Seßlach
Stadthaushalt

Seßlach mit Rekordhaushalt

Dank guter Steuereinnahmen kann die Stadt in diesem Jahr fast 4,8 Millionen investieren und Schulden abbauen.
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Die Ortsdurchfahrt von Heilgersdorf müsste dringend saniert werden. Die Stadt müsste sich an den Kosten beteiligen. Der Landkreis hat die Baumaßnahme aber verschoben. Foto: Simone Bastian
Die Ortsdurchfahrt von Heilgersdorf müsste dringend saniert werden. Die Stadt müsste sich an den Kosten beteiligen. Der Landkreis hat die Baumaßnahme aber verschoben. Foto: Simone Bastian

"Ein Rekordvolumen" erreichen die Investitionen, die die Stadt Seßlach in diesem Jahr tätigen will. Das sagte Kämmerer Fabian Leppert am Dienstagabend in der Stadtratssitzung in der Alten Schule. Rekordverdächtig war auch das Tempo, in dem der Stadtrat den Haushalt mit einem Gesamtumfang von 13,3 Millionen Euro verabschiedete: Außer Lepperts kurzer Haushaltsrede gab es keine Anmerkungen oder Nachfragen, Gegenstimmen auch nicht.

4,77 Millionen Euro will Seßlach in diesem Jahr für Baumaßnahmen oder größere Anschaffungen ausgeben. Leppert zählte die wichtigsten auf: Restsanierung des Rathauses, Ausrüstung für die Feuerwehren, Glasfaseranschluss für die Schule, Zuschüsse beziehungsweise Sanierungen in den Kitas Gemünda und Heilgersdorf, Umbau des Freibads Autenhausen, ein neuer Bulldog für den Bauhof, ein neuer Maischebottich für das Brauhaus.

Dennoch erwartet Leppert im Vermögenshaushalt einen Überschuss von 200000 Euro, die aber ebenfalls schon mehr oder weniger verplant sind. Denn der Landkreis hat die Sanierung der Heilgersdorfer Ortsdurchfahrt und der Straße nach Watzendorf auf die nächsten Jahre verschoben. Da kommen auch Kosten auf die Stadt zu, wie Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) bestätigte.

Es bleibt bei sieben Wahllokalen

Fast einhellig abgelehnt wurde hingegen der Vorschlag der Verwaltung, für die Europawahl im Mai und die Kommunalwahl im Jahr 2020 nur noch vier Wahllokale im ganzen Stadtgebiet auszuweisen. Die Verwaltung hatte dafür mit dem Hinweis geworben, man erwarte bis zu 70 Prozent Briefwähler. "Das sind aber doch ganz schön weite Wege, von Oberelldorf bis Heilgersdorf", meinte dagegen Dritte Bürgermeisterin Renate Schubart-Eisenhardt (CSU). Das hatte schon der Hauptausschuss so gesehen, der den Verwaltungsvorschlag in der Vorberatung einstimmig abgelehnt hatte. Für weniger Wahllokale stimmte im Stadtrat nur Sven Jahrsdörfer (CSU).

Was wird aus der Altstadt?

Intensiv diskutiert wurde ein Thema, das gar nicht auf der Tagesordnung stand: Welche Folgen wird es für die Innenstadt haben, wenn das Ärztehaus am Edeka-Markt erst einmal in Betrieb ist und sich dort auch die Apotheke und die Physiotherapie ansiedeln? "Man sollte die Parksituation überdenken", meinte Gudrun Jöchner (FW). Marcus Werner (CSU) hielt es für erforderlich, an der Bahnhofstraße einen Fußgängerüberweg zu schaffen, da künftig sicherlich viele Fußgänger aus der Siedlung die Straße überqueren würden.

Was das angehe, habe schon sein Vorgänger Martin Mittag einige Vorstöße gemacht, sagte Neeb. Doch bislang hätten Straßenbauamt und Polizei zusätzliche Überwege abgelehnt. Es sei aber allgemein bekannt, dass an dieser Stelle meist viel zu schnell gefahren werde.

Neeb versprach, dass er das Thema weiterverfolgen wolle. Vielleicht ändere sich ja die Haltung von Polizei und Staatlichem Bauamt, wenn das Ärztehaus in Betrieb sei. Das Parken und die weitere Entwicklung der Altstadt werde auch im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts bearbeitet, sagte Neeb. Das Isek, zu dem auch Bürgerbeteiligung gehört, will die Stadt in diesem Jahr angehen.

In aller Kürze

Stadtbücherei 4115 Bücher und andere Medien im Bestand, 8161 Ausleihen im Jahr 2018, 240 aktive Leser, darunter 20 neue - Büchereileiterin Marion Geiß konnte stabile Zahlen vermelden. Wer die Bücherei kennenlernen will, kann den Tag der offenen Tür am Sonntag, 5. April, ab 14 Uhr nutzen.

Kitas Die Gebühren in den städtischen Kindergärten steigen ab 1. September um 14 Euro monatlich. Das wurde einstimmig beschlossen.

Friedhöfe Erhöht wurden die Friedhofsgebühren bei einer Gegenstimme. Die neuen Gebühren gelten ab 1. Juli.

Memmelsdorf Die Gemeinde Untermerzbach erlässt für das "Industriegebiet Rösler" einen Bebauungsplan. Die Stadt Seßlach erhebt keine Einwände und hält es auch nicht für nötig, weiterhin am Genehmigungsverfahren beteiligt zu werden.

Entschädigung Zusätzlich zu seinen Bezügen erhält der Bürgermeister eine Aufwandsentschädigung. Weil es einen neuen Bürgermeister gibt, muss der Stadtrat die Aufwandsentschädigung neu beschließen: 490,67 Euro pro Monat sind es - der Betrag bleibt unverändert.

Mitfahrbank Sie wird am Freitag geliefert, aber wo soll sie hinaufgestellt werden? Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) bittet um Vorschläge. Wer auf einer Mitfahrbank sitzt, signalisiert, dass er von vorbeikommenden Autofahrern mitgenommen werden will.



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