Coburg
2. Handball-Bundesliga

Eine ganz enge Kiste...

...aber 24 Tore reichen gegen die starke Nordhorner. 2315 Zuschauer zitterten am Samstagabend mit dem HSC 2000 Coburg. Torwart Oliver Krechel hielt überragend und Rechtsaußen Florian Billek macht mit drei Treffern in der Schlussphase den Sack zu.
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Ein Kopf-anKopf-Rennen lieferten sich die Coburger (gelbe Trikots) am Samstagabend vor 2315 Zuschauer in der HUK-Arena mit den Gästen aus Nordhorn. Am Ende hatten Thomas Riha (rechts), Till Riehn (Nummer 21) & Co. knapp mit 24:23 Toren die Nase vorn. Foto: Albert Höchstädter
Ein Kopf-anKopf-Rennen lieferten sich die Coburger (gelbe Trikots) am Samstagabend vor 2315 Zuschauer in der HUK-Arena mit den Gästen aus Nordhorn. Am Ende hatten Thomas Riha (rechts), Till Riehn (Nummer 21) & Co. knapp mit 24:23 Toren die Nase vorn. Foto: Albert Höchstädter
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Obwohl es der HSC 2000 Coburg mal wieder unnötig spannend machte, war der knappe 24:23-Erfolg über die HSG-Nordhorn-Lingen verdient. Doch die zeigten, warum sie vergangene Saison Vierte wurden und beide Spiele gegen die Coburger gewannen. Von Vorteil aus Coburger Sicht war mit Sicherheit, dass die Gäste kurzfristig den besten Torjäger der 2. Liga ersetzten mussten.

Sie hatten oft die richtigen Antworten parat, waren zur Stelle, wenn der HSC patzte, was einen Tick zu oft passierte. Deswegen konnte sich der HSC zu keinem Zeitpunkt sicher fühlen. Wäre nicht Oliver Krechel gewesen, dann hätte der HSC das Spiel wahrscheinlich verloren.


Elffacher Torschütze fehlte

Beide Mannschaften hatten wichtige Ausfälle zu verkraften. Die HSG Nordhorn-Lingen musste mit Jens Wiese auf seinen letztwöchigen elffachen Torschützen auf der linken Rückraumposition verzichten: "Die Wade ist dicht, das hat sich schon in den letzten Minuten gegen Erlangen angedeutet, ein Einsatz ist nicht möglich", bedauerte HSG-Coach Heiner Bültmann das Fehlen des besten Feldtorschützen der Liga.



Auch "Kiwi" gehandicapt

Doch auch Jan Gorr musste mit einer schlechten Nachricht zurechtkommen: "Kiwi (Romas Kirveliavicius) wird noch in der Kabine behandelt. Er hat sich im Training eine Wadenverletzung zugezogen, sein Einsatz ist fraglich." Somit fehlten beiden Teams zu Beginn ihre Torjäger im linken Rückraum - doch Kirveliavicius kam Mitte der zweiten Halbzeit zu äußerst wichtigen Einsätzen.

"Mal sehen, wie beide Mannschaften damit umgehen, wer es besser schafft das auszugleichen", so Jan Gorr vor dem Spiel. Weiterhin musste der HSC auf die Langzeitverletzten Girts Lilienfelds und Markus Hagelin verzichten, deren Rückkehr Gorr allerdings nach dem Spiel bereits für die nächste Woche ankündigte. Hagelin war bereits wieder im Aufgebot, kam aber wie Kulhanek und Franke nicht zum Einsatz.

Somit begann auch Matthias Gerlich auf der linken Rückraumposition, bei Nordhorn übernahm Nils Meyer, eigentlich zentraler Rückraumspieler, den Part von Wiese. Zwei Mal Kelm vom Kreis, zwei Mal Gerlich per Strafwurf - das war die Bilanz zur ersten Zwei-Tore-Führung beim 4:2 (8.) für die Coburger. Diese beiden blieben lange die einzigen Torschützen.


Kirchner mit "Pferdekuss" raus

Dass der HSC den Vorsprung erhöhen konnte, lag an Oliver Krechel, der drei Mal in Folge parierte. Überhaupt stand die Abwehr sehr gut, war hochkonzentriert, so dass Nordhorn lange spielen musste, oft bis zum angezeigten Zeitspiel. Das aus dem 5:2 nicht ein 7:2 wurde lag daran, dass Sebastian Kirchner zwei Mal aussichtsreich an Björn Buhrmester im HSG-Tor scheiterte, ansonsten von seinem Gegenspieler Jürgen Rooba, der bereits nach 15 Minuten zwei Zeitstrafen kassiert hatte, kaum zu bremsen war, später aber nach einem "Pferdekuss" verletzt passen musste.

Die Partie war jetzt mit reichlich Emotionen bestückt, doch die Coburger versäumten es, ihren Vorsprung auszubauen. Vor allem Adnan Harmandic leistete sich unerklärliche Fehler, zudem fanden einige Würfe nicht ihr Ziel. Auf er anderen Seite führte Alexander Terwolbeck gekonnte Regie, glänzte mit präzisen Pässen und zielsrebigen Zug zum Kreis.

Bis "Oldie" Jiri Vitek einen Querpass herausfing und den Konter selbst zum 8:6 (21.) abschloss. Ständiger Unruheherd am gegnerischen Kreis war ein kaum zu bändigender Dominic Kelm, dessen Trikot, bearbeitet von der HSG-Abwehr, den ersten Durchgang nicht überstand.

Kelm kehrte mit der "4" auf dem Rücken, dem Trikot von Philipp Barsties, aus der Kabine zurück und sorgte beim 14:10 (32.) für die erste Vier-Tore-Führung. Doch die von Frank Schumann hervorragend organisierte HSG-Abwehr hatte den Coburger Kreisläufer immer besser im Griff.


Einige Fehlentscheidungen

Erneut versäumte es der HSC mit Fehlabgaben und vergebenen Chancen, sich abzusetzen, mussten den Gegner immer wieder herankommen lassen. Doch sie hatten dabei mit den Abprallern und einer Fehlentscheidung Pech, als die Schiedsrichter übersahen, dass bei einem Pass auf Florian Billek dessen Gegenspieler Patrick Miedema die Finger am Ball hatte, der Einwurf aber für Nordhorn gegeben wurde.

Nach 42 Minuten kam Kirveliavicius doch, hatte zur Pause selbst "grünes Licht" gegeben und es dauerte gerade mal eine Minute, bis er erstmals einnetzte und nach 46 Minuten für das 20:15 sorgte. Doch nach Coburger Treffern fielen die Gegentreffer oft zu schnell, weil man zu langsam auf Abwehr umschaltete.


Krechel verhindert Kempa-Tor

Das machten die Nordhorner geschickt und blieben auch deswegen in Schlagdistanz und warteten mit tollen Spielzügen auf. Bestes Beispiel das Kempa-Tor von Nils Meyer nach Zuspiel von Terwolbeck. Innerhalb von sieben Minuten war der Vorsprung auf einen Treffer (21:20) zusammengeschmolzen, auch weil Coburg nicht mehr den Zugriff hatte, wie die Zeit zuvor.

Zudem verhaspelte man sich im Überzahlspiel und durfte sich erneut bei Krechel bedanken, der ein zweites Kempa-Tor verhinderte. Erst Florian Billek, der vor der Pause gegen die gute HSG-Abwehr nicht wie gewohnt zum Zuge kam, erlöste sein Team mit einem Dreierpack zum Schluss und löste Wiese damit auch als erfolgreichsten Feldtorschützen der Liga ab.


HSC Coburg gegen HSG Nordhorn-Lingen 24:23 (12:10)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (ohne Einsatz) / Oliver Krechel (18 gehaltene Bälle) - Lukas Wucherpfennig (ohne Einsatz), Dominic Kelm (6), Matthias Gerlich (4/4), Sebastian Kirchner, Jiri Vitek (2), Tomas Riha, Steffen Coßbau (1), Florian Billek (6), Till Riehn (1), Adnan Harmandic (1), Micke Brasseleur (1), Romas Kirveliavicius (2).
Trainer: Jan Gorr.

HSG Nordhorn-Lingen: Björn Buhrmester (11 gehaltene Bälle) / Dennis Bartels - Nicky Verjans (6/1), Lutz Heinz (5), Frank Schumann, Pavel Mickal, Patrick Miedema (1), Nils Meyer (2), Jürgen Rooba (3), Alexander Terwolbeck (2), Luca de Boer (4), Asbjörn Madsen.
Trainer: Heiner Bültmann.

SR: Christian vom Dorff / Fabian vom Dorff (beide Kaarst).

Zuschauer:
2315.

Strafminuten:
6 (Riha 4, Vitek) - 8 (Rooba 4, de Boer, Schumann).
Siebenmeter: 4/4 - 1/4 (Verjans, Mickal und Meyer scheitern an Krechel).

Beste Spieler:
Krechel, Kelm, Billek / Schuhmann, Heiny, Terwolbeck.
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