Coburg

Gezittert, gerechnet und gesiegt

In der Luftgewehr-Bundesliga Süd erreichte die SG Coburg trotz der Niederlage gegen den Aufsteiger Königsbach mit dem Sieg gegen die HSG München als Gruppenerster die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Es herrschte eine tolle Stimmung im Heimkampf in der Sporthalle am Anger.
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Die SG Coburg kann jubeln. Als Erster der Süd-Gruppe fährt sie nun zur deutschen Endrunde ins hessische Rotenburg (von links): Schützenmeister Hans-Herbert Hartan, technischer Leiter Dieter Bassing, Lorenz Gluth, Katharina Stang, Jürgen Wallowsky, Nina-Laura Kreutzer, Niccolo Campriani und Trainer Wolfgang Nickl. Fotos: Hans Haberzettl
Die SG Coburg kann jubeln. Als Erster der Süd-Gruppe fährt sie nun zur deutschen Endrunde ins hessische Rotenburg (von links): Schützenmeister Hans-Herbert Hartan, technischer Leiter Dieter Bassing, Lorenz Gluth, Katharina Stang, Jürgen Wallowsky, Nina-Laura Kreutzer, Niccolo Campriani und Trainer Wolfgang Nickl. Fotos: Hans Haberzettl
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Coburg — Durch einen 4:1-Heimerfolg am gestrigen Sonntag über den amtierenden Deutschen Meister HSG München sicherten sich die Luftgewehrschützen der SG Coburg in der Endabrechnung der 1. Bundesliga Süd Rang eins und somit den inoffiziellen Titel des Süddeutschen Meisters.
Die Schützlinge von Trainer Wolfgang Nickl und Teammanager Dieter Bassing qualifizierten sich dadurch zusammen mit den Nächstplatzierten Der Bund München, KKS Königsbach und SSVG Brigachtal für die Finalrunde um die DM am 7./8 Februar im hessischen Rotenburg an der Fulda. Dort treffen die Vestestädter im Viertelfinale zuerst auf den Vierten der 1. Bundesliga Nord, SB Freiheit Osterode im Harz.
16 Stunden vorher drohte Jürgen Wallowsky und Co. nach einer ernüchternden 1:4-Pleite gegen den bärenstarken Aufsteiger KKS Königsbach noch das Abrutschen in der Tabelle auf Rang fünf und somit das Verpassen des Tickets für Rotenburg. Doch der Triumph gegen die HSG München und der für Coburg positive Ausgang der Auseinandersetzungen Prittlbach gegen Königsbach sowie Brigachtal gegen Petersaurach bescherten der SG Coburg den Platz an der Sonne.
Äußerst zufrieden zeigten sich die Initiatoren der SG auch bezüglich der Zuschauerresonanz von über 700 Fans am Samstag und 800 am Sonntag.
SG Coburg - KKS Königsbach 1:4: Mit großer Zuversicht gingen die Hausherren ins erste Duell mit dem baden-württembergischen Liganeuling. "Wir befinden uns in guter Form. Es gibt keine Mannschaft, die wir nicht schlagen können", lautete die Einschätzung von Routinier Jürgen Wallowsky. Doch der Schuss ging nach hinten los. Es setzte eine bittere 1:4-Niederlage. Erste Zweifel an der zu erwartenden Dominanz kamen Insidern schon beim gemeinsamen Training drei Stunden vor dem Wettkampf auf. "Königsbach hat in seinem ersten Jahr in der Eliteklasse nichts zu verlieren und wirkt sehr selbstbewusst. Unsere Leute sind dagegen ungewohnt nervös", hatte SG-Oberschützenmeister Hans-Herbert Hartan festgestellt. Sollte sich der Heimvorteil als schwere Bürde erweisen? Hartans Beobachtungen wurden Realität. Lorenz Gluth an Position drei begann mit drei Neunern, auch Nina-Laura Kreutzer kam schwer in die Gänge. Wallowsky blieb in den beiden Mittelserien verunsichert. Nach der ersten Serie hatten die Gäste in zwei Duellen die Nase vorn, Coburg in einem Zwei Paarungen standen unentschieden. "Anfangs schwächelten wir nach 20 und 30 Schuss und lagen dann aber wieder gut im Rennen", so das Zwischenfazit des Sportlichen Leiters Dieter Bassing.
Als Trumpfkarte für die Gäste sollte es sich erweisen, dass sie allesamt schneller schossen als ihre Widersacher und ihren Part früher beendet hatten. Das baute Druck auf die SG auf, denn dem sie nicht gewachsen war. Kreutzers schwache letzte Serie mündete in eine knappe Niederlage mit einem Punkt Differenz. Gluth vergab in seinem letzten Anschlag den Sieg und musste ins Stechen, in dem er unterlag.
Souverän holte Nicco Campriani gegen den französischen Weltklasseschützen Valerian Sauveplan seinen Einzelpunkt, auch Katharina Stang brachte mit 395 Ringen ihre Leistung, scheiterte aber hauchdünn. "Ich bin schwer enttäuscht, dass wir gerade zu Hause vor großer Kulisse unsere schwächste Saisonleistung ablieferten. An Nummer zwei, drei und fünf agierten wir unter unseren Möglichkeiten", bilanzierte Dieter Bassing.
Die Ergebnisse: Nicco Campriani - Valerian Sauveplan 1:0 (398:396); Nina-Laura Kreutzer - Beate Gauß 0:1 (390:391); Lorenz Gluth - Andre Link 0:1 (393:393; 8:10 nach Stechschuss); Katharina Stang - Jacqueline Messner 0:1 (395:396); Jürgen Wallowsky - Mario Nittel 0:1 (387:391). - Gesamtringzahl: 1963:1967.
SG Coburg - HSG München 4:1: Schon vor dieser Begegnung brandete Jubel in der Angerhalle auf. Prittlbach hatte seine Auseinandersetzung mit Königsbach verloren und wäre selbst bei einer 0:5-Niederlage der Vestestädter auf Grund des schlechteren direkten Vergleichs nicht mehr in der Lage gewesen, diese zu überflügeln. Entsprechend selbstbewusst trat das heimische Quintett auf. Anfangs vermochten die Münchner mitzuhalten und lagen nach der ersten Serie mit 3:2 in Front. Dann wendete sich das Blatt, auch weil die Hausherren jetzt aufs Tempo drückten. In der dritten Serie, in der sie 396 von 400 möglichen Ringen erzielten, zogen sie davon und bewegten sich mit starken 1974 Gesamtringen auf gewohnt hohem Niveau. Die Ausgeglichenheit innerhalb dieses Teams beeindruckte.
So war die erste Saisonniederlage von Nicco Campriani mitv 397 Ringen zu verschmerzen, der im vierten Stechschuss an seiner Widersacherin Selina Gschwandtner scheiterte. Für reichlich Insiderinformationen und so manches Schmankerl sorgte der fachkundige Hallensprecher Arpad von Schalscha-Ehrenfeld. "Wenn du eine Zehn schießen willst, musst du einen nur 0,5 Millimeter großen Punkt treffen", erläuterte er unter anderem den staunenden Publikum. - Die Ergebnisse: Nicco Campriani - Selina Gschwandtner 0:1 (397:397 Ringen, 9:10 nach dem vierten Stechschuss); Nina-Laura Kreutzer - Tino Mohaupt 1:0 (395:394); Lorenz Gluth - Sina Oleane Busk 1:0 (395:390); Katharina Stang - Nicole Lainer 1:0 (394:390); Jürgen Wallowsky - Justin Giesbrecht 1:0 (393:389). - Gesamtringzahl: 1974:1960.
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