Coburg
HSC 2000 Coburg

Selbst Gorrs Argumente stachen nicht

Mit Kenny Schramm, Andy Wolf, Daniel Metz und Christoph Schuhmann verlassen vier hoffnungsvolle Spieler ihren Heimatverein. Stefan Schuhmann hängt die Schuhe an den Nagel. Nikola Franke unterschrieb für die 1. Mannschaft und "Oldie" Havard Martinsen verlängerte seinen Vertrag.
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Die mit einem Doppelspielrecht ausgestatteten HSC-Youngster (von links): Daniel Metz, Kenny Schramm und Nikola Franke, schoben in den letzten Monaten viel Frust auf der Auswechselbank der 1. Mannschaft. Während sich Metz für einen Wechsel zu seinem Heimatverein SG Rödental in die Bezirksoberliga entschieden hat, geht Linksaußen Schramm ab der nächsten Saison für den Coburger Ligakonkurrenten ASV Auerbach auf Torejagd. Franke bleibt den Vestestädtern dagegen treu. Der große Abwehrspezialist ha...
Die mit einem Doppelspielrecht ausgestatteten HSC-Youngster (von links): Daniel Metz, Kenny Schramm und Nikola Franke, schoben in den letzten Monaten viel Frust auf der Auswechselbank der 1. Mannschaft. Während sich Metz für einen Wechsel zu seinem Heimatverein SG Rödental in die Bezirksoberliga entschieden hat, geht Linksaußen Schramm ab der nächsten Saison für den Coburger Ligakonkurrenten ASV Auerbach auf Torejagd. Franke bleibt den Vestestädtern dagegen treu. Der große Abwehrspezialist hat verlängert und hofft, dass ihm unter dem künftigen Cheftrainer Jan Gorr endgültig den Durchbruch beim HSC gelingt. Er unterschrieb einen Vertrag nur für die 1. Mannschaft. Foto: Archiv/Albert Höchstädter
Beim HSC Coburg laufen die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren. Während zwei weitere Spieler an den Verein gebunden werden konnten, waren alle Bemühungen vergeblich, drei Eigengewächse zu halten. Selbst persönliche Gespräche mit dem künftigen Cheftrainer Jan Gorr fruchteten nicht: Kenny Schramm, Christoph Schuhmann und Andreas Wolf kehren dem HSC am Saisonende den Rücken und suchen ihr Handballglück woanders.

Doch der Reihe nach: Der 35-jährige Publikumsliebling Havard Martinsen steht auch nächste Saison zwischen den Pfosten der Coburger. Der dienstälteste Spieler des Coburger Drittligisten bildet dann mit der neuen Nummer Eins, Oliver Krechel, das Torwart-Duo.

Franke soll wichtige Rolle spielen

Froh sind die Verantwortlichen, dass der Vertrag mit dem Coburger Eigengewächs Nikola Franke verlängert wurde.
Der 23-Jährige wurde in dieser Saison überwiegend in der Abwehr eingesetzt und soll unter Gorr eine wichtige Rolle spielen.

Weniger erfolgreich verliefen die intensiven Gespräche mit Linksaußen Kenny Schramm, der den Klub verlässt. "Trotz eines verbesserten Vertragsangebotes und der Möglichkeit unter dem Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Jan Gorr, zu trainieren, zog es der 21-Jährige vor, den Verein zu verlassen", das teilte der für die Öffentlichkeitsarbeit beim HSC Coburg mit verantwortliche Thomas Apfel mit. Selbst Jan Gorr hätte Schramm nicht mehr von einem Verbleib in der Vestestadt überzeugen können. Er wird künftig für den abstiegsgefährdeten Ligakonkurrenten ASV Auerbach in der Operpfalz auf Torejagd gehen.

Schramm ist maßlos enttäuscht

"Das hat rein sportliche Gründe", sagt Schramm, der kein Hehl aus seiner Enttäuschung über den HSC macht: "Der Vorstand soll sich mal überlegen, warum ich die weite Fahrt nach Auerbach in Kauf nehme". Vom Meinungsaustausch mit Jan Gorr hatte er sich auch mehr erhofft, denn der künftige Trainer hätte ihm keine Garantie gegeben, dass er nächste Saison einer von zwei Linksaußen in der 1. Mannschaft sein wird: "Er hat mir gesagt, dass er mich noch nie spielen gesehen hat, das ist für mich enttäuschend, schließlich gibt es ja auch viele Videos."
Da Schramm auch nächste Saison noch ein Doppelspielrecht bekommen hätte, wären Einsätze in der 2. Mannschaft für ihn an der Tagesordnung gewesen. Und das wollte er nicht, "denn ich glaube, dass die HSC-Bayernliga-Truppe nächstes Jahr nicht konkurrenzfähig ist". Noch ein Jahr wollte ich mir das nicht antun", entschied sich Schramm.

Jan Gorr bedauert die Entscheidung Schramms, hat sie aber akzeptiert: "Ich habe Kenny erklärt, dass die Trainingsbedingungen für junge Spieler beim HSC künftig deutlich verbessert werden. Da unsere konkreten Personalplanungen noch nicht abgeschlossen sind, konnte ich ihm keine Spielgarantie geben. Letztlich hat es aber jeder Spieler selbst in der Hand, mit Leistungen zu überzeugen", erklärt Gorr, der nach eigenen Worten ungern Dinge verspricht, "die ich später vielleicht nicht halten kann".

Gorr: "Ich verspreche nichts"

Gorr räumt ein, dass er Schramm bisher wenig beobachten konnte, da er selten in den Spielen, die er sah, zum Zug kam. Allerdings habe er neben Live-Spielen und Videoaufzeichnungen der 1. Mannschaft auch schon die HSC-Zweite unter die Lupe genommen und hätte gerne mit Kenny Schramm zusammen gearbeitet: "Da Kenny bisher in der 1. Mannschaft noch keine führende Rolle spielt, habe ich ihm gesagt, dass ich ihn in der täglichen Trainingsarbeit kennenlernen möchte. Wenn das einem jungen Spieler nicht ausreicht, steht es ihm frei, sich anders zu orientieren."

Umbruch bei der 2. Mannschaft

Andreas Wolf, eines der hoffnungsvollsten Talente des Klubs, kam zuletzt überwiegend in der 2. Mannschaft des HSC 2000 Coburg zum Einsatz. Auch den 21-Jährigen hätte der HSC 2000 gerne weiter verpflichtet, aber er kehrt seinem Heimatverein ebenfalls den Rücken. Sein Ziel ist offiziell noch unbekannt, allerdings scheint klar, dass auch er nach Auerbach geht und mit Schramm eine Fahrgemeinschaft bilden wird.

Das Bayernliga-Team steht deshalb vor einem personellen Umbruch. Auch weil der ehemalige Linksaußen der 1. Mannschaft, Christoph Schuhmann, zum Landesliga-Aufsteiger Bad Rodach wechselt. Sein Bruder Stefan Schuhmann - früherer Kreisläufer in der 1. Mannschaft - hängt seine Handballschuhe an den Nagel und beendet vorerst seine aktive Laufbahn.

Daniel Metz zur SG Rödental

Dazu kommt Mittelspieler Daniel Metz, der den Verein ebenfalls verlässt. Er will in der neuen Serie bei seinem Heimatverein SG Rödental in der Bezirksoberliga spielen. Und auch Franke steht der Zweiten künftig nicht mehr zur Verfügung, denn er unterschrieb Tageblatt-Informationen zu Folge einen Vertrag, der lediglich für die 1. Mannschaft gilt.

Nach den Worten von HSC-Sportvorstand Michael Häfner laufen aber derzeit intensive Gespräche mit einigen talentierten Spielern aus der Region, schließlich soll auch in der nächsten Saison eine schlagkräftige Truppe in die Bayernliga geschickt werden. Vom Klassenerhalt geht der HSC jedenfalls fest aus. Klar ist, dass die Zusammenarbeit zwischen der 1. und 2. Mannschaft dringend verbessert werden muss. In Zukunft soll der gemeinsame Trainingsbetrieb besser gestaltet werden. Vereinstrainer Zdenek Vanek und Jan Gorr arbeiten Hand in Hand.
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