Ebersdorf
Sportschiessen

Der Traum kann wahr werden

Die SG Ebersdorf ist davon überzeugt, dass der Aufstieg in die 2. Liga Süd mit der Luftpistole Realität wird.
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Torsten Spickmann als Trainer und aktiver Schütze in der Pistolen-Mannschaft ist zuversichtlich, dass seine SG Ebersdorf den Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga Süd in München erfolgreich bestreiten wird. Foto: Martin Zillig
Torsten Spickmann als Trainer und aktiver Schütze in der Pistolen-Mannschaft ist zuversichtlich, dass seine SG Ebersdorf den Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga Süd in München erfolgreich bestreiten wird. Foto: Martin Zillig
Einmal in der Endrunde zur deutschen Meisterschaft stehen, am besten in Coburg neben den Luftgewehrschützen der SG Coburg Das ist ein Traum von Torsten Spickmann, dem Trainer und aktiven Schützen bei der SG Ebersdorf. Doch jetzt schnuppert die SGE im Luftpistolenschießen jetzt erst einmal am Aufstieg in die 2. Bundesliga-Süd.
Doch dieses Nahziel ist keine Utopie wie der Oberschützenmeister der SG Ebersdorf, Torsten Spickmann, verdeutlicht. Die Luftpistolen-Mannschaft hat die Bayernliga Nord-Ost dominiert und mit 28:0 Punkten abgeschlossen. Der Lohn war der Meistertitel und die Fahrkarte zu den Aufstiegskämpfen nach München-Hochbrück am Samstag, 9. April.


Zwei von acht Teams schaffen es

Dort wird die Mannschaft aus dem Landkreis Coburg auf die anderen Sieger und Zweitplatzierten der anderen drei Bayernliga-Gruppen treffen.
Zweimal müssen alle Mannschaften dort ihr Können beweisen und am Ende steigen die beiden besten Teams auf.
Der Unterschied zu den Rundenwettkämpfen besteht darin, dass es keine Duelle Mann gegen Mann gibt, sondern nur das reine Ergebnis zählt. Ein kleiner Nachteil für die SG Ebersdorf, die extrem ausgeglichen aufgestellt ist und zudem in den bisherigen Duellen immer Nervenstärke bewies. Aber auch das Gesamtergebnis nach einer Runde, das sich zwischen 1840 und 1865 Ringen bewegt (pro Schütze etwa 370 Ringe), kann sich mehr als sehen lassen.
Spickmann ist zuversichtlich, dass die bekannte Olympia-Anlage in Hochbrück ihm und seinen Jungs liegt, auch wenn sie erst kürzlich renoviert wurde und Lichtverhältnisse und Bodenbelag erst wieder in den Griff zu bekommen sind.


Eine neue Mannschaft

Das aktuelle Ebersdorfer A-Team besteht erst seit 2015 und umfasst neun Mann. Nur Torsten Spickmann und Julian Gaiser sind aus der Aufstiegsmannschaft zur Bayernliga übrig geblieben. Sieben erstklassige Pistolenschützen kamen dazu und sorgten für den Aufschwung, gleich im ersten Jahr Bayernliga.
Benjamin Gräf (Selb), Daniel Clauß (aus Sachsen), Raik Schubert (Ingolstadt), Waldemar Penner (Ebersdorf), Marcel Rehnig (Bamberg), Florian Milles (Bamberg) und Rüdiger Kastner (Selb/Mentalcoach) sind die sieben Neuen, die voll eingeschlagen haben.
Alle neun Schützen und eine kleine Schar von Fans werden mit nach München fahren und mithelfen, die 2. Bundesliga zu erreichen, wenngleich pro Wettkampf nur fünf schießen dürfen.
Gräf, Clauß, Schubert, Penner und Rehnig werden im ersten Wettkampf antreten, der um 10 Uhr beginnt.


2. Wettkampf ab 13.45 Uhr

"Dann wird man sehen, ob ich oder ein anderer Schützen im 2. Anlauf ab 13.45 Uhr zum Einsatz kommt. Wichtig ist allein das Ziel - 2. Bundesliga", fasst Spickmann die Erwartungen zusammen. Sein Team ist auch von der Struktur im besten Schützenalter. Von 22 Jahren (Marcel Rehnig) bis zu Spickmann selbst (40) reicht diese Spannweite.


Ein ernsthafter Konkurrent

Bei den Konkurrenten hat Spickmann auch ein Team ausgemacht, dass von den Leistungen her sehr zu beachten ist. "Die Adlerschützen Unteriglbach schießen in unserem Bereich, wenngleich auch die anderen sechs Konkurrenten bei einem guten Tag eine Gefahr sein können."
Aus der gleichen Bayernliga-Gruppe Nord-Ost ist auch die SG Neudrossenfeld als Tabellenzweiter am Aufstiegsstand, der aber in den Rundenwettkämpfen von der SG Ebersdorf klar beherrscht wurde. Dynamit Fürth II, Greding, Rettenbach, SG Raisting und Eintracht Garching sind die weiteren Konkurrenten für das "Finale".
Trotz aller sportlichen Ziele sieht Torsten Spickmann seine SG Ebersdorf als Breitensportverein. Von den 150 Mitgliedern sind 35 im Liga-Schießbetrieb in sechs Mannschaften integriert. Der Schwerpunkt liegt da auf der Pistole, wenngleich auch das Luftgewehr seinen Platz hat.
Stolz ist Spickmann zudem, dass im Vereine fünf Trainer (plus zwei in der Jugend) intensiv für die Fortbildung sorgen. Eine erstaunliche Zahl, wenn man einbezieht, dass in Oberfranken insgesamt nur 95 Trainer arbeiten.


Nummer eins in Oberfranken

Oberfranken ist auch ein gutes Stichwort, wenn es um die 2. Luftpistolen-Bundesliga geht. Sollte die SG Ebersdorf tatsächlich aufsteigen, wäre sie dort der einzige Klub aus Oberfranken, da Münchberg aktuell als Letzter der Südstaffel abgestiegen ist.
Klar ist auch, dass die aktuelle SG-Mannschaft für 2016/17 zusammenbleibt. "Auch bei einem Aufstieg wären wir sicher in der Lage, die 2. Liga im ersten Jahr zu halten", so Spickmann.
Finanziell sei es zudem auch kein Risiko, denn lediglich eine Kaution von 1050 Euro sind pro Saison zu hinterlegen. "Abgesehen vom Fahrtgeld und Verpflegung bei den Wettkämpfen hält sich auch der sonstige Aufwand in Grenzen, wenngleich Sponsoren bei uns immer gerne gesehen und wichtig sind", schätzt Spickmann die Situation ein.


Spaß und Erfolg

Klar stellt er auch, dass seine Schützen nichts verdienen: "Sie schießen aus Spaß, wollen aber den Erfolg." Der nächste Schritt, eventuell einen Top-Ausländer zu verpflichten, um noch stärker zu werden, ist noch nicht erreicht: "In der 2. Liga haben nur die ganz großen Klubs an Position eins oder zwei einen starken Ausländer im Team. Das ist aber eher die Ausnahme."
Abwarten, was vielleicht einmal ein Aufstieg in die 1. Luftpistolen-Bundesliga bringt - jetzt gilt es, sich auf den möglichen Aufstieg in die 2. Liga zu konzentrieren.
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