Coburg
Regelung

Schüler-Demo: Coburgs Direktoren drücken "einmalig" ein Auge zu

Wie geht man mit Schülern um, die für eine gute Sache demonstrieren, dafür aber dem Unterricht fern bleiben? An Coburgs Gymnasien gibt es einen Kompromiss.
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In Berlin, von wo unser Foto stammt, demonstrierten Schüler schon häufiger für mehr Klimaschutz. Jetzt hat die Protestbewegung auch Coburg erreicht.Foto: Garud/dpa
In Berlin, von wo unser Foto stammt, demonstrierten Schüler schon häufiger für mehr Klimaschutz. Jetzt hat die Protestbewegung auch Coburg erreicht.Foto: Garud/dpa

Viel Lob für das grundsätzliche Engagement, aber doch auch Bauchschmerzen, was den Konflikt mit dem regulären Unterricht betrifft: Die Schulleiter der vier Coburger Gymnasien haben am Montagnachmittag beraten, wie sie mit der "Fridays for future"-Bewegung umgehen soll. Herausgekommen ist Folgendes: Den Schülern wird die Teilnahme ab 11.30 Uhr erlaubt - allerdings müssen ein paar Bedingungen erfüllt werden. Unter anderem muss bis Donnerstag, 8 Uhr, ein von den Eltern schriftlich begründeter Antrag auf Unterrichtsbefreiung vorliegen.

Wir drucken die Erklärung der vier Schulleiter hier im kompletten Wortlaut ab:

"1. Grundsätzlich ist das staatsbürgerliche und gesellschaftliche Engagement der Schüler zu begrüßen, zumal dem Unterrichtsfach ,Politik und Gesellschaft' im neuen, neunjährigen Gymnasium eine besondere Bedeutung zukommt.

2. Da die geplante Demonstration aber weder in der inhaltlichen noch organisatorischen Verantwortung eines der Coburger Gymnasien liegt, handelt es sich bei ihr um eine außerschulische Veranstaltung.

3. Die Teilnahme an dieser setzt, wie in allen ähnlichen Fällen auch, einen von den Eltern der betreffenden Schülerin/des betreffenden Schülers unterzeichneten und begründeten Antrag auf Unterrichtsbefreiung voraus. Ihm liegt eine eigenhändige, detaillierte Begründung des Schülers/der Schülerin bei, die sein/ihr ernsthaftes Interesse am Thema der Veranstaltung zu erkennen gibt. Beides ist der Schule bis Donnerstag, 7. Februar, 8 Uhr, vorzulegen.

4. Schülerinnen und Schüler, die an der Demonstration teilnehmen, genießen keinen über die Schule gehenden Versicherungsschutz, weil sie sich auch nicht mehr unter deren Aufsicht befinden.

5. Sollten von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern Unterrichtsstunden unmittelbar vor einer Schulaufgabe oder sonstigen Leistungserhebung versäumt werden, kann dieser Ausfall, da allen bekannt und bewusst einkalkuliert, nicht im Nachhinein geltend gemacht werden.

6. Findet zum Zeitpunkt der Demonstration für den Schüler eine angekündigte Leistungserhebung statt, ist eine Unterrichtsbefreiung nicht möglich.

7. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass diese Regelung ein einmaliges Entgegenkommen für kommenden Freitag, den 8. Februar 2019, darstellt. Damit soll das Engagement der Schülerinnen und Schüler für das wichtige Zukunftsthema ,Klimawandel' gewürdigt werden."



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