Seßlach
Adventsmarkt

Seßlach ist auch im Regen weihnachtlich

Wetterfest musste man schon sein, wenn man heuer zum Adventsmarkt nach Seßlach wollte. Lohnenswert war der Besuch aber allemal.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dass die schöne Altstadt Seßlachs noch ein wenig heimeliger erscheint, dafür sorgt alljährlich am ersten Adventswochenende der Seßlacher Adventsmarkt. Sehnsüchtig erwartet wurden der Nikolaus (Olaf Turek) und das Christkind (Mia-Sophie Klee) von den kleinsten Besuchern.
Dass die schöne Altstadt Seßlachs noch ein wenig heimeliger erscheint, dafür sorgt alljährlich am ersten Adventswochenende der Seßlacher Adventsmarkt. Sehnsüchtig erwartet wurden der Nikolaus (Olaf Turek) und das Christkind (Mia-Sophie Klee) von den kleinsten Besuchern.
+17 Bilder

"Lieber guter Nikolaus, ziehe deine Stiefel aus!" Das forderten viele Kinder am Wochenende bei der Eröffnung des Seßlacher Adventsmarkts auf. Doch vergeblich: Der Nikolaus (Olaf Turek) mochte seine Schuhe anbehalten. Selbst wenn die Jungen und Mädchen, die dieses beliebte Gedicht gewählt hatten, doch allesamt versprachen, er könne sie wieder anziehen, denn sei er "ein guter Mann".

Die jüngsten Besucher standen vor der Bühne auf dem Maximiliansplatz Schlange, um ein Gedicht oder Lied darzubringen. Während so manchem beim Anblick des Heiligen Mannes die Worte im Halse stecken blieben oder die Mama mit auf die Bühne nahmen, zeigten sich andere ganz kess. Auf die Frage, ob er denn vom Nikolaus oder vom Christkind ein Geschenk möchte, antwortet der kleine Joshua überzeugend: "Von beiden!"

Das Seßlacher Christkind Mia-Sophie Klee präsentierte sich zuvor routiniert den zahlreichen Besuchern. "Wir sollten uns gegenseitig Liebe und Freude schenken", forderte sie die Gäste auf. Es war bereits der dritte Auftritt der Heilgersdorferin in dieser Rolle. Vor zwei Wochen hatte Klee beim zweiten Christkinder-Symposium der Weihnachtsregion Coburg-Rennsteig in Lauscha das Auftreten auf der Bühne geübt. Besonders stolz war die Zwölfjährige auf ihr neues Kleid: ein Unikat aus dem "Kleiderschneider"-Atelier: "Es ist aus Seide und fühlt sich ganz toll an." Unterstützt wurde das Christkind von den Engelchen Johanna Hartan, Leni und Lilly Hofmann sowie Victoria Vollert.

Seßlachs Tourismuschefin Carolin Franz hatte eine breite Auswahl an Ausstellern nach Seßlach geholt. Sie präsentierten ihre Waren, von Mode und Schmuck über Kulinarisches und Kunsthandwerk bis hin zu Weihnachtsartikeln, überwiegend alles hand- und hausgemacht. Erneut hatte Franz die Ausstellungsfläche bis auf die Luitpoldstraße ausgedehnt und auf die früher üblichen kleinen Weihnachtsbäume verzichtet. So blieb noch Platz für weitere Anbieter.

Stimmungsvoll präsentierten sich die Höfe, allen voran die Marktpassage, der Biergarten des "Roten Ochsen", der Handwerkerhof und der "Kleine Pörtner". Dort hatte der Inner Wheel Club Coburg-Obermain seine Stände aufgebaut. Ebenfalls gemeinnützigen Zwecken dienten die Buden der Wefa, die Heilgersdorfer Kindertagesstätte "Schneckenhaus" und der "Freunde für Asien". Im Heimatmuseum, während der Rathaussanierung Heim des Tourismusbüros, wartete ein "Baum der Nächstenliebe und Hoffnung" darauf, mit gespendeten Weihnachtskugeln geschmückt zu werden. Der Erlös soll einem sozialen Zweck zugute kommen.

Als kommissarischer Bürgermeister hatte kurz nach 17 Uhr Wolfgang Pfister (CSU) auf der Bühne am Maximiliansplatz den Adventsmarkt offiziell eröffnet. Die "schöne mittelalterliche Stadt" solle durch das weihnachtliche Flair noch "ein bisserl schöner und festlicher wirken", sagte er. Pfister riet: "Lassen Sie sich nicht anstecken von der Hektik unserer schnelllebigen Zeit", vielmehr sollte der Advent genutzt werden, um Ruhe und Zufriedenheit zu finden.

Jeder ist ein Hoffnungsträger

Am Samstagnachmittag stimmten Pfarrer Tobias Knötig (Heilgersdorf) und Pastoralreferentin Susanne Lindner (Seßlach) gemeinsam die Gäste in der Stadtpfarrkirche auf den Advent ein. Dabei stand das Warten im Mittelpunkt: "Advent heißt Ankunft, doch worauf und wie warten wir 2018 eigentlich noch?", fragte Lindner. Ihre Anregung: Jeder sollte sich einmal überlegen, wie er Hoffnungsträger für eine bessere Welt sein und für mehr Frieden und Gerechtigkeit sorgen könne.

Das Warten auf das gemeinsame Konzert vom "Jochos-Chor" und der Stadtkapelle lohnte sich. Abwechselnd präsentierten Sängerinnen wie Musiker schwungvolle wie stimmungsvolle adventliche Musikstücke. Ebenfalls mit vorweihnachtlichen Weisen unterhielten am Sonntag der Posaunenchor Heilgersdorf, die Autenhausener Musikanten und die Stadtkapelle Seßlach die Besucher, die dem Dauerregen übers Wochenende hinweg trotzten. Organisatorin Carolin Franz von der Stadtverwaltung zog am Sonntag ein positives Fazit - auch wenn das Wetter heuer so gar nicht mitspielte.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren