Rödental
Miniaturwelten

Spektakuläre Eisenbahn-Szenerie

"Faszination Eisenbahn" war der Titel der 25. Ausstellung der Modellbahnfreunde Rödental. Die Vielfalt, aber auch die Technik der Anlagen begeisterte.
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Stolz präsentierte die Jugend Bürgermeister Marco Steiner ihre Anlage.Wolfgang Desombre
Stolz präsentierte die Jugend Bürgermeister Marco Steiner ihre Anlage.Wolfgang Desombre
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Die Vielfalt der Modelleisenbahn-Anlagen, von den Spuren N bis hin zur Fünf-Zoll-Außenbahn, begeisterte am Wochenende viele Eisenbahn-Fans aus nah und fern in der Domäne. Kurz nach der Eröffnung gab es auf Facebook bereits über 300 "Gefällt mir"-Klicks. Die Liebe bis hin ins kleinste Detail war bei aller Technik immer zu erkennen. Modellbauer von den Rödentaler Modellbahnfreunden, aber auch viele Gäste von befreundeten Vereinen präsentierten ihre Eisenbahnanlage.
"Die Digitalisierung ist in die Welt der Modelleisenbahn bereits eingezogen und bringt Kinder und Jugendliche zu diesem faszinierenden Hobby", sagte Rainer Gillde, Vorsitzender der Rödentaler Modellbahnfreunde. Bei der Modelleisenbahn gebe es immer was zum Tüfteln und Verändern. Bei diesem Hobby profitierten Jung und Alt voneinander, denn die jugendlichen Modellbauer seien mit der modernen Technik groß geworden und könnten diese an die etwas älteren Eisenbahnfreunde weitergeben. Er könne sich noch gut daran erinnern, als 1991 die erste Ausstellung geplant wurde und der Verein in eine ungewisse Zukunft blickte.
Die jährliche Modellbahnausstellung hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt und seit 17 Jahren in der Domäne in Rödental einen festen Veranstaltungsort. Dieses Gebäude, so erklärte es Altbürgermeister Gerhard Preß, sollte nicht nur als Fahrzeughalle genutzt werden, und bereits 2018 würden 30 Jahre Restauration gefeiert.


Gut 20 Meter lange Anlage

Ein Highlight der Ausstellung war die Anlage "Karlsberg" mit der Spur N von Karl-Heinz Friedel. Auf der gut 20 Meter langen Anlage können 20 Züge fahren. Das Gründungsmitglied hat Scheunen, Brücken und den Staudamm selbst gebaut. Für die Weinberge hat er 3000 Weinstöcke einzeln eingesetzt und begrünt.
"Erster Schnee" lautete das Motto des Rudolstadter Modellbahn-Clubs. Originalgetreu wurde hier die Oberweißbacher Bergbahn im Thüringer Schiefergebirge nachgebaut, die den an der Schwarzatal-Bahn gelegenen Haltepunkt "Obstfelderschmiede" mit der Gemeinde Cursdorf verbindet.
Ein Stück Heimat hat sich der Redakteur eines Verlages für Modelleisenbahnen, Franz Ritter, mit seiner Privatanlage geschaffen. Diese stellt zwei Bahnhöfe sowie sein original nachgebrautes Elternhaus in seiner Heimat in Mecklenburg-Vorpommern dar. Während in Mecklenburg die Fachwerkhäuser in weißer Farbe gehalten sind, wurden in Vorpommern rote Ziegelsteine verwendet.


Brems- und Motorgeräusche

Mit einer computergesteuerten Beleuchtungssimulation werden mehr als 300 LEDs der Straßenbahnanlage von Rainer Gillde gesteuert. Der Vorsitzende der Rödentaler Eisenbahnfreunde hat hier eine handliche Anlage geschaffen, die einen Bahnhofsvorplatz einer größeren Stadt zeigt, auf dem bis zu acht Straßenbahnen fahren können. Gewitter und Regen werden hier auf kleinstem Raum simuliert, und diese spektakuläre Szenerie zog die Blicke der Besucher auf sich.
In vielen Anlagen hat das Soundsystem Einzug gehalten, sagte Christian Gudde von den Eisenbahnfreunden Rödental. Brems- und Motorgeräusche wurden im normalen Eisenbahnverkehr aufgenommen und auf einen Chip programmiert.
Die Jugendanlage zeigt zwei Bahnhöfe, einen Truppenübungsplatz, einen mit Leben erfüllten Campingplatz sowie einen naturgetreu gestalteten Bachlauf. Mit eingefärbtem Sand und kleinen Kieselsteinen, flüssigem Gießharz sowie einer feinen Masse als oberste Schicht, die die Gischt darstellt, werden so Bäche und Flüsse nachgebaut, erklärte Gudde.
Rödentals Bürgermeister Marco Steiner (FW) war der Einladung der Modellbahnfreunde gefolgt - trotz der Feuerwehr-Großübung am Froschgrundsee. Steiner hat selbst eine Eisenbahnanlage daheim, zeigte sich an der modernen Technik interessiert und fachsimpelte mit den "Eisenbahnern". Mehrere Züge gleichzeitig fahren lassen zu können, und dies mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, sei einfach toll, schwärmte Steiner.


Schweizer Dorf mit Skipiste

Nach Vorbild der Rhätischen Bahn wurde die Schweizer Winteranlage der Familie Röhrkaste nachgebaut. Alle Häuser und Figuren wurden selbst angefertigt. So entstand ein Schweizer Dorf mit einem Weihnachtsmarkt und einer Skipiste, wo Wintersportler ihrem Hobby nachgehen. Vater Wilhelm hat die Figuren modelliert, Sohn Ruben hat sie bemalt.
Für die kleinen Ausstellungsbesucher war der Outdoor-Rundkurs mit einer akkubetriebenen Fünf-Zoll-Lok ein Erlebnis der besonderen Art. Richtig gedampft hat es hingegen bei der Schmalspurbahn, bei der eine Neubau-Lok aus dem Harz, der sogenannte Harzbulle, die Waggons hinter sich herzog.


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