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Coburger FCB-Fans: enttäuscht, aber auch stolz

Das Ausscheiden der Münchner im Viertelfinale der Champions League hallt auch bei FCB-Anhängern und Vertretern aus Sport und Politik im Kreis Coburg nach.
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Der ungarische Referee Viktor Kassai zeigt Arturo Vidal die Gelb-Rote-Karte. Die Bayern-Stars können es nicht fassen.  Foto: Andreas Gebert/dpa
Der ungarische Referee Viktor Kassai zeigt Arturo Vidal die Gelb-Rote-Karte. Die Bayern-Stars können es nicht fassen. Foto: Andreas Gebert/dpa
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Wer am Mittwochmorgen Google bemüht und nur die Buchstaben "Schied..." eingibt, bekommt die automatische Ergänzung "Schiedsrichter Viktor Kassai" sofort dazu. Der Weltschiedsrichter des Jahres 2011 leitete das Champions-League-Rückspiel zwischen Madrid und dem FC Bayern (4:2), und zog sich dabei mit seinen Entscheidungen den Unmut und die unfreiwillige Aufmerksamkeit der Fans und Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters zu.

Auch bei Bayern-Anhängern aus der Region Coburg, aber auch bei eher neutralen Beobachtern aus dem Sport- und Politikbereich, fällt bereits nach wenigen Sekunden das Stichwort "Fehlentscheidungen". Die einheitliche Meinung lautet aber auch: Der Referee hat eine Rolle gespielt, war aber sicher nicht alleine für das Viertelfinal-Aus der Bayern verantwortlich.

Norbert Scholz, Präsident des Coburger Bayern-Fanclubs Red Residenz 01 und Organisator des "Traumspiels" am 20. August, hat das Spiel zu Hause mit der ganzen Familie und Vorstandskollegen des Fanclubs, geschaut: "Jeder war nach dem 2:1 euphorisch, wir haben gedacht, wir reißen das wie in früheren Jahren noch herum." Als krasse Fehlentscheidungen bewertet er die zwei "Abseits-Tore" von Real und die zweite gelbe Karte von Arturo Vidal. "Es ist zwar schade, dass es in der Königsklasse wieder nicht fürs Finale gereicht hat, aber das Leben geht weiter", sagt Scholz. Dass nun im vierten Jahr in Folge für die Münchner in der Champions League immer gegen eine spanische Mannschaft Endstation war, hänge mit Kleinigkeiten zusammen. "Es liegt nicht an der Qualität der Mannschaft. Auch das ,Mia san Mia'-Gefühl hat man gegen Real deutlich gespürt, vor allem in Unterzahl", so Scholz.

Mittendrin im Bayern-Fanblock im altehrwürdigen Estadio Santiago Bernabéu war Julian Wohlrath aus Gestungshausen. In der Halbzeit kam es dort zu einem größeren Einsatz der Polizei. "Unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff marschierte die Polizei mit etwa 50 bis 80 Beamten in den Gästeblock ein. Man störte sich wohl an einer Zaunfahne, die man dann sofort eigenhändig und nicht gerade zimperlich entfernte", berichtet der 24-jährige Bayern-Anhänger. "Daraufhin entstand zunächst eine Diskussion und im Anschluss eine kleine Schubserei mit den Fans aus den vordersten Reihen, in Folge dessen die Polizei mit ihren Knüppeln absolut unverhältnismäßig auf so ziemlich alles und jeden einschlug."

Ähnlich bewerteten die Situation auch die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters und haben Beschwerde bei der UEFA gegen das Vorgehen der spanischen Polizei eingelegt.


Lokale Stimmen zum Spiel

Robert Wehrfritz (Oberstudienrat am Gymnasium Casimirianum und Ehrenvorsitzender des BBC Coburg): "Es ist schade, dass so ein wichtiges Spiel auf diesem Niveau von mehreren Fehlentscheidungen maßgeblich beeinflusst wurde. Ich bin mir aber sicher, dass die Bayern jetzt das nationale Double holen. Sie haben einen großen Kader und aufgrund der Leistungen in der Bundesliga wäre das auch hochverdient."

Maximilian Neeb (Bayern-Fan und Stadtrat aus Seßlach): "Ich bin stolz und ziehe meinen Hut vor der kämpferischen Leistung des Teams. Insbesondere die angeschlagenen Spieler haben sich gequält und bis zum Ende gekämpft. Natürlich ist man enttäuscht und wütend über die krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Die Schuld alleine beim Schiedsrichter zu suchen, wäre aber auch falsch. Es war glücklich, nach der 2. Halbzeit im Hinspiel überhaupt noch die Chance auf ein Halbfinale zu haben. Die Mannschaft hat im Rückspiel alles gegeben. Auf diese Leistung bin ich stolz. Leider hat es nicht gereicht."

Jan Gorr (Trainer HSC 2000 Coburg): "Ich hatte mir erhofft, dass die Bayern mit viel Selbstbewusstsein in Madrid auftreten. Das haben sie getan und auch über weite Strecken eindrucksvoll gezeigt, was in ihnen steckt. Dass es unter dem Strich nicht gereicht hat, wird natürlich zu Recht mit unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen in Zusammenhang gebracht. Was man allerdings auch nicht vergessen darf, im Hinspiel hatte man mit dem verschossenen Elfer und der fahrlässig eingehandelten Gelb-Roten Karte einen durchaus erwähnenswerten Eigenanteil am Ausscheiden."

Matthias Haufer (Sportlicher Leiter BBC Coburg): "Die Bayern haben gerade in Anbetracht ihrer Verletzungssorgen in Madrid eine kämpferisch starke Leistung gezeigt. Die Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns haben ihnen sicher nicht geholfen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich am Ende die insgesamt bessere Mannschaft durchgesetzt hat. Auf diesem Niveau sind Individualisten entscheidend und da hat Real mehr zu bieten."


Tickets fürs Traumspiel


Termin Eintrittskarten für das Traumspiel am 20. August im Coburger Dr. Stocke-Stadion werden im Mai verkauft. Den genauen Termin und die Verkaufsstellen gibt der Fanclub in Kürze bekannt. Aktuelle Informationen gibt es unter traumspiel-coburg.de.
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