Coburg
Narrhalla

"Schnappi" hat sich Thorsten geangelt

Mutter und Tochter sind erstmals gemeinsam Prinzessinnen der Coburger Narrhalla. Bei der heutigen Prunksitzung spielt aus der Familie auch Bodyguard Tim und "Queen Mum" eine Rolle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Prinz Thorsten und Prinzessin Petra geben sich die Ehre. Der Zepter schwingende Vizepräsident der Narrhalla Stefan Unglaub nimmt's mit Humor - schließlich ist die Prinzessin im richtigen Leben die seine.  Fotos: Tanja Wippenbeck
Prinz Thorsten und Prinzessin Petra geben sich die Ehre. Der Zepter schwingende Vizepräsident der Narrhalla Stefan Unglaub nimmt's mit Humor - schließlich ist die Prinzessin im richtigen Leben die seine. Fotos: Tanja Wippenbeck
+4 Bilder
Fast wie im Märchen: Es waren einmal zwei Prinzessinnen, eine große und eine kleine. Die lebten in einem idyllischen Dorf, hinter sieben Hügeln. Der verschlängelte Weg dorthin führt auf verschneiten Pfaden durch dunkle Wälder. Hinter dem großen Hoftor bellt der Nachbarshund. Eine hohe Stiege bringt mich hinauf in ihre Gemächer: Prinzessin Julia malt gerade eine bunte Eule, Bruder Tim sucht seinen Luftballon und Prinzessin Petra kocht Kaffee. Willkommen in Watzendorf, willkommen im richtigen Leben von Petra Kotterba und ihrer Familie. Noch drei Tage bis zum großen Auftritt, zur Inthronisierung bei der Prunksitzung der Coburger Narrhalla.

Die achtjährige Julia ist völlig entspannt: "Das ist doch nicht schlimm. Ich nehm' das nicht so ernst. Ich gehe auf die Bühne, sag' was und lächle." Das kann sie und hat es auch schon bewiesen.
Beim Sturm aufs Landratsamt war sie mit ihrem Prinzen Noah-Emil dabei und in Bad Rodach bei der dortigen Faschingssitzung auch.
Außerdem kann ihr nicht viel passieren. Schließlich hat sie einen Bodyguard an ihrer Seite. Ihr kleiner Bruder Tim wird nämlich im Anzug und mit dunkler Sonnenbrille immer in ihrer Nähe sein. Sein Kommentar dazu: "Ich muss doch aufpassen, dass die beiden keinen Quatsch machen."

"Als Prinz ist er mit fünf Jahren noch zu jung, aber er wollte unbedingt dabei sein", sagt Mutter Petra, die an diesem Abend selbst eingespannt ist und sich nicht um ihre Kinder kümmern kann. "Das ist der größte Stressfaktor", gibt sie zu, "denn eigentlich möchte eine Mama doch dabei sein, wenn die Tochter als Prinzessin zurechtgemacht wird". Doch als Petra I. ist sie heute von morgens bis abends eingespannt. "Ich bin völlig außen vor. Aber es wird sicherlich auch ohne mich funktionieren."

Gut, dass es im Hause Kotterba noch die "Queen Mum" gibt, wie sie von ihrer Tochter liebevoll genannt wird. "Ohne meine Mutter hätte ich das Amt nicht annehmen können", sagt sie und erzählt die Geschichte von Prinz Thorsten, der ganz offiziell um die Hand von Prinzessin Petra angehalten hat. Mit ihrem Einverständnis konnte es dann los gehen: Idis Ahoi.

Thorsten, den Petra schon aus Schulzeiten kennt und den sie spontan gefragt hat, ist als ehemaliger "Don Promillo" faschingserprobt, brauchte jedoch selbst zwei Anläufe, bis er sich zum Prinzendasein entschließen konnte. Bei Petra war das einfacher. Ihr Lebensgefährte Stefan Unglaub, Vizepräsident der Narrhalla, wünscht sich das schon seit zwei Jahren. Doch da waren die Kinder noch zu klein. Mit der Aussage von Julia "Ich will Prinzessin" werden, war dann alles klar. Mutter und Tochter besteigen den Thron.

Die Sozialpädagogin hat bereits im vergangenen Jahr Bühnenerfahrung gesammelt. Als "Schnappi", das Krokodil, trat sie zusammen mit den Narrhalla-Damen im Dschungelcamp auf. Damals noch Neuling, wird sie heute in edlem Gewand erscheinen. Ihre Rede hat sie selbst geschrieben - da wird nichts abgelesen, da wird frei gesprochen. Und vorher höchstens ein Glas Prosecco getrunken.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren