Coburg
Auftritt

Schwelgerisch begrüßt Coburg das neue Jahr

Wie das Philharmonische Orchester des Landestheaters im Zeichen des Doppel-Jubiläums von Albert und Victoria eine Brücke schlägt zwischen Coburg und London.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Sopranistin Laura Verena Incko war die gefeierte Solistin beim Coburger Neujahrskonzert im Kongresshaus Rosengarten.Foto: Jochen Berger
Die Sopranistin Laura Verena Incko war die gefeierte Solistin beim Coburger Neujahrskonzert im Kongresshaus Rosengarten.Foto: Jochen Berger
+19 Bilder

Kunst in Zeiten der Brexit-Wirren - ist das bloß eine nette Zutat oder vielleicht doch eine Chance, im Auseinanderdriften der Staaten unbeirrbar an Gemeinsamkeiten zu erinnern? Coburg jedenfalls schickte im 32. Neujahrskonzert der Stadt schon mal einen musikalischen Botschafter auf die Insel. "Johann Strauß in London" - unter dieses Motto hatte Coburgs noch bis Sommer 2020 amtierender Generalmusikdirektor Roland Kluttig sein Programm im Kongresshaus gestellt.

Doppel-Jubiläum 2019

Der Walzerkönig und sein Vater - sie warben mit ihrer Musik für Coburg und sein Landestheater knapp fünf Monate vor einer ehrgeizigen künstlerischen Mission von der Itz an die Themse. Immerhin wird das Philharmonische Orchester des Landestheaters am 25. Mai erstmals in London gastieren - als Beitrag zum Doppel-Jubiläum von Queen Victoria und Prinzgemahl Albert.

Geschmeidig und mit Pathos

Johann Strauß Senior lieferte gleichsam die blumig formulierte Begrüßung. "Huldigung der Königin Victoria von Großbritannien" hat Strauß seinen Walzer op. 103 betitelt, der den Auftakt bildete - geschmeidig und mit dem nötigen Quantum an Pathos vom musizierfreudigen Philharmonischen Orchester präsentiert.

Walzerkönig und seine Epigonen

Einige altgediente Straußianer hatten im letzten Jahr nach dem Neujahrskonzert des Philharmonischen Orchesters ein wenig moniert, dass das Programm nicht (fast) ausschließlich der Musik der Walzerdynastie und ihrer Epigonen vorbehalten war.

Kluttig setzt eigene Akzente

Doch Roland Kluttig setzte sich auch in diesem Jahr mit seiner Werkauswahl ganz bewusst ab von der in Coburg fast drei Jahrzehnte gepflegten Tradition der Neujahrskonzerte mit dem Alt-Wiener Strauss-Ensemble aus Stuttgart. Kluttig bevorzugt die Kombination von Strauß mit einer Reihe anderer Komponisten.

Liebesgruß von Elgar

In dieser Matinee setzten Edward Elgar und Erich Wolfgang Korngold die britisch-deutschen Kontrapunkte zum Walzerkönig aus der Donaumonarchie. Elgar verströmte an diesem Vormittag im bestens besuchten Kongresshaus melodischen Charme in seinem klingenden Liebesgruß (Salut d"Amour), raffinierte rhythmische Nuancen und fein differenzierte Klangfarben in seinen "Three Bavarian Dances" und dem Walzer aus "The Starlight Express".

Drei Sätze aus der Ballettpantomime "Der Schneemann" des einstigen komponierenden Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold gerieten unter Kluttigs Leitung mit nostalgischem Charme und genau dosiertem Raffinement.

Informationen und Anekdoten

Nachdem Coburgs ehemaliger Intendant Bodo Busse im vergangenen Jahr nochmals ein moderierendes Neujahrskonzert-Gastspiel im Kongresshaus gegeben hatte, übernahm erstmals sein Nachfolger Bernhard F. Loges diese prestigeträchtige Aufgabe. Loges führte kenntnisreich und kurzweilig durch den Vormittag, würzte die Informationen bei Bedarf mit Anekdoten.

"Einer wird kommen"

Die einzige Vokalsolistin dieser Matinee war die junge Sopranistin Laura Verena Incko, die seit dieser Spielzeit dem Ensemble des Landestheaters angehört. Sie durfte sich mit schwelgerischen Melodien vorstellen - "Oh stars, shine brightly" aus "Starlight Express", der sehnsüchtigen Lehár-Arie "Einer wird kommen" aus dem "Zarewitsch" und dem Robert-Stolz-Hit "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" aus "Der Favorit". Am Dirigentenpult achtete Roland Kluttig aufmerksam darauf, dass ihre schlanke, hell timbrierte, zart lyrisch gefärbte Stimme vom Orchester nicht übertönt, sondern gleichsam von einem weichen Klangkissen getragen wurde.

"Nordseebilder"

Seine Strauß-Kompetenz bewies das Philharmonische Orchester bei zwei großen Walzern von Johann Strauß. Seine "Nordseebilder" standen im Zentrum des ersten Teils, der "Kaiserwalzer" war das umjubelte Finale des zweiten Teils.

Zugaben

Begeistert ausdauernder Beifall wurde mit zwei Zugaben belohnt - der Polka "Unter Donner und Blitz" und dem unvermeidlichen "Radetzky-Marsch".

Die Künstler des Coburger Neujahrskonzertes

Laura Verena Incko Die junge Münchner Sopranistin Laura Verena Incko begann ihre professionelle Gesangsausbildung im Alter von 15 Jahren. Sie studierte bei dem Tenor Christoph Strehl an der Universität Mozarteum in Salzburg und absolvierte ihren Master im Fach "Lied" mit dem bekannten Pianisten Helmut Deutsch und Pauliina Tukiainen. Bereits während ihres Studiums debütierte die Sopranistin in zahlreichen Opernpartien. So war sie als Stephano in Gounods "Romeo et Juliette" im Wilhelma Theater Stuttgart sowie als Morgana in Händels "Alcina" am Mozarteum in Salzburg zu erleben. 2017 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen, wo sie die Rolle der Albina in Rossinis "La Donna del Lago" sang. Weiter gastierte sie am Nationaltheater Mannheim und übernahm die Rollen der Virtù und Pallas Athene ("L"incoronazione di Poppea") sowie Papagena ("Die Zauberflöte"). Sie ist Preisträgerin des Richard-Strauss Wettbewerbs unter der Leitung von Ks. Brigitte Fassbaender und Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes München. Ab der Spielzeit 2018/2019 ist sie festes Ensemblemitglied am Landestheater Coburg, wo sie unter anderem als Pamina in "Die Zauberflöte", Aschenputtel im Musical "Into the Woods" sowie als Julia de Weert in "Der Vetter aus Dingsda" zu erleben ist. Roland Kluttig ist seit Herbst 2010 Generalmusikdirektor des Landestheaters Coburg. Als Gastdirigent ist er international tätig - beim MDR-Sinfonieorchester ebenso wie beispielsweise beim Orchestre Philharmonique du Luxembourg, den Münchner Symphonikern, dem Seoul Philharmonic Orchestra. zum Ende der Spielzeit 2019/2020 verlässt Kluttig das Landestheater und wechselt nach Graz als Chefdirigent der Oper und der Grazer Philharmoniker.

Die Künstler des coburger Neujahrskonzertes

Laura Verena Incko Die junge Münchner Sopranistin Laura Verena Incko begann ihre professionelle Gesangsausbildung im Alter von 15 Jahren. Sie studierte bei dem Tenor Christoph Strehl an der Universität Mozarteum in Salzburg und absolvierte ihren Master im Fach "Lied" mit dem bekannten Pianisten Helmut Deutsch und Pauliina Tukiainen. Bereits während ihres Studiums debütierte die Sopranistin in zahlreichen Opernpartien. So war sie als Stephano in Gounods "Romeo et Juliette" im Wilhelma Theater Stuttgart sowie als Morgana in Händels "Alcina" am Mozarteum in Salzburg zu erleben. 2017 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen, wo sie die Rolle der Albina in Rossinis "La Donna del Lago" sang. Weiter gastierte sie am Nationaltheater Mannheim und übernahm die Rollen der Virtù und Pallas Athene ("L"incoronazione di Poppea") sowie Papagena ("Die Zauberflöte"). Sie ist Preisträgerin des Richard-Strauss Wettbewerbs unter der Leitung von Ks. Brigitte Fassbaender und Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes München. Ab der Spielzeit 2018/2019 ist sie festes Ensemblemitglied am Landestheater Coburg, wo sie unter anderem als Pamina in "Die Zauberflöte", Aschenputtel im Musical "Into the Woods" sowie als Julia de Weert in "Der Vetter aus Dingsda" zu erleben ist. Roland Kluttig ist seit Herbst 2010 Generalmusikdirektor des Landestheaters Coburg. Als Gastdirigent ist er international tätig - beim MDR-Sinfonieorchester ebenso wie beispielsweise beim Orchestre Philharmonique du Luxembourg, den Münchner Symphonikern, dem Seoul Philharmonic Orchestra. zum Ende der Spielzeit 2019/2020 verlässt Kluttig das Landestheater und wechselt nach Graz als Chefdirigent der Oper und der Grazer Philharmoniker.

Die nächsten Konzerte des Landestheaters Cobu

rg Sonntag, 17. Februar 3. Kammerkonzert - Werke von Frank Bridge und Edward Elgar, 11 Uhr, Rathaussaal

Montag, 11. März 5. Sinfoniekonzert - Werke von Brahms und Mozart; Alexander Schimpf (Klavier), Philharmonisches Orchester, Leitung Johannes Klumpp; 20 Uhr, Kongresshaus

Sonntag, 7. April 4. Kammerkonzert - Werke von Benjamin Britten, Isang Yun und Paul Hindemith, 11 Uhr, Rathaussaal

Vorverkauf Tickets gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle und an der Theaterkasse.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren