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Landratswahl

SPD setzt auf Martin Stingl als Kandidat für das Amt des Coburger Landrats

Die Nominierungsversammlung steht noch aus, doch die Landkreis SPD schlägt Neustadts Dritten Bürgermeister Martin Stingl als Kandidaten vor.
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Martin Stingl packt mit an, um die Kultur.werk.stadt für eine Europa-Veranstaltung zu dekorieren.CT-Archiv
Martin Stingl packt mit an, um die Kultur.werk.stadt für eine Europa-Veranstaltung zu dekorieren.CT-Archiv
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Die SPD hat ihre Suche nach einem Kandidaten für die Wahl zum Landrat abgeschlossen. Die Findungskommission hat Vorschläge mit Kreisvorstand und Ortsvorsitzenden diskutiert. "Mit klarer Mehrheit fiel die Entscheidung, Martin Stingl für eine Kandidatur vorzuschlagen", verkündete Kreisvorsitzender Carsten Höllein am Sonntag bei einem Pressegespräch im Seßlacher "Pörtnerhof".

"Martin Stingl ist für uns der geeignetste Kandidat, gemäß der Stellenbeschreibung für einen Landrat", ist Höllein überzeugt. Er beschreibt den Kandidaten der SPD, als erfahrenen Kommunalpolitiker, Unternehmer und ehrenamtlich engagierten Macher, der den Umgang mit Menschen gewohnt ist. "Ich denke, Martin Stingl bringt das Rüstzeug mit, dieser Aufgabe gerecht zu werden", sagt Höllein.

Wunsch-Nachfolger

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Als "Unternehmen mit vielen unterschiedlichen Bereichen" bezeichnet Landrat Michael Busch (SDP) die Behörde, der er in den vergangenen zehn Jahren vorstand. Teils als Kreis-, teils als staatliche Behörde verlange das Landratsamt mit seinen rund 350 Mitarbeitern die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge rasch zu erfassen. "Ich habe Martin Stingl als einen Menschen kennen gelernt, der auch den Kopf behält, wenn es kritisch wird", sagte Michael Busch bei der Präsentation des Kandidaten. Busch zeigte sich überzeugt, dass Martin Stingl geeignet sei, seine Arbeit als Landrat fortzuführen und weiter zu entwickeln.

Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan leugnet ein "weinendes Auge" nicht, wenn er seinen Dritten Bürgermeister im Falle seiner Wahl abgeben muss. Aber er ist sich sicher: "Martin Stingl ist der richtige Kandidat, weil er ein Macher und schnell denkender Visionär ist." Im Gedanken an Stingls Einsatz, als Neustadt eine große Zahl von Migranten aufnehmen musste, sagt er: "Wenn es Sturm gibt auf hoher See, hätte ich ihn gern auf der Brücke."

Kandidat mit Visionen

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Martin Stingl selbst betonte, dass er es sich nicht leicht gemacht habe, zuzusagen. Als ihm die Kandidatur angetragen wurde, habe er erst nach einer schlaflosen Nacht entscheiden können: "Ich habe das gründlich mit meiner Frau durchdiskutiert und sicher nicht leichtfertig zugesagt." Mit Blick in Richtung Berlin sagt Martin Stingl: "Ich glaube, dass wir in der Kommunalpolitik viel für die Menschen erreichen können, dass wir nahe an den Menschen sind, anders als die so genannte hohe Politik, die sich teilweise von den Menschen entfremdet hat."

Verantwortung für Mitarbeiter und die Organisation verschiedener Geschäftsbereiche ist für Martin Stingl nicht neu. In Musikhaus und Gastwirtschaft beschäftigen er und seine Frau 16 Arbeitskräfte in Teil- und Vollzeit. Daneben organisiert er Veranstaltungen, tritt dabei selbst auf, rückt zu Rettungseinsätzen aus und arbeitet in eigener Verantwortung im Amt als Dritter Bürgermeister. "Dabei arbeiten wir auch fraktionsübergreifend zusammen", betont er. Etwa bei der Einrichtung der Kultur.werk.stadt im ehemaligen Patzschke-Gebäude. Das Millionenprojekt betreute er zusammen mit der für Bausachen zuständigen Zweiten Bürgermeisterin Elke Protzmann (CSU).

Seine Erfahrungen im Rettungswesen hat Martin Stingl im Hinterkopf, wenn er sagt, Kliniken und Krankenhäuser bedürften weiterhin der Verbindung zur Kommunalpolitik, wenn medizinische Versorgung nicht dem Geldverdienen, sondern dem Nutzen der Menschen dienen soll. Ein Blick auf die Pläne von Regiomed in der Region. Junge Menschen im Coburger Land zu halten oder hierher zurück zu holen, müsse ein Ziel als Landrat sein, sagt Martin Stingl. Dazu würde er im Falle seiner Wahl auf enge Zusammenarbeit dem dem Jugendbeauftragten im Kreis, Kanat Akin (SPD), setzen. Die erfolgreiche Politik für Senioren der vergangenen Jahre unter der Ägide des Seniorenbeauftragten Dr. Wolfgang Hasselkus (SPD) gelte es fortzusetzen, damit ältere Menschen so lange wie möglich zu Hause leben können.

Alle politischen Ziele seien aber eng mit dem Erfolg der regionalen Wirtschaft verbunden. Jetzt, in einer Zeit, in der es gut läuft in der Wirtschaft, müsse daher Vorsorge getroffen werden für die Zukunft. Dazu sei es Aufgabe der Kreispolitik, die Unternehmen vor Ort nach Kräften zu unterstützen.

Nominierung steht noch aus

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An Plänen und Visionen mangelt es Martin Stingl also nicht. Doch zunächst muss er noch offiziell von den Delegierten im Kreis nominiert werden. Das soll am Samstag, 24. November, geschehen.

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