Coburg
Ausschreitungen

Schlägerei in Coburg: Diskussion um den Steinweg

An der Massenschlägerei in der Nacht zum Sonntag waren sechs Nationalitäten beteiligt. Selbst als die Polizei mit zwölf Mann vor Ort war, gingen die Prügeleien weiter.
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Seit Jahren gilt der Steinweg als heißes Pflaster. Bereits vor fünf Jahren gab es massive Proteste und Kritik an den Zuständen in der Nacht. Gestern eskalierte die Situation, so dass sechs Polizeistreifen eingreifen mussten. Foto: CT-Archiv/Andreas Lösch
Seit Jahren gilt der Steinweg als heißes Pflaster. Bereits vor fünf Jahren gab es massive Proteste und Kritik an den Zuständen in der Nacht. Gestern eskalierte die Situation, so dass sechs Polizeistreifen eingreifen mussten. Foto: CT-Archiv/Andreas Lösch
Sonntag, 3.30 Uhr, Ausnahmezustand im Steinweg: Etwa 50 Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sind in eine Schlägerei verwickelt. Sie gehören sechs verschiedenen Nationalitäten an: kosowarisch, serbisch, türkisch, georgisch, russisch und deutsch. Wer angefangen hat und warum, ist völlig unklar. Von "tumultartigen Zuständen", einem regelrechten "Tohuwabohu" spricht der Pressesprecher der Polizeidirektion, Markus Reißenberger.

Sechs Streifenwagen im Einsatz

Selbst als die Polizei mit sechs Einsatzfahrzeugen und zwölf Mann Besatzung anrückt, lassen die aggressiven Männer nicht von einander ab. Trotz des massiven Auftretens der Polizeibeamten hören einige kleinere Gruppen nicht auf sich zu prügeln. Es kommt schließlich zum Einsatz von Pfefferspray.
Die Beamten wissen sich nicht anders zu helfen.

"Waffen waren nicht im Spiel"

Ein Großteil der Männer flüchtet im Pfeffernebel. 16 Personalien können letztendlich noch aufgenommen werden. Die Ermittlungen gegen die anderen laufen auf Hochtouren.
"Waffen waren nicht im Spiel, auch die Verletzungen halten sich in Grenzen", sagt Markus Reißenberger auf Nachfrage. Prellungen am Oberkörper und im Gesicht seien nicht dramatisch gewesen. Auch durch den Einsatz des Pfeffersprays sei niemand so verletzt worden, dass er ärztlich behandelt werden musste. Inwiefern Alkohol im Spiel war, lässt sich nicht sagen, da es zunächst nicht festgestellt werden konnte.
Über den Hintergrund kann derzeit nur spekuliert werden, betont der Pressesprecher mehrmals. Auffällig seien sicherlich die vielen Nationalitäten.

Gewaltbereite Männer

Grundsätzlich sieht er einen Zusammenhang zwischen den vielen Straftaten im Steinweg - es gibt kaum ein Wochenende, an dem im Polizeibericht kein Vergehen gemeldet werden muss - und den Änderungen in der Sperrzeit. Bis 5 Uhr morgens darf in den Kneipen gefeiert werden. Reißenberger nennt es "gefährlich" im Steinweg und gibt zu bedenken, welches Potenzial sich in der Nacht dort aufhält. Die Schläger seien keine Jugendlichen gewesen, sondern ausgewachsene, gewaltbereite Männer.

Bereits 2007 war der Steinweg wegen der vielen Delikte (Lärm, Schmutz, Gewalt) in der öffentlichen Diskussion. Bürgermeister und Ordnungsamt überzeugten sich damals selbst vor Ort von der Situation. Eine merkliche Verbesserung ist seither jedoch nicht eingetreten.
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