Coburg
Schulen

Scheuerfelder Schule bekommt Priorität

Im Gespräch mit dem Leiter des Hochbauamts, Peter Cosack, wird deutlich: Wann, welche Schule saniert wird, hängt nicht allein von der Prioritätenliste ab.
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Das Schulhaus Scheuerfeld soll generalsaniert werden. Das hat der Kultur- und Schulsenat einstimmig beschlossen. In der Prioritätenliste ist es jetzt weiter nach oben gerückt. Foto: Ronald Rinklef
Das Schulhaus Scheuerfeld soll generalsaniert werden. Das hat der Kultur- und Schulsenat einstimmig beschlossen. In der Prioritätenliste ist es jetzt weiter nach oben gerückt. Foto: Ronald Rinklef
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Es reicht nicht, wenn ein Schulgebäude marode aussieht oder nach Meinung der Bürger endlich mal saniert werden müsste. Eine so genannte Entscheidungs- und Bewertungsmatrix legt die Kriterien fest, nach denen das Hochbauamt der Stadt Coburg dann eine Prioritätenliste erstellen kann.

Peter Cosack erläutert die einzelnen Aspekte, wie Brandschutz, Investitionskosten, Barrierefreiheit und Realisierbarkeit, um nur einige zu nennen, die Schulnoten bekommen und dann prozentual gewichtet werden. Das klingt nicht nur kompliziert, es ist auch kompliziert. "Alles, was wir in der Stadt machen, braucht eine solche Matrix. Jede Ausschreibung, jedes Projekt. Das kostet viel Zeit. Aber damit kann objektiv festgestellt werden, welche Dringlichkeit dahinter steckt, wer den Auftrag bekommen soll." Die Prioritätenliste der Schulsanierungsmaßnahmen, die es seit 2018 gibt, ist so entstanden.

Pavillon an der Wirtschaftsschule

Beim Kultur- und Schulsenat sollte sie jetzt fortgeschrieben werden. Ganz oben auf der Liste stehen die laufenden Projekte, wie die Generalsanierung der Heiligkreuz-Mittelschule und die Umstrukturierung der Lutherschule zum Bildungshaus. Durch die Einführung einer 6. Jahrgangsstufe zum Schuljahr 2020/21 kommt jetzt noch die Errichtung eines weiteren Pavillons an der Wirtschaftsschule hinzu. "Das müssen wir schnell machen, weil uns die Zeit davonrennt", sagt Cosack.

Neu ist auch, dass die Schule Scheuerfeld auf der Prioritätenliste nach oben rutscht. Jürgen Oehm (CSU) stellte bei der Sitzung am Dienstag den Antrag dazu, da die Lage in dem stets wachsenden Stadtteil ein Überdenken notwendig mache. So bekam erst vor wenigen Wochen der Kindergarten den Zuschlag, sich um eine weitere Gruppe zu vergrößern. Außerdem bleibt die Frage nach Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung.

Ob die Schule generalsaniert wird oder vielleicht doch abgerissen und ein Bildungshaus dafür gebaut wird, ist völlig unklar. Aber es sei an der Zeit, sich gemeinsam Gedanken dazu zu machen, sagt auch Cosack. Dass in der Prioritätenliste der Neubau des Sportfunktionsgebäudes an der Dr. Stocke-Sportanlage nach unten rutscht, sei eine logische Konsequenz. Allerdings, so Cosack sei die Planung bereits vorbereitet und man sei schon einen ganzen Schritt weiter.

Weiter, als beispielsweise mit der Generalsanierung der Rückert-Mittelschule, die jetzt dringend in Angriff genommen werden muss, wie der Amtsleiter betont. "Der bauliche Zustand, die Fachräume Physik und Chemie haben die Note 6." Wann jedoch tatsächlich mit dem Baubeginn zu rechnen ist, kann nicht gesagt werden. Und damit sind wir wieder bei den Unwägbarkeiten, mit denen sich eine Verwaltung herumplagen muss.

Peter Cosack: "Zum einen: Wir bekommen kaum Ausschreibungen. Das Prozedere ist kompliziert und die Handwerker und Planer sind nahezu zu 100 Prozent ausgelastet. Zum anderen: Wir sind im Moment bei einer Baukostensteigerung von fünf Prozent bis Ende des Jahres. Rohstoffe, wie Stahl haben Tagespreise, was es für die Unternehmen schwer macht, einen Auftrag zu kalkulieren." Fachkräftemangel in der Branche und ein Mittelfristiger Investionsplan in der Stadt, der eingehalten werden muss, machen eine zeitliche Einordnung schwer. Es könne durchaus sein, dass aus Kostengründen eine Maßnahme aufgeschoben werden muss. Oder eben auch, weil gerade kein Heizungsbauer, Elektriker oder Medientechniker parat steht.

"Wir sind das Architekturbüro der Stadt Coburg", sagt Cosack und umschreibt damit auch das Aufgabengebiet seines Amtes. "Wir sind die Planer vor Ort, die die ausschreiben, die Bauleitung übernehmen und Bauherrenaufgaben wahr nehmen." Zu Cosacks Kernmannschaft gehören 24 Architekten, Techniker, Ingenieure und Verwaltungsmitarbeiter, 20 Hausmeister und 110 Reinigungskräfte.

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