Coburg
Handball

HSC machte mehr Fehler als Bittenfeld

Nach 224 Tagen musste sich Coburg erstmals wieder geschlagen geben. Spielerisch hielt der HSC in der 2. Bundesliga gegen den Mitfavoriten aus Bittenfeld mit, doch die Führungen wurden zu schnell abgegeben.
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Überragend war mit seinen acht Treffern Florian Billek (Nummer 20) beim HSC 2000 Coburg, doch das reichte gegen den starken TV Bittenfeld nicht aus, denn die Gäste behielten die Oberhand und entführten die Punkte aus der HUK Coburg-Arena am 3. Spieltag der 2. Bundesliga. Fotos: Albert Höchstädter
Überragend war mit seinen acht Treffern Florian Billek (Nummer 20) beim HSC 2000 Coburg, doch das reichte gegen den starken TV Bittenfeld nicht aus, denn die Gäste behielten die Oberhand und entführten die Punkte aus der HUK Coburg-Arena am 3. Spieltag der 2. Bundesliga. Fotos: Albert Höchstädter
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von unserem Mitarbeiter Ralph Bilek

Coburg — Typisch Jan Gorr - während des Aufwärmens "klapperte" er noch einmal einige Spieler ab, darunter Sebastian Roth, Steffen Coßbau und Phi-lipp Seitle. Es gab noch einmal Anweisungen, danach ein letztes Abklatschen, ehe es in die heiße Phase der Spielvorbereitung ging. Gereicht hat es diesmal nicht. Während am Kreis die Coburger vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut abgeschirmt waren, hatten die Bittenfelder aus der Mitte heraus Florian Billek überhaupt nicht auf der Rechnung. Zwei Bälle hämmerte der von außen einlaufende Neuzugang in den Winkel des Bittenfelder Gehäuses.
Beide Trainer redeten in der Pause auf die Unparteiischen ein, Jan Gorr sofort nach dem Pausenpfiff, Jürgen Schweikardt vor Wiederanpfiff. Auf den musste lange gewartet werden, weil die Mannschaft von Jan Gorr die Pause ausreizte.
Außer Florian Billek, der einen ungeheuren Zug zum Tor bewies, kam aber kein Coburger so richtig ins Laufen, für das Spitzenteam aus Bittenfeld zu wenig.

Nur vier Treffer in 20 Minuten

In den letzten 20 Minuten gelangen gerade einmal vier Treffer. Das zeigte, dass Coburg nicht an die Leistungen der Vorwochen anknüpfen konnte, weil der TVB mit seiner Abwehr dem HSC-Rückraum die Durchschlagskraft fast völlig nahm.
Gepaart mit den vielen unnötigen Ballverlusten, konnte das die wieder sehr solide stehende HSC-Abwehr über die Dauer des Spiels einfach nicht kompensieren, auch wenn beide Trainer erklärten, dass beide Teams in etwa auf einem Niveau agierten. Aber die Coburger bekamen erstmals in der neuen Liga zu spüren, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Der Auftakt war von beiden Mannschaften unheimlich konzentriert. Fehler wurden vom Gegner rigoros bestraft. Den ersten Bittenfelder Fehlwurf nutzte Dominic Kelm im direkten Gegenzug zur 4:2-Führung (5.). Den ersten HSC-Fehlversuch durch Matthias Ge rlich "bestraften" die Gäste mit dem 4:4-Ausgleich, ein Fehlpass an den Kreis führte kurz darauf zum ersten HSC-Rückstand durch einen schnellen Konter.
Nach dem 5:0-Lauf für Bittenfeld zum 4:7 rief Jan Gorr zu einer frühen Auszeit. Im Konterspiel zeigten die Gäste ihre hohe Qualität, nutzten die Coburger Fehler rigoros. Die Partie insgesamt war lange auf einem hohen Niveau, und der HSC konterte im wahrsten Sinne des Wortes. Mit zwei schnellen Gegenstößen nach aufmerksamer Abwehrarbeit gelang nicht nur der 8:8-Ausgleich, sondern sogar wieder die eigene Führung. Aber Bittenfeld war in der eigenen Abwehr einen Tic abgezockter. Einige Mal kam der, sicher riskante, Pass an den Kreis nicht an, weil Bittenfelds Abwehr nur kurz am Trikot zupfte.

Zu viele Ballverluste

Aus dem 9:8 wurde so wieder ein 9:11 - das Auf und Ab ging also weiter. Aber der HSC machte vorne zu viele Fehler. Dafür sprachen nach 25 Minuten sieben Ballverluste, während der Gegner noch keinen Ball hergeschenkt hatte. Genau aus diesem Umstand resultierte der knappe 12:13-Halbzeit-Rückstand.
Endlich kamen danach die Bälle zum Kreis durch, aber das war zu wenig. Das spürte auch Jan Gorr, der unheimlich engagiert an der Seitenlinie war und sich mächtig über weitere Ballverluste seiner Mannschaft aufregte. Sein Gegenüber Jürgen Schweikardt stand da nicht nach. Aber nach 39 Minuten war es trotzdem so weit: Der 16:16-Ausgleich fiel. In der gleichen Minute erzielte Florian Billek mit seinem siebten Treffer die Führung für den HSC, es sollte aber die letzte gewesen sein.
Erneut ließen die Bittenfelder einen Lauf folgen, diesmal mit 4:0 und legten da schon den Grundstein zum Sieg. Es waren letztlich Kleinigkeiten, die gegen die Coburger sprachen. So lief Sebastian Kirchner Mitte der zweiten Halbzeit alleine aufs gegnerische Tor zu, legte den Ball über die Latte und ärgerte sich danach sichtbar über sich selbst. So wie wenig später Till Riehn und Tomas Riha, die frei am Kreis den Ball nicht am gegnerischen TW vorbei brachten. Gegen solch eine Spitzenmannschaft der Liga muss eben vieles passen, und beim HSC ging deutlich mehr daneben als bei den Gästen.

HSC 2000 Coburg gegen
TV Bittenfeld 21:25 (12:13)
HSC 2000 Coburg:
Havard Martinsen (n. e.), Oliver Krechel - Ronny Göhl (n. e.), Johan Andersson (3/3), Dominic Kelm (2), Matthias Gerlich (1), Sebastian Kirchner, Jiri Vitek (3), Tomas Riha (1), Steffen Coßbau (1), Florian Billek (8), Till Riehn (1), Sebastian Roth, Philipp Sei tle (1). - Trainer: Jan Gorr.
TV Bittenfeld: Jürgen Müller, Dragan Jerkovic - Tobias Schimmelbauer (5), Florian Schöbinger (2), Martin Kienzle (3), Dominik Weiß (3), Michael Schweikardt (1), Lars Friedrich (3), Djibril M'Bengue (2), Alexander Bischoff, Richard Sundberg, Michael Seiz, Alexander Heib (2/1), Finn Kretschmer (4); Trainer: Jürgen Schweikardt.
SR: Marcus Hurst (Frankfurt) /
Mirko Krag (Oberursel).
Strafminuten: 4 (Riha, Coßbau) - 6 (Schimmelbauer, Schöbinger, Friedrich).
Siebenmeter: 3/3 - 1/2.
Zuschauer: 2401.
Beste Spieler: Billek, Kelm - Friedrich, Schimmelbauer.
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