Weitramsdorf

Sonnenstrom für Tambach: Photovoltaikanlage "Hohe Leite" kommt

Das "Sondergebiet Photovoltaik Hohe Leite" in Tambach kann errichtet werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit solchen oder ähnlichen Modulen werden Photovoltaikanlagen aufgebaut. Nördlich der B 303 zwischen Tambach und Neundorf und südöstlich des Tambacher Golfplatzes kann nach mehreren Beschlüssen eine solche Freiflächenanlage gebaut werden.  Foto: Archiv
Mit solchen oder ähnlichen Modulen werden Photovoltaikanlagen aufgebaut. Nördlich der B 303 zwischen Tambach und Neundorf und südöstlich des Tambacher Golfplatzes kann nach mehreren Beschlüssen eine solche Freiflächenanlage gebaut werden. Foto: Archiv

Dafür machte der Gemeinderat Weitramsdorf am Montagabend endgültig den Weg frei durch Annahme der 10. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans (FNP) sowie durch Satzungsbeschluss des Bebauungsplans. Vier Räte stimmten gegen die geplante 21,4 Hektar große Anlage nordwestlich von Tambach, die nun ab Sommer errichtet werden soll.

Den notwendigen Beschlüssen lag der erweiterte Geltungsbereich des Entwurfs vom 18.11.2019 zugrunde. Ursprünglich sollte die PV-Anlage eine 17 Hektar große Fläche umfassen. Nach Stellungnahmen des Landratsamts Coburg (Untere Naturschutzbehörde, Denkmalschutz und Kreisbrandrat) sowie des Wasserwirtschaftsamts Kronach mussten lediglich noch kleine redaktionelle Anpassungen sowie Ergänzungen in Sachen Grünordnung, Bodenschutz und Niederschlagswasser vorgenommen werden. Diese stellte Marlene Theiner von der Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung (OPLA) im Einzelnen vor. "Änderungen wurden nicht mehr veranlasst", fasste Theiner alles vor den jeweiligen Abstimmungen zusammen. Bis auf eine Ausnahme stimmten jeweils vier Gemeinderäte gegen die Maßnahme. Nur bei der Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege waren es drei Gegenstimmen. Das Amt hatte eine Voruntersuchung über etwaige Bodendenkmäler veranlasst. Deren Vorkommen sei nach Auskunft archäologischer Fachbüros in dem betreffenden Areal aber "unwahrscheinlich", so Theiner.

Nach circa drei Monaten Genehmigungsphase des FNPs wird der Bebauungsplan im März oder April rechtskräftig. Im August oder September sollen dann die Bauarbeiten beginnen. Ulrich Kräußlich (FW) kritisierte erneut, dass danach "einer der besten Böden" in der Gemeinde nicht mehr bewirtschaftet werden könne, und regte an, verstärkt Photovoltaik-Anlagen auf Dächern zu errichten, statt weitere Flächen zu versiegeln. Seine Frage nach dem Bodenrichtwert der Fläche konnten weder die Planer noch Investor Heinrich Graf von Ortenburg beantworten. Vor Errichten der PV-Anlage soll jedoch ein Bodengutachten erstellt werden.

Wer sich denn um die Pflege der Grünflächen und Bäume kümmern werde, erkundigte sich Josef Janson (SPD). Das wird laut Auskunft Theiners der Kommune obliegen. Christoph Schmitt von der mit der Errichtung der Anlage beauftragten Firma Solar Konzept verwies auf diverse Abnahmen zum Ende der Baumaßnahme: "Dabei wird sich ein Prozedere finden." Janson sorgte sich auch, dass beim Reinigen der Anlage das Grundwasser geschädigt werden könne. Schmitt widersprach: Zum einen seien die quergestellten Module "quasi selbstreinigend", so dass sie nur alle drei Jahre gesäubert werden müssten, zum anderen werde nur entmineralisiertes Wasser verwendet. Auch Zink werde das Grundwasser nicht schädigen.

Schulwegekonzept

Wie soll die Verwaltung mit den Empfehlungen aus den Bürgerversammlungen umgehen? Darum drehten sich die nächsten Tagesordnungspunkte. Den Antrag der Elternbeiratsvorsitzenden Tanja Denninger auf Erarbeitung eines ganzheitlichen Schulwegekonzepts aus der Tambacher Versammlung hatte der Haupt- und Finanzausschuss in der Vorwoche zur Annahme empfohlen. Er solle zunächst in nichtöffentlicher Sitzung mit Vertretern der verschiedenen Interessengruppen beraten werden. "Wir haben keine Eile", betonte Zweiter Bürgermeister Werner Hanke, der für den weiterhin erkrankten Rathauschef Wolfgang Bauersachs die Sitzung leitete. Ab März sei der Schulhof wegen des dann beginnenden Anbaus sowieso nicht zu nutzen. Ausgiebig diskutierten die Räte das weitere Vorgehen. Dass sie die Empfehlung annehmen wollen, darin waren sich alle einig.

Leonhard Potsch (ehem. BfB) verlangte, den Beschluss des Bauausschusses auf Sperrung der Schulstraße aufzuheben, Andreas Carl (DGN) mahnte trotz der kommenden Baustelle zur Eile. Da der Ausschuss für solche Maßnahmen zuständig sei, sollte auch er die Beteiligten einladen, argumentierte Michael Rädlein (CSU). Dem entsprechenden Antrag von Marco Anderlik (CSU) schlossen sich bis auf drei alle Kollegen an. "Ich werde mit dem Bauamtsleiter die richtigen Leute einladen", schloss Hanke.

Die Empfehlung aus der Weidacher Versammlung, den Ortsvereinen die Entgelte für die Hallennutzung sowie Mietgebühren für Tische und Stühle zu erlassen, hatte der Haupt- und Finanzausschuss abzulehnen geraten. Hintergrund: Die am 16. Juli 2018 getroffene Vereinbarung über die Entgelte läuft am 31. August 2020 sowieso aus. Der Antrag könne dann im Sommer behandelt werden, so Hanke. Wie Dominic Juck (SPD) plädierte auch Carl ("Es geht nicht um Unsummen!") dafür, die Entscheidung nicht aufzuschieben, "um ein Zeichen zu setzen". Juck beantragte namentliche Abstimmung. Mit ihm und Carl sprachen sich sechs weitere Kollegen für die Aufhebung der jetzigen Regelung aus. Die Mehrheit von zwölf Räten votierte dafür, die Regelung bis zum Sommer beizubehalten. Kräußlich wies darauf hin, dass die Hallennutzung nur für Erwachsene kostenpflichtig sei, nicht aber für Kinder und Jugendliche.

WLAN in der Dorfmitte

Für die Sanierung der restlichen Brücken liegt noch kein Termin vor, erfuhr Norbert Bär auf Nachfrage. Henning Kupfer (CSU) beklagte, dass nach Zuschrauben der Tore in der Weitramsdorfer Sporthalle ein Turnbetrieb des TSV nicht mehr möglich sei. Laut Hanke arbeitet die Verwaltung an einer Lösung. Da die Tore einem Gutachten zufolge nicht der Norm entsprechen, müssten sie geschlossen bleiben.

Um WLAN in der Dorfmitte einzurichten, habe die Verwaltung der SÜC bereits einen Auftrag erteilt, informierte Geschäftsleiter Heiko Geuß auf Nachfrage Jucks. Der Einbau in den Verteilerkasten sei noch nicht erfolgt. Kritik an einem Post des Jugendbeauftragten Juck äußerte Anderlik: Er wundere sich sehr, dass Juck beklage, Wünsche der Jugendlichen schafften es nicht in den Gemeinderat. "Du musst nur einen Antrag stellen!", so Anderlik. Jetzt laufe ja auch alles über ihn, entgegnete Juck. An der Einrichtung einer Downhill-Strecke zum Beispiel sei er dran. Ein von den Greinberg-Freunden bereits 2016 der Jugendpflege zur Verfügung gestelltes Budget sei bis heute nicht abgerufen worden, fügte Kräußlich an.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren