Rödental

So war der Ministerbesuch bei Coburgs Helfern

Mit einem Empfang für die Ehrenamtlichen hat sich Innenminister Joachim Herrmann - nach sanftem Druck - für das Engagement an der ICE-Strecke bedankt.
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Handschlag mit Löschdrache: Innenminister Joachim Herrmann (Zweiter von rechts) sowie die Ehrengäste wurden von "Löschi", dem bei den Landkreisfeuerwehren entwickelten Maskottchen der Jugendfeuerwehren, empfangen. Fotos: Michael Stelzner
Handschlag mit Löschdrache: Innenminister Joachim Herrmann (Zweiter von rechts) sowie die Ehrengäste wurden von "Löschi", dem bei den Landkreisfeuerwehren entwickelten Maskottchen der Jugendfeuerwehren, empfangen. Fotos: Michael Stelzner
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Kreisbrandrat Manfred Lorenz kann zufrieden sein: Seine Forderung nach Anerkennung für die Blaulichtorganisationen, auf die durch die neue ICE-Strecke zusätzliche Arbeit zukommen, wurde erhört! Am Samstag waren über 400 Einsatzkräfte von ASB, THW, BRK und den Feuerwehren aus den Landkreisen Lichtenfels und Coburg zu einem Empfang in die Franz-Goebel-Halle geladen. Gastgeber war der bayerische Innenminister, Joachim Herrmann (CSU).
Ein beeindruckendes Bild bot sich beim Weg des Ministers von seinem Fahrzeug bis zum Eingang der Halle - vorbei am Spalier aus Mitgliedern der Kinderfeuerwehren und aktiven Wehrleuten. Auch das Maskottchen der Nachwuchsfeuerwehren des Coburger Landes, der Drache "Löschi", war dabei.
Bürgermeister Marco Steiner (FW) freute sich, dass Staatsminister Joachim Herrmann seine Wertschätzung gegenüber den Rettungsdiensten und den Feuerwehren zeige und seine Zusage wahr gemacht habe.
"Die Hilfsorganisationen mit Feuerwehr, Rettungsdiensten und THW sind für die Sicherheit in unserem Land zuständig und unverzichtbar", sagte der Minister. Herrmann verschwieg nicht, dass er aus der Zeitung vom Ruf des Kreisbrandrates nach Wertschätzung erfahren hat. Hintergrund des "Hilferufs" sei das zusätzliche Sicherheitskonzept gewesen, mit dem auf die Wehren und Hilfsorganisationen viel zusätzliche Arbeit in Form von Ausbildung und Übungen zukommen. Aber, das betonte Herrmann auch: "Dies trägt zur Sicherheit der Menschen bei." Deshalb habe man den Blaulichtempfang auf die Beine gestellt.


Die Bahn ist sicher

Nach langer Bauzeit und vielen verschiedenen Schwierigkeiten geht die Strecke offiziell Anfang Dezember in Betrieb. "Verkehrspolitisch und für Region Coburg ist die ICE-Strecke ein Gewinn", sagte der Innenminister. Deshalb habe er sich dafür starkgemacht, dass die Züge auch in Coburg halten werden. Mit drei Halten pro Tag in jede Richtung habe Coburg mehr bekommen, als geplant gewesen sei. "Auch in den Regionalverkehr wird investiert", betonte Herrmann. Er rief dazu auf, diese Angebote zu nutzen: "Umso größer ist dann der Anreiz für die Bahn, mehr Züge einzusetzen."
Bahnfahren sei in Deutschland sehr sicher, fuhr der Minister fort. Herrmann ging auf die Rettungskonzepte entlang der ICE-Strecken ein, wo sich die Rahmenbedingungen und Technik ständig ändern. Deshalb sei für die Strecke zwischen Ebensfeld und Erfurt mit ihren zahlreichen Tunnelbauwerken ein neues Rettungskonzept entwickelt worden.
"Bei einem Unglücksfall werden die meisten Betroffenen durch ehrenamtliches Personal professionell gerettet. Dies ist vielen nicht bewusst", berichtete Herrmann. Nur in acht Städten in Bayern gebe es Berufsfeuerwehren - in allen anderen Kommunen seien ehrenamtliche in den Hilfsorganisationen tätig. Mit den vielen Übungen, die der Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen dienen, sei man bei einem Unglücksfall gut vorbereitet. "Ich begeistert von diesem Engagement", fuhr der Innenminister fort.
Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, hat die neue Strecke schon mit einem Zug befahren: "Es ist ein tolles Erlebnis gewesen." Wichtig sei, dass die Neubaustrecke auch von den Regionalzügen benutzt werden könne. "Bei Tempo 300 rücken Bayern und Berlin zusammen", freute sich der Vertreter der Bahn. Mit drei Zugpaaren pro Tag habe man für Coburg einen guten Kompromiss zum Start gefunden, dazu werde der Nahverkehr in Richtung Nürnberg ergänzt. Die Bahn sei sehr zuversichtlich, aufgrund der verkürzten Reisezeit neue Kunden zu gewinnen und den Marktanteil von 20 auf 40 Prozent zu erhöhen. "Die Kunden werden mit ihren Füßen abstimmen", betonte Josel. Weil fast vier Millionen Menschen die neue Strecken im Jahr nutzen sollen, sei das Thema der Sicherheit sehr wichtig. Deshalb habe man schon beim Bau den Brand- und Katastrophenschutz berücksichtigt.


An der Grenze angelegt

"Wir sind auf die Ehrenamtlichen angewiesen", betonte der Coburger Landrat Michael Busch (SPD). Viele Helfer seien aber inzwischen bei der Ausbildung und den Einsätzen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Der Landrat regte Steuererleichterungen für ehrenamtlich Tätige an. Dankbar müsse man im Coburger Land für die Finanzierung der Regionalexpresszüge sein, meinte Busch: "Damit ist eine deutliche Verbesserung für Coburg und sein Umland entstanden.
Kreisbrandrat Manfred Lorenz gilt als der eigentliche der Initiator des Blaulichtempfangs. "Durch diese Veranstaltung hat der Minister die geleistete Arbeit erkannt und anerkannt", sagte Lorenz. Durch die Anwesenheit des Ministers schöpfe die Menge der Ehrenamtlichen in den Hilfsorganisationen Kraft, um das Projekt in den verbleibenden vier Monaten zu einem guten Abschluss zu bringen. In vielen Bereichen habe zuletzt mancher im Coburger Land mehr als nur seinen Job gemacht, da sei das ehrenamtliche Engagement überstrapaziert worden. "Wir haben uns umfangreiches Wissen in der Freizeit angeeignet", zeigte sich Lorenz überzeugt davon, dass die Hilfsorganisationen gut gerüstet für das ICE-Zeitalter sind.
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