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Coburg
Premieren-Tipp

Shakespeare-Drama in neuem Gewand: "Othello" vor Premiere in Coburg

Eines der bekanntesten Stücke Williams Shakespeares feiert am Samstag Premiere am Landestheater Coburg.
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In der Regie von Konstanze Lauterbach feiert Shakespeares Drama "Othello" am Samstag Premiere am Landestheater Coburg (Probenszene mit  Nils Liebscher als Othello und  Solvejg Schomers als Desdemona).Foto: Sebastian Buff
In der Regie von Konstanze Lauterbach feiert Shakespeares Drama "Othello" am Samstag Premiere am Landestheater Coburg (Probenszene mit Nils Liebscher als Othello und Solvejg Schomers als Desdemona).Foto: Sebastian Buff

Konstanze Lauterbach inszeniert "Othello" im Großen Haus. Beginn der Vorstellung: 19.30 Uhr. Vor dem Hintergrund des Kampfes zwischen Venedig und den Türken um den Machterhalt auf Zypern erzählt William Shakespeare in seiner Tragödie die Geschichte von Aufstieg und Fall des schwarzen Generals Othello, von seiner Liebe zu Desdemona und von tödlicher Eifersucht.

Es ist eine Geschichte über die "Unerträglichkeit des Glücks" (Walter Felsenstein) und über latenten Rassismus und Sexismus. Othello (Nils Liebscher) liebt Desdemona (Solvejg Schomers), die Tochter eines angesehenen venezianischen Senators. Nach ihrer heimlichen, gegen den Willen des Vaters vollzogenen Vermählung bleibt Desdemona und Othello nicht viel Zeit für ihre Liebe, denn der Doge von Venedig schickt Othello nach Zypern, eine drohende türkische Invasion der Mittelmeerinsel zu vereiteln.

Jagos Intrige

Desdemona begleitet ihren Mann, der Feldzug wird zu ihrer Hochzeitsreise. Jago (Kerstin Hänel), Fähnrich in Othellos Diensten, sieht sich um seine verdiente Beförderung gebracht, denn Othello hat nicht ihn, sondern den Edelmann Michael Cassio (Florian Graf) zu seinem Leutnant ernannt. Jago gelingt es, den venezianischen Edelmann Rodrigo (Benjamin Hübner), der vergeblich in Desdemona verliebt ist, für seinen Rachefeldzug gegen Othello zu gewinnen. Nach dem Sieg über die türkische Flotte nutzt Jago die Siegesfeier auf Zypern, um seine Intrige gegen Othello voranzutreiben. Im Siegestaumel lässt sich Leutnant Cassio zum Trinken animieren und tötet einen zypriotischen Zivilisten. Othello muss seinen Leutnant degradieren. In seiner Verzweiflung wendet Cassio sich an Jago, der ein doppeltes Spiel spielt.

Konstanze Lauterbach verbindet Shakespeares Klassiker mit zwei modernen Setzungen und verleiht dem Gang der Handlung dadurch zusätzlich Deutungsmöglichkeiten. Die Figur des Jago wird in ihrer Fassung als Frau erzählt, die selbst einmal eine Affäre mit der Titelrolle hatte - die berufliche Degradierung wird somit noch durch eine persönliche Demütigung der zurückgewiesenen Liebe unterstrichen. Die Regisseurin setzt zusätzlich auf lautmalerische Effekte: So erhält nicht nur die Bevölkerung Zyperns in Form eines Chores eine imposant klingende Stimme, auch der Einsatz von Musik aus Verdis Oper "Othello" schafft einen zusätzlichen Resonanzraum. Inspiriert wurde Konstanze Lauterbach von Walter Felsensteins 1959 an der Komischen Oper Berlin inszenierten "Othello".

Sie bringen in Coburger Shakespeares "Othello" auf die Bühne

Premieren-Tipp "Othello! -

Tragödie von William Shakespeare; Premiere: Samstag, 8. Februar, 19.30 Uhr, Landestheater Coburg Termine 14., 20. Februar, 19.30 Uhr, 23. Februar, 15 Uhr, 26. Februar, 3., 6., 12. März, 19.30 Uhr, 15. März, 18 Uhr, 25. März, 19.30 Uhr, 5. April, 18 Uhr, 16. April, 19.30 Uhr, 3. Mai, 18 Uhr

Produktionsteam

Inszenierung und Kostüme: Konstanze Lauterbach

Bühne: Ariane Salzbrunn

Dramaturgie: Carola von Gradulewski

Besetzung Othello: Nils Liebscher

Cassio: Florian Graf

Jago: Kerstin Hänel

Rodrigo: Benjamin Hübner

Der Doge von Venedig: Bernhard Leute

Montano: Frederik Leberle

Lodovico: Karsten Zinser

Desdemona: Solvejg Schomers

Emilia: Eva Marianne Berger

Das Stück Angestachelt von Othellos Fähnrich Jago hat der venezianische Senator Brabantio General Othello der Hexerei beschuldigt. Anders kann es sich der wütende Vater nicht erklären, dass sich seine Tochter Desdemona mit einem Kriegsherrn maurischer Abkunft eingelassen haben soll. Dem Dogen von Venedig droht der Verlust Zyperns. Sein bester Mann im Kampf gegen die türkische Flotte ist Othello. Wie könnte er da auf ihn verzichten? Im Kreuzverhör bekennen sich Othello und Desdemona zueinander und die heimlich in der Nacht geschlossene Hochzeit wird vom Dogen anerkannt. Othello begibt sich umgehend auf den Feldzug gegen die Türken. Desdemona folgt ihm nach. Othello beherrscht das Kriegshandwerk, aber in zwischenmenschlichen Dingen ist er ungeschickt. Leicht beeinflussbar misstraut er denen, die es gut mit ihm meinen, und schenkt sein uneingeschränktes Vertrauen seinem größten Widersacher Jago. Die fatalen Folgen dieser Fehleinschätzungen kulminieren im tragischen Ende, wenn Othello keinen Ausweg aus seiner Eifersucht mehr sieht und seine unschuldige Frau Desdemona ermordet.

Das Thema In seiner Tragödie "Othello" erzählt William Shakespeare nicht nur eine Geschichte von Liebe, Eifersucht und Intrigen. Es ist auch die Geschichte eines Außenseiters, eines Fremden, der versucht in der venezianischen Gesellschaft als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden. Als Kriegsheld und als Werkzeug im Kampf gegen die Türken ist der "Mohr von Venedig" wohl gelitten, aber was ist, wenn er mehr will.

Konstanze Lauterbach absolvierte zunächst eine Ausbildung als Textilfacharbeiterin, wirkte dann als Requisiteurin in Gera. 1976 bis 1981 studierte sie an der Karl-Marx-Universität in Leipzig Germanistik und Literaturwissenschaften. 1987 bis 1990 war sie Regisseurin am Thüringer Landestheater Rudolstadt. Konstanze Lauterbach wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Am Landestheater Coburg war sie mehrfach als Regisseurin zu Gast. Im Juni 2013 inszenierte sie Tschaikowskys "Eugen Onegin", im Mai 2014 Ödon von Horváths schwarze Komödie "Zur schönen Aussicht", im September 2015 Bellinis Oper "Norma", im Januar 2017 folgte "Antigone" von Euripides. Zuletzt inszenierte sie in Coburg im Juni 2018 mit großem Erfolg die Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Kurt Weill auf einen Text von Bert Brecht. Vorverkauf Tickets gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Hindenburgstraße 3a.red

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