Herbartsdorf
Großeinsatz

Scheune in Herbartsdorf brannte ab - 400.000 Euro Schaden

Gut, dass der Löschteich da war. Beim schadensträchtigen Brand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Meederer Gemeindeteil Herbartsdorf leistete der erst vor wenigen Wochen sanierte Wasserspeicher wichtige Dienste. Dennoch verbrennen ein Traktor, drei Anhänger und eine Photovoltaikanlage.
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Am Tag danach: Mehrere der landwirtschaftlichen Geräte in der Halle konnten nicht mehr rechtzeitig ins Freie gebracht werden. Foto: Michael Stelzner
Am Tag danach: Mehrere der landwirtschaftlichen Geräte in der Halle konnten nicht mehr rechtzeitig ins Freie gebracht werden. Foto: Michael Stelzner
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Sachschaden in Höhe von mindestens 400.000 Euro ist am Freitagabend bei dem Scheunenbrand im Meederer Gemeindeteil entstanden. Der Schaden ist deshalb so hoch, weil das Feuer auch die auf dem Dach der Lagerhalle befindliche Photovoltaikanlage zerstörte. Personen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Hinweise auf die Brandursache gibt es noch keine: "Der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizei Coburg hat vor Ort die Ermittlungen aufgenommen", teilte Jürgen Stadter (Pressesprecher beim Polizeipräsidium on Oberfranken) dem Tageblatt mit.

Kurz vor 19 Uhr ging am Freitag bei der Integrierten Leitstelle in Ebersdorf bei Coburg der Notruf über das Feuer ein. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand das etwa 20 auf 35 Meter große Gebäude auf dem landwirtschaftlichen Anwesen bereits in Vollbrand. Eine hochwertige landwirtschaftliche Maschine konnte der Eigentümer des Bauernhofes noch in Sicherheit bringen, danach war aber Schluss: Eingelagerte Strohballen, Futtermittel, drei Anhänger und ein Traktor wurden ein Raub der Flammen.

Auch die auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage hielt der starken Hitzeentwicklung nicht stand. Die Feuerwehreinsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die schwierigen Einsatzbedingungen bestätigte auch Kreisbrandinspektor Stefan Püls (Bad Rodach): "Auf die Photovoltaikanlage mussten wir besonderes Augenmerk legen."


Herbartsdorfer waren zuerst da

Nach derzeitigem Stand dürfte das Feuer bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten in der Scheune entstanden sein. In der Folge breiteten sich die Flammen rasant auf das eingelagerte Stroh aus. Dass das Feuer nicht auf benachbarte Gebäude des Bauernhofes in der Ortsmitte übergriff, sei insbesondere einigen Herbartsdorfer Feuerwehr-Aktiven zu verdanken, erklärte Stefan Püls. Die Herbartsdorfer gehören zwar nominell zur Wiesenfelder Feuerwehr, haben aber in einem kleinen Gebäude eine eigene Tragkraftspritze stehen. Mit dieser waren die heimischen Helfer sehr schnell vor Ort und sicherten ein Wohngebäude und weitere Stallungen der betroffenen Familie. "Das haben die Kameraden wirklich sehr gut gemacht", lobte Püls die ersten Einsatzkräfte am Brandort.

Probleme mit der Löschwasserversorgung gab es im abgelegenen Meederer Gemeindeteil keine. "Zum Glück", sagte der Einsatzleiter - und verwies auf die Tatsache, dass der Herbartsdorfer Feuerlöschteich erst im Winter von der Gemeinde saniert und wieder mit Wasser befüllt wurde. So sei es den Einsatzkräften aus dem gesamten westlichen Landkreis möglich gewesen, gleich an vier Stellen im Teich Wasser zu entnehmen. "Da hat der Teich seine Bewährungsprobe bestanden", erklärte Püls. "Ohne den Feuerlöschteich, hätten wir große Probleme mit der Löschwasserversorgung gehabt" - in dieser Einschätzung war sich Püls mit Gemeinderat und Feuerwehrmann Norbert Gleichmann, der am Samstagnachmittag noch an der Brandstelle war, einig. "So schnell wollten wir keinen Test für unseren Feuerlöschteich", sagte Norbert Gleichmann. Der Pegel im mit Lehm abgedichteten 1000-Kubikmeter-Becken nahm um rund 70 Zentimeter ab. Das reichte für die Löscharbeiten, die bis 9 Uhr am Samstag dauerten. Das THW konnte die Einsatzstelle erst um 6 Uhr verlassen.

Zum Einsatz kamen die Drehleitern aus aus Coburg und Bad Rodach - sowohl zur Brandbekämpfung von oben als auch, um die Einsatzstelle auszuleuchten. Viel zu tun hatte das Technische Hilfswerk, das während des Einsatzes Teile der mit Stroh gefüllten Halle räumte. Insgesamt gesehen, sei die Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen sehr reibungslos verlaufen, betonte Stefan Püls am Tag nach dem Einsatz.


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