Neustadt bei Coburg
Ausstellungseröffnung

"Spielzeug aus der Region" hat sich wieder in Neustadt versammelt

Die Puppenstadt Neustadt ist auf der Zielgeraden zum internationalen Puppenfestival. Die Spielzeugausstellung ist der Startschuss dafür.
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Ausstellungsleiter Klaus Bauer (links) gibt gerne Informationen.  Foto: Manja von Nida
Ausstellungsleiter Klaus Bauer (links) gibt gerne Informationen. Foto: Manja von Nida

Vor 115 Jahren (1904) gründeten die Brüder Max und Otto Hausser in Ludwigsburg eine Spielzeugfirma. 1937 zog die Firma nach Neustadt bei Coburg um und gab den Menschen in der Region Arbeit. Nach 46 Jahren ging das Neustadter Unternehmen 1983 in Konkurs. Jedoch die Erinnerungen und zahlreiche Exponate sind geblieben. Dafür sorgen seit drei Jahrzehnten Neustadts engagierte Sammler- und Briefmarkenfreunde (SBF). In Ausstellungen präsentieren sie Kinderspielzeug und Kinderspiele, mit denen sich Generationen von Mädchen und Jungen vergnügten.

Am Dienstagabend wurde die Schau "Spielzeug aus der Region" eröffnet. Besucher könnten bis zum 14. Juni ein buntes Kaleidoskop Neustadter Spielzeughersteller-Geschichte hautnah erleben, sagte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) in der Kultur.werk.stadt zur Eröffnung der Ausstellung, Auftakt des internationalen Puppenfestivals. Sicherlich würden alle die weltweit bekannten Spielwaren der ehemaligen Firma O. & M. Hausser kennen. Besonders jene kleinen Figuren, die nun der Öffentlichkeit präsentiert würden. "Mit dieser Schau bereichert unser engagierter Verein stets das Puppenfestival und ist damit zu einem ganz wesentlichen Baustein avanciert. Das ist immer der eigentliche Startschuss zum Puppenfestival", sagte Frank Rebhan. Zahlreiche Helfer hätten sich ins Zeug gelegt, um den Neustadtern, den Gästen aus Sonneberg und auch von sehr weit her die Spielzeugherstellung begreiflich zu machen. Die meisten damals hergestellten Figuren seien entsprechend des politischen Umfeldes Soldaten und Kriegsspielzeug gewesen, erklärte Rebhan, jedoch auch exotische und heimische Wildtiere sowie Haustiere.

Was im Krieg passierte

Materialmangel durch Kriegsabgaben unterbrach zwangsläufig die Figurenproduktion während des Zweiten Weltkrieges. Nach Kriegsende wurde weiter produziert. Viele dieser Nachkriegsprodukte tragen daher die Kennzeichnung "made in US-Zone". Die Söhne Kurt und Rolf Hausser gründeten in Neustadt 1952 die Hausser Holzspielwaren GmbH zur Herstellung von Holzspielwaren und Kinderfahrzeugen, die 1960 mit der Muttergesellschaft "O. & M. Hausser" verschmolz. Zum Firmenverbund Hausser zählte auch die 1948 gegründete "Greiner und Hausser GmbH". "1983 ging die Firma leider in Konkurs. Ich gehöre noch zu der Generation, ich sage mal zu der betrogenen Generation, wo die Mutter die große Schachtel, die im Keller war, mit den ganzen Figuren irgendwann, ohne nachzufragen, weggeschmissen hat. Und vielen Neustadtern erging das ähnlich", bedauerte Frank Rebhan.

Mit etwas Glück bekommen Ausstellungsbesucher einen Preis. Jeder erhält dazu eine Teilnehmerkarte, aber natürlich entscheidet das Losglück.



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