Coburg
Basketball

"Bedingungen in Coburg sind perfekt"

Kevin Eichelsdörfer zieht die Fäden im Spiel des BBC Coburg. Im Interview spricht er über das Spiel gegen seinen Ex-Klub Breitengüßbach und seine Zukunft.
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Kennen sich schon seit ihrem zweiten Lebensjahr: Die BBC-Leistungsträger Kevin Eichelsdörfer (rechts) und Steffen Walde  Foto: Matthias Haufer
Kennen sich schon seit ihrem zweiten Lebensjahr: Die BBC-Leistungsträger Kevin Eichelsdörfer (rechts) und Steffen Walde Foto: Matthias Haufer
"Basketball ist mein Leben." Wenn man in die Augen des Point Guards schaut, während er von seinen Basketball-Anfängen spricht, erkennt man schnell, dass es sich dabei um kein Lippenbekenntnis handelt. "Ich habe mit drei Jahren mit meinem Papa auf der Straße angefangen, Ballhandling zu üben", erzählt der 25-Jährige, der Gymnasial-Lehramt in Bayreuth studiert. "Mit knapp 1,73 Meter ist er früher immerhin in die Bayern-Auswahl gekommen. Alles was ich basketballerisch kann, hat er mir beigebracht." Über Vergangenheit und Zukunft äußert sich Kevin Eichelsdörfer im Interview mit dem Coburger Tageblatt.

Herr Eichelsdörfer, vor knapp 20 Jahren haben Sie mit sechs Jahren beim TTL Bamberg das Basketballspielen begonnen. Am Wochenende sind Sie als großer Favorit ausgerechnet gegen den Zweitregionalligisten TTL im Viertelfinale des Bayernpokals ausgeschieden. Wie kam die Niederlage zustande?
Kevin Eichelsdörfer: Man muss ganz ehrlich sagen, dass der TTL richtig stark aufgespielt hat - ihr Energielevel war wesentlich höher als unseres. Sie haben vor allem in der ersten Halbzeit deutlich besser verteidigt. Wir hatten einen Tag vorher ein sehr anstrengendes Spiel in Herzogenaurach, da waren wir auch durch die verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfälle einfach nicht auf dem gleichen Level wie am Vortag.

Das Spiel war kurios. Coach Simon Bertram musste nach seinem zweiten technischen Foul die Halle verlassen. Dazu wurde vor dem Spiel ein Korb heruntergerissen, das Spiel musste 30 Minuten später starten. Haben sie so etwas schon einmal erlebt?
Tatsächlich ist das in meiner Karriere zuvor schon einmal passiert. Da hat man es auch irgendwie wieder geschafft, den Korb zu reparieren. Es ist natürlich blöd, wenn man sich warm gemacht hat und man dann nach so einem Vorfall wieder auf die Bank muss und abkühlt. Da ist nicht die perfekte Vorbereitung, aber den TTLlern erging es ja genauso, das war also für beide der gleiche Nachteil.

Am Samstag geht es in der Liga weiter beim TSV Breitengüßbach, einem weiteren Ex-Klub von Ihnen. Ein besonderes Spiel für Sie?
Auf jeden Fall. Immer wenn man gegen seine ehemalige Mannschaft spielt, ist man noch ein Stückchen extra motiviert. Man will zeigen, was man alles bei seinem neuen Team gelernt hat. Ich kenne alle Breitengüßbacher - mit ein, zwei Jungs bin ich noch richtig gut befreundet.

Apropos Freunde, mit Ihrem Teamkollegen Steffen Walde sind Sie seit Kindesbeinen eng verbunden. Sie spielten gemeinsam beim TTL und Breitengüßbach, waren in der gleichen Klasse und Schulmannschaft. Was zeichnet Ihre Freundschaft aus?
Er ist genauso so ein Spaßvogel wie ich es bin. Wir haben einfach immer Gaudi, sei es auf dem Spielfeld oder außerhalb. Wir sind wie Pech und Schwefel und verstehen uns blind. Ich unternehme mehrmals die Woche etwas mit ihm.

Zum Beispiel?
Am liebsten zocken wir das Videospiel NBA 2K. Auch wenn Steffen etwas anderes sagen wird, aber er weiß ganz genau, dass ich an der Konsole der Bessere bin (schmunzelt). Ansonsten gehen wir mit Freunden Essen oder nach einem Sieg auch mal in der Stadt feiern.

In Bayreuth haben Sie zwei Jahre bei der Bundesliga-Mannschaft mittrainiert. Sie waren kurz davor, Profi zu werden. Warum hat es am Ende nicht geklappt?
Jeder, der mal höherklassig gespielt hat und in Organisationen wie dem Jugendprogramm der Brose Baskets dabei war, versucht irgendwann, sein Geld mit Basketball zu verdienen. Mir standen immer wieder Verletzungen im Weg. Trotzdem habe ich es in Bayreuth geschafft, etwas Bundesliga-Luft zu schnuppern. Wenn ein, zwei Sachen anders gelaufen wären, hätte ich es damals vielleicht auch in die feste Rotation geschafft. Letztendlich musste ich mich entscheiden, ob ich mich auf die Uni konzentriere oder ernsthaft versuche in der Bundesliga Fuß zu fassen. Und da habe ich mich für die sicherere Variante und das Studium entschieden. Und das bereue ich im überhaupt nicht. Ich bin glücklich, wo ich jetzt stehe.

Aktuell stehen Sie mit dem BBC Coburg auf dem 1. Platz in der 1. Basketball-Regionalliga und kurz vor dem Aufstieg in die ProB. Wie geht es bei Ihnen nächste Saison weiter?
Es gab schon Gespräche mit der Vereinsführung. Ich spiele sehr gerne in Coburg und ich glaube auch der BBC hat Interesse, dass ich bleibe. Die Mannschaft ist super und die Bedingungen hier sind einfach perfekt. Von der Organisation her, ist Coburg meiner Meinung nach schon ProB- bzw. fast schon ProA-tauglich. Ich glaube nicht, dass es in der Regionalliga schon mal eine Mannschaft mit so vielen Fans wie in Coburg gab.

Das Gespräch führte Maximilian Glas.

Lesen Sie in der nächsten Woche: Interview mit Steffen Walde über das "Erlebnis" HUK-Arena, den sportlichen Unterschied zwischen Regionalliga und ProB und seiner Rolle in der Mannschaft.



Das ist Kevin Eichelsdörfer:


Geburtsdatum 15. Jan. 1992
Größe 1,86 Meter
Position Point Guard/Shooting Guard
Vorherige Stationen TTL Bamberg, TSV Tröster Breitengüßbach, Medi Bayreuth
Beruf Student - Gymnasial- Lehramt für die Fächer Sport, Chemie und Geographie
Statistiken 16/17 5,8 Punkte pro Spiel, 1,6 Rebounds und 2,2 Assists
Das sagt Steffen Walde:
"Wir sind komplett auf einer Wellenlänge. Kevin ist absolut zuverlässig - wenn man ihn braucht, ist er da. Auf dem Feld zeichnen ihn seine Passqualitäten und seine Spielübersicht aus. Er kann das Spiel schnell machen und findet mit seinem Dribbling die freien Mitspieler. Trotzdem kann er auch selbst kreieren und hat hat einen guten Dreipunktewurf." mg
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