Coburg
Seniorenbeirat

Seniorenarbeit soll Pflichtaufgabe werden

Die städtische Fürsorge für Senioren ist in Coburg eine "freiwillige Leistung". Das könnte sich ändern.
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Das bisherige Mila-Gottfriedsen-Haus der einstigen Rotkeuzschwesternschaft Marienhaus Coburg gehört jetzt zum Regiomed-Verbund. Das kommt auch im neuen Namen zum Ausdruck "Seniorenzentrum und Tagespflege am Eckardtsberg". Unser Bild zeigt von links: Prokurist Hans Meißner vom Bereich Seniorenzentren und Wohnheime im Regiomed-Verbund, Angelika Beilein, im Seniorenbeirat "Patin" für das Seniorenzentrum am Eckardtsberg, Bürgermeister Thomas Nowak, Bernd Fischer, im Seniorenbeirat auch "Pate" für...
Das bisherige Mila-Gottfriedsen-Haus der einstigen Rotkeuzschwesternschaft Marienhaus Coburg gehört jetzt zum Regiomed-Verbund. Das kommt auch im neuen Namen zum Ausdruck "Seniorenzentrum und Tagespflege am Eckardtsberg". Unser Bild zeigt von links: Prokurist Hans Meißner vom Bereich Seniorenzentren und Wohnheime im Regiomed-Verbund, Angelika Beilein, im Seniorenbeirat "Patin" für das Seniorenzentrum am Eckardtsberg, Bürgermeister Thomas Nowak, Bernd Fischer, im Seniorenbeirat auch "Pate" für das Seniorenzentrum am Eckardtsberg, und Verwaltungsrat Peter Schubert vom Sozialamt. Foto: Martin Koch

Diakon Matthias Ernst, Leiter des Ernst-Faber-Hauses, hat bei der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirates der Stadt Coburg das derzeitige Entlassmanagement am Klinikum Coburg kritisiert. Konkret geht es dabei vor allem um die Organisation des Übergangs von einer abgeschlossenen Klinikbehandlung in eine neue Pflegesituation. Ein ganz normaler Patient geht halt nach der Krankenhausbehandlung einfach wieder nach Hause. Das ist ja kein Problem. Ein Patient, der ursprünglich aus einer stationären Einrichtung ins Krankenhaus gekommen war, kehrt nach der Krankenhausbehandlung ja auch wieder in sein Seniorenheim zurück. Das ist auch kein Problem. Wenn sich ein individueller Betreuungs- oder Pflegebedarf erst nach dem Klinikaufenthalt ergibt, dann wird es schwierig. Eine Rückkehr in die eigene Wohnung sei ja dann meistens so ohne weiteres nicht möglich. Früher habe die Kliniksozialarbeit oder ein spezielles Entlassmanagement Hilfestellung gegeben. Hans Meißner, in der Regiomedgruppe Prokurist im Bereich Seniorenzentren und Wohnheime, gestand, dass es durchaus Verbesserungsmöglichkeiten im Entlassmanagement des Klinikums gebe. Das von Diakon Ernst beschriebene Problem sei aber kein spezielles Coburger Phänomen. "Die Krankenhäuser sind angehalten, die Patienten so bald wie möglich zu entlassen", sagte Meißner.

Wenn das Wetter dem Seniorenbeirat wohlgesonnen sein wird, steht dem Erfolg des "Flohmarktes der Generationen" am kommenden Samstag, 24. September, eigentlich nichts im Wege. Mit den Standgebühren und den Verkaufserlösen aus dem eigenen Stand des Seniorenbeirates soll die Seniorenarbeit der Stadt Coburg unterstützt werden. "Im vergangenen Jahr ist das geplante Hospiz unterstützt worden", sagte Verwaltungsrat Peter Schubert vom Sozialamt.

Bernd Fischer ist nicht nur Mitglied des Seniorenbeirates der Stadt Coburg, sondern auch stellvertretender Vorsitzender der Landesseniorenvertretung in Bayern. Diese Landesseniorenvertretung habe auf ihrer oberfränkischen Bezirksversammlung im Juli in Oberkotzau eine Resolution verabschiedet, die Seniorenarbeit in der Bayerischen Gemeindeordnung zur Pflichtaufgabe der Gemeinden aufzuwerten. Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) erklärte dazu, dass die Seniorenarbeit bisher nur eine "freiwillige Leistung" sei. Sollte eine Kommune bei finanziellen Schwierigkeiten von ihrer zuständigen Aufsichtsbehörde, zum Beispiel der Regierung von Oberfranken, zu einer strengen Haushaltsdisziplin gezwungen sein, so könnten schnell die Ausgaben für die "freiwillige Leistung" Seniorenarbeit gestrichen werden. Werde aus der Seniorenarbeit eine Pflichtaufgabe, sei das dann nicht mehr möglich. Die LSVB-Bezirksversammlung hat die Resolution einstimmig verabschiedet. Ebenso einstimmig unterstützt jetzt auch der Seniorenbeirat der Stadt Coburg diesen Antrag.

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