Fürth am Berg
AUFSTIEG

Ein ganzes Dorf ist stolz auf die "Elf"

Die Fußballer der TSSV Fürth am Berg feiern einen der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit dem Kreisliga-Aufstieg.
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Auch gegen eine optische Mitwitzer Überzahl behielt die TSSV Fürth am Berg im Meisterduell kühlen Kopf.
Auch gegen eine optische Mitwitzer Überzahl behielt die TSSV Fürth am Berg im Meisterduell kühlen Kopf.
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Dienstag, 24. Mai, 20:23 Uhr: Marcel Schiller bläst ein letztes Mal in seine Pfeife. Jetzt gibt es kein Halten mehr, die ganze Anspannung, der Ballast, ja vielleicht sogar ein wenig Angst, doch noch versagen zu können, fällt ab. Die vielen Anhänger der TSSV Fürth am Berg - gefühlt war es das ganze Dorf - stürmt den Platz.
Jubelnde, tanzende Fürther. Alle liegen sich plötzlich in den Armen. Es gibt Küsschen. Tränen fließen - natürlich sind es Freudentränen.


Auch OB Rebhan jubelt

Selbst Oberbürgermeister Frank Rebhan strahlt übers ganze Gesicht, schließlich gehört sein Sohn Willy zur Meisterelf.
Auch das Neustadter Stadtoberhaupt ist stolz auf "seine" Fürther, die mit einer großen Begeisterung auf und neben dem Platz eindrucksvoll in der zurückliegenden Saison der Kreisklase 1 Coburg ihren Stempel aufdrückten.


Die Mischung passt

Die Mischung stimmt: Mit Engel, Fleißner und Torwart Murmann gibt es drei überdurchschnittliche Leistungsträger im Team. Dazu Stimmungsmacher Mai, Routinier Vorndran oder der schnelle Rebhan auf der linken Außenbahn. Nicht zu vergessen der schussgewaltige Horn, der mit seinem Doppelpack das Meisterschaftsfinale entschied und das große, erst 18-jährige Talent Knoch. Im Winter wurde mit dem Ex-Frohnlacher Aydin noch eine Verstärkung dazu geholt. Sie alle haben zusammen mit den vielen "Arbeitsbienen" in der Mannschaft den schon vor der Serie erhofften Triumph realisiert.


Innovativer Vereinsboss

Dieser große Vereinserfolg - es ist der zweite Aufstieg in die Kreisliga - hat viele Väter. Zum Beispiel Bastian Schober. Der Vorsitzende, der mit zahlreichen Initiativen und Innovationen dem Klub nach der langen erfolgreichen Lindner-Schaad-Roschlau-Ära neues Leben einhauchte. Der Diakon spricht sowohl die Sprache der jungen Akteure, hat aber auch stets ein offenes Ohr für die Traditionsfanatiker im Verein. Schober tut diesem Klub einfach gut.
Egal ob mit Facebook-Aufrufen (Aktion 1000) oder einfach nur mit selbstgemalten Transparenten, wie am Dienstagabend ("Da wo wir sind, ist oben...") - der Vereinsboss ist kein Theoretiker, sondern ein Praktiker. Er packt selbst mit an.


Oehrls glückliches Händchen

Das gleiche gilt für Matthias Oehrl. Der Spielleiter trat in die großen Fußstapfen des langjährigen "Mister TSSV" Werner Bär und fand auf diesem Posten eigene, neue Wege.
Ihm ist in den letzten Jahren mit der Verpflichtung von etlichen jungen, externen Kickern das gelungen, was vielen anderen Vereinen immer schwerer fällt - ohne finanzielle Aufwendungen und ohne unrealistischen Versprechungen!
Die Fürther Mundpropaganda kam in Fahrt. In Fußballerkreisen sprach sich schnell herum, dass sich im kleinen Neustadter Stadtteil am Rande zum Steinachtal etwas Außergewöhnliches entwickelt.


Engel macht den Unterschied

Oehrls bester Schachzug war aber zweifelsohne die Verpflichtung von Achim Engel. Vor zwei Jahren übernahm der langjährige Bayern- und Landesligaspieler (VfL Frohnlach, TSV Mönchröden, FC Adler Weidhausen) und Ex-Erfolgscoach der TSV Gestungshausen als Spielertrainer die ungestüme rot-schwarze Truppe.
Mit viel Disziplin und einem für die Kreisklasse überdurchschnittlichen Maß an taktischer Raffinesse formte er binnen 20 Monaten ein Spitzenteam. Er selbst ist unersetzlich, ohne ihn tut sich die Truppe schwer, ist nach Meinung vieler Beobachter ohne den "Chef" sogar nur die Hälfte wert.
Engel, der noch als 17-Jähriger zu Beginn seiner erfolgreichen Spielerkarriere im Trikot der Fürther einen Relegationsmarathon verlor und bittere Erfahrungen sammeln musste, schürte mit einem nicht ganz unumstrittenen Interview in unserem Internet-Partner-Portal "Anpfiff.info" die Stimmung vor dem Steinachtal-Derby noch zusätzlich an. Doch der "Lange" ließ seinen markanten Sprüchen am Dienstagabend beim hochverdienten 3:1-Sieg gegen den FC Mitwitz II auch große Taten folgen. Er war der beste Mann auf dem Platz. Seine Kritiker - vor allem die aus Mitwitz - verstummten schnell.
Seine Spieler und viele Fans schlüpften unmittelbar nach dem Schlusspfiff schnell ins schon vor einigen Tagen gedruckte "Aufsteiger-T-Shirt" - für ein "Meister"-Hemd fehlte den Fürthern vielleicht ein wenig der Mut - und feierten bis spät in die Nacht. Allerdings soll die Spontanfete nach zuverlässigen Tageblatt-Informationen erst der Anfang der großen Sause in Fürth am Berg gewesen sein.
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