Coburg
Handball

Siegesserie des HSC Coburg ist gerissen

Die Vestestädter verlieren beim Erstliga-Absteiger Bietigheim. Die Gastgeber waren bestens eingestellt und die "Gelben" fanden keine Lösungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nicht nur Marcel Timm (gelbes Trikot) wurde regelrecht niedergerungen. Die gesamte Coburger Mannschaft stand in Bietigheim auf verlorenem Posten und unterlag verdient mit 23:27. Foto: Iris Bilek
Nicht nur Marcel Timm (gelbes Trikot) wurde regelrecht niedergerungen. Die gesamte Coburger Mannschaft stand in Bietigheim auf verlorenem Posten und unterlag verdient mit 23:27. Foto: Iris Bilek
+3 Bilder

Die Siegesserie des HSC 2000 Coburg fand bei der SG BBM Bietigheim ihr Ende. Über weite Strecken agierten die Coburger beim Erstliga-Absteiger zu einfallslos, trafen auf einen Gegner, dem nach kurzer Anlaufzeit nahezu alles glückte. Zudem bekamen die Coburger Torhüter nach der 15. Minute kaum noch einen Ball zu fassen, so dass der 27:23-Sieg der Gastgeber völlig in Ordnung ging.

Maximilian Jager brachte es kurz nach der Partie auf den Punkt: "Wenn du schlechte Deckung spielst, wenn du schlechten Angriff spielst, dann gewinnst du kein Auswärtsspiel."

Für Christoph Neuhold reichte es nach seiner Wadenverletzung noch nicht für einen Einsatz in Bietigheim, er hätte in diesem Spiel gut getan, gerade was die Verschnaufpausen für Schröder betraf. Zudem war Zetterman nahezu abgemeldet, Tempogegenstöße aufgrund der Treffsicherheit des Gegners Mangelware und der "Zwei-Mann-Sturm" mit Varvne und Schröder zu wenig. SSG Bietigheim - HSC Coburg 27:23 (11:11)

In der Abwehr zeigten Marcel Timm und Maximilian Jager keinen Respekt vor Michael "Mimi" Kraus, stoppten gleich mehrmals seine Spielzüge. Waren die Bietigheimer mal durch, stand ihnen in der Anfangsphase gleich mehrmals Jan Kulhanek im Wege. SG-Kreisläufer Rentschler beschwerte sich über die harte Abwehrarbeit von Zetterman und Timm, die jedoch fair mehrmals die Lücke dicht gemacht hatten.

Coburg setzte sich mit drei Toren ab, hatte dann Pech, dass erst ein Lattenkracher von Schröder den direkten Gegenzug ermöglichte und anschließend ein diskussionswürdiges Stürmerfoul gepfiffen wurde. Den Ausgleich verhinderte Kulhanek. Wie ein Rohrspatz schimpfte Gorr als Timm für ein Stürmerfoul zwei Minuten bekam, ein Schieben in der Luft gegen Schröder zuvor jedoch nicht geahndet wurde. Da gab es an der Seitenlinie Redebedarf zwischen Co-Trainer Baucke und den Schiedsrichtern.

In der Überzahl kamen die Gastgeber zum Ausgleich. Mit einem Kempa über Billek versuchten es die Coburger im nächsten Angriff, wieder war die Latte einem Torerfolg im Wege. Dies nutzte Bietigheim zur eigenen Führung. Immer wieder versuchten Kraus oder der Ex-Erlangener Jonas Link, den Coburg im Verlauf der Partie immer weniger im Griff hatte, den Ball an den Kreis zu Rentschler durchzustecken, was aus Sicht des HSC zu oft gelang. Da war auch Kulhanek meist machtlos.

Billeks Heber ging schief

Nachdem Billek mit einem Siebenmeterheber scheiterte war der Weg frei für Link zur ersten Zwei-Tore-Führung der Bietigheimer. Die HSCler fanden kein rechtes Mittel mehr, die Abwehr des Gegners auseinander zu dividieren, denen im Angriff jetzt nahezu alles gelang. Ganz im Gegensatz die Coburger, die einiges liegen ließen, wie Jaeger von Außen oder Billek per Konter. Über den Kreis gingen kaum Aktionen, was für die kompakte SG-Abwehr sprach.

Lücken am Kreis gab es bei den Coburgern auch nach der Pause, aber endlich auch auf der anderen Seite. Dort wurde Timm oft ungestraft hart genommen. So wurde die Waffe, die der HSC sonst über den Kreis hat, stumpf. Coburg tat sich schwer, auch weil der bislang so sichere Strafwurfverwandler Billek ein zweites Mal patzte. Cburg lag erstmals mit drei Treffern in Rückstand.

Gorr probierte es nun mit Sproß auf der Mittelposition, dessen erster Wurf jedoch gleich geblockt wurde. Der HSC fand kein Mittel, es fehlten die spielerischen Elemente, während Bietigheim alles gelang. Symptomatisch der Gegenzug nach dem ersten Vier-Tore-Rückstand. Völlig frei scheiterte Wucherpfennig von der Außenposition.

Dem HSC lief mehr und mehr die Zeit davon, doch eine Maßnahme fruchtete. Mit einer 5:1-Deckung versuchte Gorr dem Spiel noch eine Wende zu geben, was zunächst dazu führte, dass der Rückstand von fünf auf zwei Treffer reduziert wurde. Das war jedoch nur ein kurzes Strohfeuer. Was fehlte um dem Spiel noch eine Wende zu geben, waren eroberte Bälle in der Abwehr oder gehaltene von den Torleuten. Es war einfach nicht der Tag des HSC.

Stimme zum Spiel

HSC-Linksaußen Max Jaeger: Fünf, sechs Minuten nach der Pause fängt Michael Kraus an. Da waren wir nicht aggressiv genug, sind nicht genügend drauf gegangen, haben ihn seine Schlagwürfe machen lassen, die viel zu oft einschlugen."

SG BBM Bietigheim - HSC 2000 Coburg 27:23 (11:11) SG BBM Bietigheim: Maier (1 Gegentor, 1 Parade), Müller (22/ 8) - Vlahovic, Rentschler (2), Claus, Öhler, Kraus (5), Schäfer (3/2), Rönningen (1), Dahlhaus (5), Link (8), Asmuth, Boschen, Emanuel, Marcec (2), Fischer (1). - Trainer: Hannes Jon Jonsson.

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (21/9), Konstantin Poltrum (6/1) - Jaeger (1), Wucherpfennig (1/1), Sproß (2), Weber, Billek (3/2), Timm (1), Zetterman (1), Lilienfelds, Varvne (6), Zeman (3), Schröder (5).

Trainer: Jan Gorr.

SR: Kern / Thorsten Kuschel.

Spielfilm: 1:1 (2.), 1:3 (8.), 3:4 (9.), 3:6 (11.), 5:6 (12.), 5:7 (14.), 7:7 (16.), 8:7 (18.), 9:8 (20.), 10:8 (22.), 11:10 (26.), 11:11 (28.) - 12:11 (32.), 12:12 (33.), 13:14 (36.), 16:14 (39.), 18:15 (42.), 19:17 (46.), 22:17 (50.), 22:20 (53.), 23:20 (54.), 23:21 (55.), 26:22 (57.), 27:23.

Zuschauer: 2163.

Siebenmeter: 2/2 - 3/5 (Billek scheitert je einmal an Müller und Maier). - Strafminuten: 4 (Zeman, Timm) - 8 (Rentschler, Fischer, Rönnigen 4).

Beste Spieler: Dahlhaus, Link, Kraus / Varvne, Schröder.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren