Coburg
Senioren-Uni

Senioren studierten in Coburg für einen Tag

Die älteren Generationen waren am Samstag zu Gast an der Hochschule Coburg. Bei sehr interessanten Themen gewannen sie einen Einblick in die Uni.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Senioren-Uni in Coburg besuchten am Samstag 130 "Erstsemesterstudenten" und erlebten dabei einen sehr informativen Tag an der Hochschule "oben auf dem Berg". Foto: Wolfgang Desombre
Die Senioren-Uni in Coburg besuchten am Samstag 130 "Erstsemesterstudenten" und erlebten dabei einen sehr informativen Tag an der Hochschule "oben auf dem Berg". Foto: Wolfgang Desombre

"Studieren für einen Tag" lautet der Leitgedanke der Senioren-Uni der Hochschule Coburg. Organisiert wurde der Tag von Studenten der Integrativen Gesundheitsförderung und der Sozialen Arbeit. Die Senioren erwarteten interessante Vorlesungen aus Themenbereichen der verschiedenen Fakultäten der Hochschule und spannende Workshops.

Erstmals haben bei der Senioren-Uni auch die Senioren-Coaches Sybille Fugmann, Axel Lindner, Verena Blume, Rolf Schillig, Joachim Clemens und Jürgen Bauer ihr erworbenes Wissen aus den verschiedensten Bereichen wie Architektur, Pädagogik, Maschinenbau oder der Suchtberatung an die Studierenden weitergegeben. Im Rentenalter oder kurz davor wollen sie ihr Wissen, Know-how und Berufserfahrung anderen Senioren vermitteln. Beate Weigle und Nicole Hegel hatten das Projekt organisiert und es von je fünf Studenten der Fachrichtungen Soziale Arbeit und Integrative Gesundheitsförderung interdisziplinär durchführen lassen.

Früh aufstehen hieß es am Samstag für 130 Besucher im "besten Alter", aber auch für viele Studenten, die durch ihr Engagement diesen Tag erst möglich gemacht haben. Die Vorlesungen fanden in den Hörsälen statt, um auch die Atmosphäre der Hochschule "oben auf dem Berg" widerzuspiegeln. Viele konnten sich dabei sicherlich an ihre eigene Studienzeit zurückerinnern oder ganz einfach den Alltag an der Hochschule kennenlernen.

Das Durchschnittsalter gehoben

Die Combo der Hochschule eröffnete den kurzweiligen Tag musikalisch. Vizepräsident Michael Lichtlein ließ es sich nicht nehmen, alle 130 "Erstsemesterstudenten" in der Hochschule willkommen zu heißen. Sie würden das Durchschnittsalter doch deutlich heben, scherzte der Vizepräsident. Dass sie trotz ihres Alters Interesse und Motivation zeigten, neue Aspekte kennenzulernen, fand er besonders wichtig. "Professoren oder Dozenten sind auch nur Menschen", machte er allen Mut, freudig an den Vorlesungen teilzunehmen.

Die wissensdurstigen Studierenden im Alter von 50 bis 89 Jahren konnten zwischen sieben Vorlesungen wählen. Das Thema "Smart-Home-Technologien" wurde von den meisten gewählt, sagte Mitorganisatiorin Laura Stößel. Smart Home steht für "intelligentes Haus", und damit ist die Technologie der Elektro- und Informationstechnik gemeint, die im Haus eingebaut wird und den Bewohnern hilft. Die Vorlesung von Matthäus Brela vermittelte Grundlagen zu eingesetzten Aktoren, Sensoren und Kommunikationshilfen. Dank der Elektro- und Informationstechnik wird erkannt, wann es dunkel wird und das Licht angeschaltet werden muss.

Förderung der Region mitgestaltet

Das Thema "Innovation und Kreativmethoden zur Förderung der Region" beleuchtete Christian Zagel. Wie kann die Region Coburg für junge Leute attraktiver werden? Wie kann man einen generationsübergreifenden Austausch fördern? In diesem Workshop konnten die Teilnehmer in einem Mini-Projekt die nachhaltige Förderung der Region mitgestalten. Anhand verschiedener Methoden wurden die besten Ideen, wie die junge Generation vom Wissen der Älteren profitieren kann und umgekehrt, gesammelt. Den Workshop begleiteten Coaches aus dem Masterstudiengang Zukunftsdesign.

Auf Platz 3 kam das Thema "Kyronik - weshalb Kälte ewig jung hält". Bei Organtransplantationen und großen Operationen werden Organe und Patienten gekühlt. Warum? Zellen, Embryos einfrieren, lagern und ohne Vitalitätsverlust auftauen, also ins Leben zurückholen, das ist Stand der Technik heute. Wie geht das? Diese Frage beantwortete Diplom-Ingenieurin Antje Vondran. Was passiert auf molekularer Ebene und warum sind Temperaturen unter - 130 Grad Celsius notwendig? Tiefgekühlt in glasartigem Zustand und aus der Kälte zurück ins Leben? Über 300 Menschen haben sich nach ihrem Tod bereits einfrieren lassen - eine berechtigte Hoffnung?

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren