Coburg

Schülerinnen schnupperten Coburger Reporterluft

Sprung ins kalte Wasser: Lucy Schicketanz war zusammen mit Praktikant Julian Übelhack beim Boys` Day. Die beiden anderen besuchten die Feuerwehr.
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Ihre ersten Texte für die Zeitung schrieben am Girls' Day  Lina Kilian (13), Lina-Marleen Meyer (14) und Lucy Schicketanz (13) in der Redaktion des Coburger Tageblatts. "Ich könnte mir vorstellen später   in die Richtung Journalismus zu gehen", sagt Lucy Schicketanz von der Gemeinschaftsschule Joseph-Meyer im Gespräch mit Redakteurin Christiane Lehmann, die die Aktion betreute. Christoph Böger
Ihre ersten Texte für die Zeitung schrieben am Girls' Day Lina Kilian (13), Lina-Marleen Meyer (14) und Lucy Schicketanz (13) in der Redaktion des Coburger Tageblatts. "Ich könnte mir vorstellen später in die Richtung Journalismus zu gehen", sagt Lucy Schicketanz von der Gemeinschaftsschule Joseph-Meyer im Gespräch mit Redakteurin Christiane Lehmann, die die Aktion betreute. Christoph Böger
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Von Lina Kilian und
Lina-Marleen Meyer

Ab in das Berufsleben: Am Donnerstag hatten 24 Mädchen im Alter von zwölf bis 16 Jahren die Möglichkeit, sich bei der Feuerwehr Coburg am Girls´Day zu probieren. Der Girls´Day ist ein deutschlandweites Projekt, bei dem Schülerinnen kostenfrei frühere Männerberufe kennenlernen dürfen.
Fahrzeugkunde, Rundläufe, Sachfilme und Ablöschversuche gehörten zu dem Tagesablauf der Mädels im Dammweg .
Auf die Frage, warum sie sich gerade für die Feuerwehr entschieden, entgegneten die Schülerinnen, dass sie sich dafür interessierten und Spaß haben wollten. Dennoch bezweifelten sie, dass sie sich später für den Beruf entscheiden würden.
Begeistert richteten Michelle Lange und Laura Scheler ihren Blick auf die 30 Meter hohe Drehleiter, mit der alle Teilnehmer am Morgen einmal fahren konnten. "Das Drehleiterfahren war das coolste, was wir am Vormittag gemacht haben", waren sich alle einig.
Von 8 bis 13 Uhr lernten die Mädchen die verschiedenen Aufgabenbereiche kennen , selbst ein echtes Feuer wurde gelöscht. Bedingung für alle war es aber, eine Feuerwehrjacke zu tragen, denn Sicherheit und Schutz gehen immer vor.
"Es muss dir Spaß machen, denn ohne Spaß macht die ganze Arbeit keinen Sinn! " , betonte die Betreuerin Lara Nowak. Außerdem wünscht sich das Feuerwehrteam wieder mehr Interesse von Seiten der Mädchen. Denn in den ersten Jahren waren es einmal 50 Teilnehmerinnen am Girls' Day, mittlerweile ist die Anzahl um knapp die Hälfte gesunken, bedauert Thomas Fritz von der Feuerwehr, der die Mädchen mit betreute.


Einmal ein Lehrer sein und die Klasse dirigieren

Von Lucy Schicketanz und
Julian Übelhack

Grundschullehramt wird oft als ein "Frauenberuf" dargestellt. Im Coburger Stadtgebiet gibt es 79 weibliche und nur acht männliche Grundschullehrer.
Das Projekt "Teacher for a day" ermöglicht es jungen Männern in den Beruf Lehrer hineinzuschnuppern. "Die neun Schüler, die am Boys'Day teilnehmen, haben sich eine Sportaufführung überlegt und den Schülern der vierten Klasse beigebracht", sagt Lukas Gosoge, Lehrer der Pestalozzischule. "Durch den zweiten Bildungsweg haben auch Mittel- und Realschüler die Möglichkeit den Beruf zu erlernen." Die Reaktion der Schüler auf ihre Aufführung: "Das ist ja anstrengender als gedacht!" "Neun von zehn freien Plätzen wurden an der Pestalozzischule von zwei Mittelschülern, einem Realschüler und sechs Gymnasiasten belegt. Dies zeigt, dass das Interesse für den Beruf vorhanden ist", erklärt Ulrich Schmerbeck, Sozialpädagoge des Amts für Jugend und Familie.


Einfach mal ausprobieren

"Der Boys' Day sollte das Ausprobieren verschiedener Berufe ermöglichen und nicht auf das Alter beschränkt werden. Die Schüler sollten selbst entscheiden können, in welchen Beruf sie hineinschnuppern wollen", sagt Susanne Müller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Coburg. Insgesamt werden 164 Schnupperpraktika und 100 Workshops von der Projektgruppe Boys' Day angeboten.

Hintergrund
Junge Frauen in Deutschland verfügen heute über die beste Schulbildung aller Zeiten, allein unter den Abiturienten sind mehr als 55 Prozent weiblich. Dennoch entscheiden sich Mädchen im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl immer noch häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder. Damit schöpfen sie ihre Möglichkeiten nicht voll aus, was sich später auch in der Bezahlung niederschlägt. Vielen Betrieben fehlt gerade in technischen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs.

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