Coburg
Serie

Skurriler Theaterspaß in der Coburger Reithalle

Wie die Theaterserie "Selfies einer Utopie" im ausverkauften Coburger Theater in der Reithalle mit einer Mischung aus Klamauk und Hintersinn unterhält.
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Turbulentes Bühnenvergnügen: "Selfies einer Utopie" mit Eva Marianne Berger, Alexandra Weis und Thomas Kaschel (von links) in der Coburger Reithalle.Foto: Jochen Berger
Turbulentes Bühnenvergnügen: "Selfies einer Utopie" mit Eva Marianne Berger, Alexandra Weis und Thomas Kaschel (von links) in der Coburger Reithalle.Foto: Jochen Berger
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Was hat Annegret Kramp-Karrenbauer mit Kim Jong-un zu tun? Und was verbindet Donald Trump mit der Coburger Ehrenburg? Fragen über Fragen, die sich mit vordergründiger Logik nicht beantworten lassen.

Was die CSU-Vorsitzende, die mit einer Karnevalsrede reichlich Diskussionsstoff geliefert hat, mit dem Diktator Nord-Koreas verbindet, ist tatsächlich nur für Theaterfans zu entschlüsseln, die die vierte Folge der Serie "Selfies einer Utopie" in der Coburger Reithalle besucht haben.

Temporeicher Abend

Denn unter diesem Etikett treibt Autor und Regisseur Nicola Bremer sein munteres Spielchen mit politischer Aktualität und politischer (Un-)Korrektheit. Kramp-Karrenbauers Witzelei über das dritte Geschlecht liefert Bremer für die aktuelle Ausgabe seiner "Selfies einer Utopie" gleichsam den roten Faden.

Die Spielregeln dieser Theaterserie sind im Grunde ganz einfach. Der Regisseur liefert den Text, die Darsteller improvisieren über diese Textvorlage und müssen dabei immer wieder spontan Regie-Anweisungen umsetzen, die auf in die Höhe gehaltenen Tafeln stehen. Für die Darsteller wird der temporeiche Abend zur Tour de Force - und für das Publikum in der ausverkauften Reithalle zum anarchischen Vergnügen. Eva Marianne Berger, Alexandra Weis und Thomas Kaschel liefern sich auf offener Bühne bedingungslos dem Diktat der Regie aus und unterlaufen doch mit ihrem rückhaltlosen Spiel immer wieder die Vorgaben.

Tosender Applaus

Purer Klamauk und hintersinnige Anspielung, blanke Lust am Improvisieren und raffiniertes Spiel mit Worten - in der Serie "Selfies einer Utopie" ist alles erlaubt. Immer dabei: Eros Ramazotti.

Der italienische Schmusebarde liefert der Serie das Motto und immer wieder reichlich Stoff für Anspielungen. Tosender Applaus.

"Selfies einer Utopie" in der Coburger Reithalle

Konzept Wollte man die Theaterserie "Selfies einer Utopie" mit drei Adjektiven beschreiben, dann käme man vielleicht auf schnell, tagesaktuell und ressourcenschonend. Oder spontan, originell und sehr witzig. Am Staatsschauspiel Dresden, wo "Selfies einer Utopie" 2016 entstand, gewann die Serie schnell Kultstatus. Gerade aus Einschränkungen wie zum Beispiel knappen zeitlichen Ressourcen entwickelten Autor und Regisseur Nicola Bremer und Bühnenbildner Jakob Ripp die Besonderheiten ihres Formats. Die Serie lebt von der Improvisationskunst der Schauspieler, die spontan auf die Texte von Nicola Bremer reagieren. Geprobt wird nicht. Termine "Selfies einer Utopie - Folge 4: Eros Ramazzotti vergisst sein Geschlecht" - Freitag, 15. März, Freitag, 22. März, 20 Uhr, Theater in der Reithalle. Tickets im Vorverkauf:Tageblatt-Geschäftsstelle, Theaterkasse.red



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