Coburg
Museumsnacht

So klingt Coburg in seiner schönsten Nacht

Wie die 15. Coburger Nacht der Kontraste mit Lichterzauber fasziniert und mit musikalischer Vielfalt in Bann zieht.
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Faszination Museumsnacht: Blickt auf den Coburger Schlossplatz mit der EhrenburgFoto: Jochen Berger
Faszination Museumsnacht: Blickt auf den Coburger Schlossplatz mit der EhrenburgFoto: Jochen Berger
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Sehen und hören - im ständigen Dialog der Sinneseindrücke entfaltet die Coburger Museumsnacht ihren ganz besonderen Reiz als Nacht der Kontraste. Kontraste ganz im Zeichen von Prinz Albert und Queen Victoria zum 200. Geburtstag.

Kontraste prägen den Abend zwischen der virtuosen A-cappella-Kunst des Berliner Ensembles Delta Q im kühl modernen Brose-Gebäude 25 und dem gefeierten Heimspiel der Lokalmatadoren Gizela nur rund 100 Meter entfernt in der mehr als ein halbes Jahrtausend alten St. Nikolaus-Kapelle am Rosengarten.

Bob Dylan auf Fränkisch

Was ist spannender: Den bunten Stil-Mix des Quartetts Waleh in der farbenreich ausgeleuchteten Pfarrkirche St. Augustin oder Bob Dylan auf Fränkisch erleben mit dem Liedermacher Johann Müller im Kunstverein? Johann Müller beweist jedenfalls mit den fränkischen Textfassungen von Helmut Haberkamm, dass diese Dylan-Verwandlung verblüffend stimmig gelingen kann.

Musik und bildende Kunst begegnen sich aber nicht nur im Kunstverein, sondern auch im West-Pavillon, dem Atelier des Coburger Künstlers Benno Noll. "Jazz, Soul, Pop - wir mögen eigentlich fast alles" sagt das Trio 3Art Kollektiv und beweist in aparter Besetzung mit Gesang, Kontrabass und Vibraphon, wie gut diese Mixtur klingt.

Oder vielleicht doch das Ensemble Percussion Posaune Leipzig im Riesensaal der Ehrenburg genießen? Wer in dieser Nacht vom Wunsch getrieben sein sollte, alle (musizierenden) Künstler zumindest in Ausschnitten zu hören, hat eigentlich keine Chance - zu groß ist die Auswahl, zu groß an vielen Orten auch der Andrang.

Rund 10000 Nachtschwärmer

Die Coburger Museumsnacht lebt von ihrer Vielfalt und ihrer künstlerischen Qualität, aber natürlich auch von ihren Überraschungen - manchmal auch unerwünschter Art. Wer sich nach dem gefeierten Auftritt vor knapp zwei Jahren bei Leise am Markt auf den Südtiroler Liedermacher Dominik Plangger gefreut hatte, wurde leider enttäuscht - denn wegen eines Wettersturzes schaffte es Plangger nicht über die Alpen.

Bespielt wurde das Theater in der Reithalle dennoch. Vor ausverkauftem Haus beeindruckte dann statt Plangger Stefan Eich mit seinem Reinhard-Mey-Programm. Eingängigen Gypsy-Jazz präsentiert Marion & Sobo Band in der barocken Schlosskirche der Ehrenburg. Mit seinem Quartett und einer stilistisch bunten Mischung fasziniert der Gitarrist Ron Spielman bei Leise am Markt.

Sehr zufrieden mit dem Besuch zeigt sich Oli Schneider als Organisator im Namen der zum zweiten Mal verantwortlichen Agentur Streckenbach: "Es werden wohl wieder so ungefähr 10000 Nachtschwärmer sein. Zum Ende der Woche hat der Verkauf der Eintrittsbändchen nochmals kräftig angezogen."

Was aber bleibt in Erinnerung von dieser Nacht der Kontraste? Vielleicht diese nachdenklich stimmende Textzeile des Coburger Sextetts Gizela beim sinnierenden Sortieren eines Nachlasses: "Was am Ende bleibt, passt in einen Schukarton."

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