Coburg
Handball-Bundesliga

HSC 2000 Coburg siegt im ersten Spiel in Melsungen

Der Aufsteiger aus Coburg glänzte am Sonntag auf allen Positionen beim nie erwarteten 25:20-Erfolg in Kassel gegen den letztjährigen Vierten MT Melsungen.
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Auch Adnan Harmandic zeigte eine starke Leistung und war im Vergleich zur Rückrunde in der letzten Zweitliga-Serie im Oberhaus nicht wiederzuerkennen - die Bundesliga liegt ihm. Foto: Iris Bilek
Auch Adnan Harmandic zeigte eine starke Leistung und war im Vergleich zur Rückrunde in der letzten Zweitliga-Serie im Oberhaus nicht wiederzuerkennen - die Bundesliga liegt ihm. Foto: Iris Bilek
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Das war nichts, MT Melsungen - das war großartig HSC Coburg. Zum Saisonauftakt in der Handball-Bundesliga bezog das Heim-Team von Trainer Michael Roth eine nicht für möglich gehaltene 20:25 (10:11)-Heimpleite gegen den Aufsteiger HSC 2000 Coburg.

Während die Coburger und die knapp 50 mitgereisten Fans aus dem Häuschen waren, verließen völlig gefrustet MT-Trainer Roth und seine Schützlinge den Boden, auf dem sie in der vergangenen Runde so großartige Erfolg feiern konnte.

"Ich muss mich für unsere Leistung entschuldigen. Das war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir haben ohne Energie gespielt", stellte MT-Kapitän Michael Müller ernüchtert fest. Dagegen hielt HSC-Trainer Jan Gorr Lobeshymnen auf sein Team, aber nicht zu vergessen, dass es erst der 1. Spieltag war. Seine Mannschaft hatte dieb Rote Karte gegen "Kiwi" schon in der ersten Halbzeit weggesteckt, musste aber auf Wetzel verzichten, der umknickte und hoffentlich nicht länger ausfällt.

Es ging schon nicht gut für den Gastgeber. Die erste Frage des Tages lautete nämlich in Kassel: Wer wirft das erste MT-Tor in der neuen Saison? Ganz so einfach ließ sie sich nicht beantworten, weil die Hausherren vor 3268 Zuschauern die Anfangsphase verschliefen.


Der HSC führte 3:0

Vielmehr führte der HSC Coburg schon 3:0 und machte selbstbewusst weiter.
In den ersten zehn Minuten gelang dem Gastgeber nicht ein einziges Törchen. Für die Kracher sorgten die Gäste, der Aufsteiger aus Oberfranken. Zwischen den Pfosten nahm Schlussmann Jan Kulhanek gleich mal einige Bälle weg, und im Angriff traf Romas Kirveliavicius wie er wollte.

Nach exakt zehn Minuten und acht Sekunden leuchtete der erste Treffer auf der Anzeigentafel für Melsungen auf: Momir Rnic hatte Kulhanek überwunden - 1:3. Für das zweite Erfolgserlebnis brauchten die Gastgeber dann nicht einmal 45 Sekunden. Jeffrey Boomhouwer verkürzte auf 2:3.

Jetzt fand die MT Melsungen etwas besser ins Spiel - allerdings ohne die Begegnung zu kontrollieren. So lag der Vorjahresvierte nach zwei Boomhouwer-Siebenmetertreffer nur kurz vorn (7:6, 19.). Aber auch danach passte bei den Schützlingen von Coach Michael Roth längst nicht alles zusammen, vieles lief schief.


Kulhanek eine "Wand"

Johannes Sellin scheiterte wiederholt an Kulhanek, und der neue Melsunger Torwart Svetislav Verkic konnte die guten Eindrücke aus der Vorbereitung nicht bestätigen.

Dabei drohte dem Serben ab der 22. Minute zumindest von Kirveliavicius kein Ungemach mehr. Dieser hatte nach einem harten Einsatz gegen Timm Schneider die Rote Karte gesehen - musste vom Feld. Zumindest darf er im nächsten Spiel wieder mitwirken.

Nach der Pause brachte Roth Villadsen für Verkic - und der Däne führte sich mit drei Glanztaten in wenigen Minuten gut ein. In der Offensive wuchtete Schneider das Leder nun per Schlagwurf in die gegnerischen Maschen. Es waren Einzelaktionen - aus dem gebundenen Spiel passierte nicht viel wie. Immerhin: Michael Müller verwertete ein Kempa-Anspiel von Zwillingsbruder Philipp (16:15, 42.).

Da sich die Coburger, die sich in keinster Weise wie ein Abstiegskandidat präsentierten, aber auch im zweiten Durchgang bei ihrer Premiere im Oberhaus teuer verkauften, blieb es lange spannend, ehe nicht der Außenseiter, sondern der Favorit überraschend auf der Strecke blieb.

"Wir haben immer an uns geglaubt. Dann kommt so ein tolles Ergebnis heraus", bilanzierte HSC-Keeper Jan Kulhanek erfreut. Er avancierte mit 18 Paraden zum Mann des Abends. Während die MT-Akteure rasch in der Kabine verschwanden, wurde er von seinen Kollegen fast erdrückt, denn die jubelten lange und verdient. - Und am Mittwoch kommt der Meister.

Statistiken: MT Melsungen - HSC 2000 Coburg 20:25 (10:11)

MT Melsungen: Verkic, Villadsen - Sellin (1), Golla, Fahlgren, Danner (2), Ph. Müller, Boomhouwer (7/4), Rnic (5/3), Schneider (3), Vuckovic, M. Müller (1), Haenen (1).

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Krechel - Hagelin, Wucherpfennig (1), Kelm (1), Weber (4), Lex (3), Coßbau (5), Riehn, Büdel (2), Harmandic (2), Lilienfelds (2), Wetzel (1), Kirveliavicius (4). - Trainer: Jan Gorr,

Schiedsrichter: Fasthoff/Behrens (Düsseldorf).
Zuschauer: 3268.

Zeitstrafen: 6 / 3.

Rote Karte: - / Kirveliavicius (21.).
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