Coburg

So retten Stammgäste das "Münchner Hofbräu" in Coburg

Wer steckt hinter der GmbH, unter deren Regie am 1. März die Traditionsgaststätte wieder öffnet? Beim Pressegespräch am Montag outete sich zumindest einer der Freunde und Förderer.
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Victoria Klose und Frank Diem führen künftig das "Münchner Hofbräu" in der Kleinen Johannisgasse in Coburg - hinter ihnen steht aber noch eine GmbH, die von Stammgästen gegründet wurde.Foto: Oliver Schmidt
Victoria Klose und Frank Diem führen künftig das "Münchner Hofbräu" in der Kleinen Johannisgasse in Coburg - hinter ihnen steht aber noch eine GmbH, die von Stammgästen gegründet wurde.Foto: Oliver Schmidt
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Die gute Nachricht lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Nachdem der bisherige Pächter Stefan Sauerbrey seinen Vertrag, der im vergangenen November ausgelaufen war, nicht verlängert hat, gibt es im "Münchner Hofbräu" ab dem 1. März einen Neustart. Für die spannende Nachricht, die sich hinter dieser Wiedereröffnung verbirgt, braucht es hingegen eine etwas längere Erklärung - auch wenn die Beteiligten eigentlich gar nicht so viel darüber reden wollen.

Das Lokal liegt ihnen am Herzen

Als neue Wirtin stellte sich am Montag Victoria Klose vor, die zuletzt schon als Serviceleiterin im "Münchner" tätig war. Hinter der 29-Jährigen steht allerdings noch eine eigens gegründet Gastronomie GmbH, die als eigentlicher Pächter auftritt. In dieser GmbH bringen sich, wie es heißt, insgesamt fünf Personen ein. Um wen es sich dabei handelt, soll geheim bleiben. Nur so viel verrät Victoria Klose: "Es sind geschätzte Coburger!" Oder, etwas genauer angedeutet: Coburger, denen das "Münchner" am Herzen liegt. Stammgäste also.

Während des Gesprächs mit Victoria Klose fällt im fast leeren Gastraum ein Mann auf, der sehr interessiert zuhört, sich aber ansonsten betont im Hintergrund hält. "Entschuldigung", sagt der Tageblatt-Redakteur, "sind Sie vielleicht ein Mitglied der GmbH?" Der Mann lächelt und bejaht die Frage. Seit rund 15 Jahren, so erzählt er, gehe er regelmäßig zum Stammtisch ins "Münchner"; den Stammtisch selbst gebe es sogar schon seit gut 25 Jahren. Sein Herz, das ist zu spüren, hängt sowohl am Stammtisch als auch an dieser traditionsreichen Gaststätte. Nachvollziehbar also, dass es ihn "aufgewühlt" habe, wie er sagt, dass es zuletzt "nicht mehr so richtig gelaufen" sei und dann die Schließung erfolgte. "Aber jetzt geht's wieder aufwärts!"

Auch Victoria Klose ist zuversichtlich, dass der Neustart klappt. Zumal ihr mit Frank Diem jemand zur Seite steht, der sogar noch mehr Erfahrung aus dem "Münchner" mitbringt: Zehn Jahre lang war Diem unter der damaligen Pächterin Eva-Maria Schad tätig; nach zwei Jahren im Team vom Stefan Sauerbrey wechselte er in zwei andere Lokale, ehe es jetzt zur Rückkehr in die Kleine Johannisgasse kam. "Ich hänge an diesem Haus", sagt Frank Diem und ist auch in diesem Punkt auf einer Wellenlänge mit Victoria Klose. "Für mich war das ,Münchner‘ früher mein zweites Zuhause", erzählt die 29-Jährige. Denn: "Es war das Lieblingslokal meiner Oma, in das sie uns oft nach der Schule eingeladen hat." Aus genau dieser Erinnerung zieht Victoria Klose jetzt auch ihren Ansatz für ihre neue Herausforderung als Wirtin: "Die Gäste sollen sich hier im ,Münchner‘ zu Hause wie bei Oma fühlen!" Dazu gehören - natürlich - in erster Linie auch Speisen wie zu Omas Zeiten. Außer einer klassischen Speisekarte mit gut-bürgerlichen Gerichten wie Schäufele, Schnitzel oder auch der Currywurst, für die das "Münchner" berühmt ist, soll es eine spezielle Wochenkarten mit sehr traditionsreichen Gerichten geben: Leber, Krautwickel, Wiener Brathendl.

Ein neuer Küchenchef, der vor allem auf frische Zutaten Wert legen soll, ist bereits gefunden. Derzeit laufen noch einige Umbaumaßnahmen. Unter anderem bekommt die Schwemme, die speziell von Vereinen gerne für Versammlungen genutzt wird, eine neue Beleuchtung. Moderner sollen auch die vier Doppel- und drei Einzelzimmer sowie das Appartement werden, die für Übernachtungsgäste bereit stehen.

Rosenmontag geöffnet!

Auch wenn die offizielle Wiedereröffnung des "Münchner Hofbräus" erst am Samstag,1. März, um 9 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück erfolgt: Mit der Coburger Narrhalla wurde bereits vereinbart, dass der für Rosenmontag, 24. Februar, geplante Rosenmontagsfasching trotzdem stattfinden kann.

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