Coburg
Begegnung

Spannungsvolle "Carmen" in Coburg mit Dirigier-Gast aus Berlin

Wie sich der junge Dirigent Daniel Carter als GMD-Kandidat mit einem "Carmen"-Dirigat in Coburg vorstellte.
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Erfolgreiches Coburg-Debüt: Daniel Carter, Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin, dirigierte als GMD-Aspirant die "Carmen"-Aufführung am Mittwoch im Landestheater Coburg.Foto: Jochen
Erfolgreiches Coburg-Debüt: Daniel Carter, Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin, dirigierte als GMD-Aspirant die "Carmen"-Aufführung am Mittwoch im Landestheater Coburg.Foto: Jochen
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Die Suche nach einem neuen Generalmusikdirektor für das Landestheater Coburg nimmt immer deutlichere Konturen an. Mit einem "Carmen"-Dirigat stellte sich nun auch der dritte GMD-Aspirant für die Nachfolge von Roland Kluttig dem Philharmonischen Orchester wie auch dem Publikum vor: Daniel Carter.

Vielfältige Erfahrungen

Der 30-Jährige, seit dieser Spielzeit als Kapellmeister am der Deutschen Oper Berlin engagiert, hat trotz seiner jungen Jahre bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt - zuletzt in vier Spielzeiten als Erster Kapellmeister am Freiburger Theater. Carter, der am Samstag auch das Concertino sowie am Sonntag und Montag das 2. Sinfoniekonzert dirigieren wird, musste sich für sein "Carmen"-Dirigat mit einer Verständigungsprobe mit den Solisten begnügen. Seine erste Proben-Begegnung mit dem Philharmonischen Orchester am Vorabend dagegen galt dem anspruchsvollen Programm für die Konzerte am Wochenende.

Einfühlsam und stilsicher

Verständlich mithin, dass Carter darauf verzichtete, dieser "Carmen" um jeden Preis durch riskante Tempowahl oder Ähnlicher unbedingt einen ganz eigenen Stempel aufdrücken zu wollen. Umsichtig, klar in den Akzenten, prägnant in den gestalterischen Vorstellungen - so gelang Carter bei seinem Coburg-Debüt eine nicht nur routinierte, sondern durchweg spannungsvolle Aufführung von Bizets vieraktigem Erfolgsstück in Alexander Müller-Elmaus bildkräftiger Inszenierung, die Anfang Juni ihre nicht völlig unumstrittene Premiere gefeiert hatte.

Carter schenkte nicht nur den musikalischen Höhepunkten und den vielen Hits der Partitur die gebührende Aufmerksamkeit, sondern formte auch viele Übergänge und instrumentale Zwischenspiele einfühlsam und stilsicher. Dabei konnte er sich auf das stets konzentriert agierende, homogen musizierende Philharmonische Orchester ebenso verlassen wie auf die Solistenschar, die ihre Rollen darstellerisch wie sängerisch intensiv gestalteten. Allen voran: Emily Lorini in der Titelpartie, Milen Bozhkov als Don José und Marvin Zobel als Escamillo.

Ungetrübter Applaus im recht gut besuchten Großen Haus des Landestheaters.

So geht die Coburger GMD-Suche weiter

Daniel Carter ist seit der Spielzeit 2019/2020 Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin und dirigiert dort zahlreiche Vorstellungen, u.a. "Die Zauberflöte", "Les contes d"Hoffmann" und "Il Barbiere di Siviglia".

Von der Spielzeit 2015/2016 bis 2018/2019 war der australische Dirigent Erster Kapellmeister am Theater Freiburg, wo er ein breites Repertoire von Opern - darunter mehrere Uraufführungen - und Konzerten dirigierte. Er debütierte in den vergangenen Spielzeiten an der Oper Köln, beim Münchener Kammerorchester, am Theater Trier, am Aalto-Musiktheater Essen und dirigierte wieder das Queensland Symphony Orchestra sowie die Akademie des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

Von 2013 bis 2015 war Daniel Carter, der Komposition und Klavier an der University of Melbourne studierte und 2012 mit dem "Brian Stacey Award", einem Preis für australische Nachwuchsdirigenten, ausgezeichnet wurde, an der Hamburgischen Staatsoper engagiert, zuerst als Korrepetitor und dann als Dirigent und Musikalischer Assistent der Generalmusikdirektorin Simone Young.

GMD-Suche Drei Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge Roland Kluttigs als Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg. Daniel Carter dirigiert das Concertino am 16. November (11 Uhr) und die Sinfoniekonzerte am 17. November (18 Uhr) und 18. November (20 Uhr). Harish Shankar leitet "Carmen" am 28. November, Moritz Gnann dirigiert am 14. Dezember das Concertino (11 Uhr) und am 15. Dezember (18 Uhr) und am 16. Dezember (20 Uhr) das Sinfoniekonzert. Vorverkauf Tickets in der Tageblatt-Geschäftsstelle.

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