Haarbrücken

Spielplatz auf vier Rädern

Die Jungen und Mädchen des Haarbrücker Kinderhauses haben ihren neuen Bauwagen in Besitz genommen. Einmal in der Woche steht ein Waldtag auf dem Programm.
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Ob bei Regen, Wind oder Sonne: Die Kinder in Haarbrücken haben mit ihrem neuen Bauwagen einen neuen Abenteuerort. Foto: Manja von Nida
Ob bei Regen, Wind oder Sonne: Die Kinder in Haarbrücken haben mit ihrem neuen Bauwagen einen neuen Abenteuerort. Foto: Manja von Nida
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Sankt Martin führte die Kinder des Haarbrücker Kinderhauses am Freitagabend direkt zu einer großen Überraschung: Mit ihren Laternen folgten sie ihm singend durch die Straßen und dann in den finsteren Wald, in dem er auf seinem Pferd verschwand. Doch nicht, um sie zu erschrecken ...

In den Waldbäumen leuchteten Lichtersterne von den Zweigen und kleine Mobiles, die die Kinder zuvor gebastelt hatten. Dann kam die Überraschung: Die Kinder entdeckten den neu erworbenen Bauwagen mitten im Wald für ihren abenteuerlichen Waldtag in der Woche. "Mit Hilfe vieler Eltern haben wir den Bauwagen schön kuschelig gemacht, als unseren Aufbewahrungsort, mit einem kleinen Holzspielplatz davor in der Natur", sagte Leiterin Karin Bauersachs.

"Mal was ganz anderes"

Neugierig inspizierten die Kleinen ihren Abenteuerspielplatz und waren kaum zu bändigen. Stefanie Martin aus Rüttmannsdorf/Bergdörfer war vom Waldspielplatz genau so begeistert wie ihre Buben, Schulkind Leon, Kindergartenkind Lukas.

"Ich finde das hier super, ist mal etwas ganz anderes, die Kinder können das alles so genießen. Sie haben ihre Laternen sogar auch im Kindergarten gebastelt". Leon geht jetzt in die erste Klasse der Haarbrücker Grundschule.

Und weil die Schulkinder hier auch mal Kindergartenkinder waren, kommen sie jedes Jahr zum Martinsfest immer wieder gerne her. "Lukas hatte ja einen kleinen Text aufsagen dürfen, den wir daheim schon immer geübt haben. Da war er aber ganz stolz und hatte sich richtig gefreut", verriet Mutter Stefanie.

Auch Erstklässlerin Linda war mit ihrer ihre Kindergartenfreundin Stella zum Martinsfest gekommen. "Der Sankt Martin hat tolle Sachen gemacht, und das feiern wir jedes Jahr, weil die Menschen das nicht vergessen dürfen", wussten die Mädels. Paulina und Sophie, Schulkinder der Heubischer Schule, waren mit ihren kleinen Brüdern Henry und David ebenso gekommen, "weil das Martinsfest hier immer so schön ist".

Sankt Martin als Vorbild

Um den 11. November herum erinnern überall Martinsfeste an die Solidarität von Sankt Martin, jenem Bischof aus Tours, der armen und ausgestoßenen Menschen Beachtung und Mitgefühl schenkte. Sankt Martin konnte teilen und zwar das, was er gerade besaß. Und das machten die Kinder im evangelischen Kindergarten "Kinderhaus der Begegnung" in Haarbrücken Freitagabend dann auch und feierten fröhlich ihr Martinsfest mit einem Martinsumzug und mit Sankt Martin auf einem echten Schimmel, Martins-Bretzeln, Kinderpunsch und mit einem Martinsfeuer. Eine großartige Überraschung wartete dann auf die Kinder im dunklen Wald! Hoch zu Ross kam Sankt Martin Haarbrücken angeritten. Am Haus der Begegnung warteten draußen bereits die vielen kleinen Kinder mit ihren Eltern und ganz vielen Freunden auf ihn und begrüßten ihn singend. Eine kleine Aufführung erinnerte an Sankt Martins gute Tat. Die Kinder hatten bereits fleißig die Martinsgeschichte gelernt. Diese trugen sie den Eltern vor: "Sankt Martin sah einen Bettler am Wegrand. Viele Menschen gingen vorüber. Doch er zögerte keinen Augenblick, stieg von seinem Pferd, schnitt mit dem Schwert seinen prachtvollen Mantel in zwei Teile und gab dem bettelnden Menschen eine Hälfte. Martin beschloss, kein Soldat mehr zu sein, legte sein Schwert ab und wollte den Menschen Gutes tun und der Kirche dienen. Das machte Martin glücklich, deshalb feiern wir heute das Martinsfest".

Und dann erzählte Susanne Greiner-Schunk, Sankt Martin habe im Traum Jesus gesehen, und Jesus habe um die Schultern die rote Mantelhälfte getragen, die er eigentlich dem Bettler geschenkt habe. War vielleicht gar Jesus der Bettler, fragte sich Martin. So wurde Martin den Menschen zum Vorbild der Nächstenliebe.

Nach dem Waldbesuch wurde das Martinsfest am Haus der Begegnung ganz romantisch. Sankt Martins gute Tat schmeckte allen auf der Zunge. Ein kleiner Martinsbasar bot kleine Geschenke und der erste Glühwein wärmte die Erwachsenen.

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