei Wetzlar müssen wir versuchen auszuhebeln." Torwart Benjamin Buric befindet sich in blendender Verfassung, so dass beim Abschluss höchste Konzentration von Nöten ist - hat man die Abwehr erst einmal ausgehebelt.

Dafür muss permanent Druck im Rückraum gemacht werden. Dort wird womöglich neben Stefan Lex, der nach seiner Verletzung in der Woche wieder ins Handballtraining eingestiegen ist, Adnan Harmandic fehlen. "Bis Mittwoch ging gar nichts, das müssen wir von Tag zu Tag entscheiden", ist Gorr wieder einmal personell gefordert. Auch der Einsatz von Florian Billek ist noch nicht sicher.

Beim Gegner müssen die Coburger in der Abwehr vor allem deren Spielmacher Philipp Weber in den Griff bekommen. Der Zweite der Torjägerliste, der nach der Spielzeit zum Bedauern von HSG-Trainer Wandschneider vorzeitig nach Leipzig zurückwechselt, laboriert derzeit an einer Verletzung. Weber wird kommende Saison durch den schwedischen Junioren-Weltmeister Olle Forsell Schefvert ersetzt. "Ob er in Coburg auflaufen kann, dahinter stehen noch einige Fragezeichen", beurteilt Wandschneider dessen Einsatzoption. Auch Stefan Kneer im linken und Stefan Cavor im rechten Rückraum sind brandgefährlich.

Und dann gibt es ja noch Nationalspieler Jannik Kohlbacher am Kreis. "Den kannst du auch nicht alleine decken, da müssen sich zwei Leute drum kümmern", weiß Gorr um die Qualitäten des nach der Saison zu den Rhein-Neckar Löwen wechselnde Wetzlarer Kreisspieler.



Die Aufgebote


HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek / Oliver Krechel - Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm, Sebastian Weber, Steffen Coßbau, Florian Billek (?), Till Riehn, Nico Büdel, Adnan Harmandic (?), Girts Lilienfelds, Tom Wetzel, Romas Kirveliavicius. - Es fehlt: Stefan Lex (verletzt). - Trainer: Jan Gorr.

HSG Wetzlar: Benjamin Buric / Nikolai Weber - Stefan Kneer, Vladan Lipovina, Kristian Björnsen, Filip Mirkulowski, Philipp Weber (?), Fabian Kraft, Tobias Hahn, Emil Berggren, Kasper Kvist, Evars Klesniks, Anton Lindskog, Jannik Kohlbacher. Trainer: Kai Wandschneider.

SR: Christoph Immel / Ronald Klein. - Spielaufsicht: Thorsten Zacharias.
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