Coburg
Fußball

FC Coburg sucht Nachfolger für Lars Scheler

Sowohl Landesligist FC Coburg, als auch Bezirksligist TSV Sonnefeld haben sich von ihren Trainern getrennt.
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Lars Scheler ist nach Informationen des Coburger Tageblatts kein Trainer mehr beim Landesligisten FC Coburg.Archiv
Lars Scheler ist nach Informationen des Coburger Tageblatts kein Trainer mehr beim Landesligisten FC Coburg.Archiv
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Das Trainerkarussell dreht sich in diesen Tagen im Fußballkreis Coburg beängstigend schnell. Nach dem Rücktritt von Bastian Renk beim Landesligisten VfL Frohnlach haben nun zwei weitere prominente Übungsleiter vorerst keinen Trainerjob mehr!

Am Montagabend wurde Lars Scheler beim Landesligisten FC Coburg von seinen Aufgaben entbunden. Und auch Heiko Schröder ist nicht mehr Trainer des Bezirksligisten TSV Sonnefeld. TSV-Vorsitzenden Louis Kappenberger bestätigte gegenüber dem Tageblatt, dass der Klub die Reißleine zog und nun darauf hofft, dass ein Ruck durch die abstiegsbedrohte Mannschaft geht.

Die Gründe für die Trennungen sind in erster Linie sportliche. Beide Vereine hinken ihren Erwartungen deutlich hinterher.

Nach intensiven Beratungen

In einer vom FCC-Vorsitzenden Wolfgang Gremmelmaier unterzeichneten Pressemitteilung heißt es: "Nach intensiven Beratungen und Gesprächen haben wir gestern in Abstimmung mit unserem sportlichen Leiter Alexander Grau und unserem Vereinsbeirat Lars Scheler von seinem Traineramt der 1. Mannschaft freigestellt. Dieser Schritt ist dem Verein alles andere als leicht gefallen. Die Entwicklung der letzten Wochen und die aktuell sehr kritische sportliche Situation zwangen uns aber, so zu reagieren."

Und weiter schreibt der Vereinschef: "Unser sportlicher Leiter Alexander Grau arbeitet derzeit an einer Nachfolgelösung. Lars Scheler danken wir für seine engagierte, fachlich kompetente und disziplinierte Arbeit in unserem Verein, in den letzten eineinhalb Jahren als Trainer der ersten Mannschaft sowie in den Jahren zuvor als Cheftrainer unserer U19 und vorher als Co-Trainer der U17."

Lars Scheler wollte sich gestern nicht näher äußern, nur so viel: "Mich muss niemand aufbauen". Der FC Coburg spielte in den letzten Wochen schwach, verlor zu viele Spiele und steht momentan auf einem Relegationsplatz in der Landesliga.

Vestekicker zuletzt konzeptlos

Die zuletzt gezeigten Leistungen gegen Rimpar (0:1) in Euerbach (0:1) und am Samstag im Derby zu Hause gegen den SV Friesen (0:4) gaben wenig Grund zu Optimismus. Den Verantwortlichen des FCC mit dem Vorsitzenden Wolfgang Gremmelmaier an der Spitze fehlte danach der Glaube, dass Scheler, der vor eineinhalb Jahren die Landesliga-Aufstiegsmannschaft von Matthias Christl übernahm, mit seiner jungen Mannschaft die Kurve bekommt.

Demel und Riedel für Schröder

Ebenfalls Trainer im Coburger Nachwuchsleistungszentrum und zeitweise Partner von Scheler im Stützpunkttraining war etliche Jahre Heiko Schröder. Vor 16 Monaten erklärte sich der aus Autenhausen stammende Coach bereit, den kriselnden TSV Sonnefeld in der Landesliga zu übernehmen, wohl wissend, dass er mit dem vorhandenen Spielermaterial keine Chance auf den Klassenerhalt in der Spielzeit 2018/2019 haben wird. Zu viele Spieler hatten den Klub vor Saisonbeginn verlassen. Und so kam es dann auch. Sang- und klanglos mit einigen Achtungserfolgen (u. a. 0:0 gegen FC Coburg und 1:0-Sieg gegen FC Lichtenfels) stiegen die Sonnefelder ab. In der Bezirksliga West sollte die Talfahrt nun allerdings gestoppt werden. Ein sicherer Mittelfeldplatz ist das erklärte Ziel. Doch nach einem guten Saisonstart mit vier Punkten aus zwei Spielen begann die nächste Negativserie. Acht Pleiten, in denen die Schröder-Elf oft chancenlos war, folgten.

Obwohl sich Schröder, der aufgrund seiner akribischen, vor allem auf Taktik basierenden Trainingsarbeit intern zunehmend umstritten wurde, noch Anfang der Woche in einem Interview auf unserem Partner-Portal anpfiff.info absolut überzeugt davon zeigte, mit seinem lernwilligen Team aus der Krise herauszukommen, zogen die Verantwortliche nun die Reißleine. "Es fiel uns nicht leicht, aber diese katastrophale sportliche Situation zwang uns zum Handeln", erklärt Kappenberger.

Das 0:3 im Derby beim TSV Mönchröden brachte das Fass der Enttäuschung bei den Sonnefeldern anscheinend zum Überlaufen. Schröder, der die Entscheidung nur schwer nachvollziehen kann, wollte sich zu den Vorfällen nicht äußern.

Routinier und Co-Trainer Benjamin Demel sowie Torwarttrainer Andreas Riedel übernehmen interimsmäßig bis zur Winterpause das Amt, ehe danach ein neuer Trainer beim TSV präsentiert werden soll.

Renk: Rücktritt vom Rücktritt?

Spannend ist auch die jüngste Entwicklung beim VfL Frohnlach. Denn noch haben die Entscheidungsträger der Blau-Weißen die Hoffnung nicht aufgegeben, ihren aktuellen Spielertrainer Bastian Renk zum "Rücktritt vom Rücktritt" zu bewegen. Nachdem der 37-jährige Stockheimer am Samstag nach der 1:3-Heimniederlage gegen den TSV Lengfeld sein Amt niederlegte, ließen Vorstand, Sponsoren, Sportliche Leitung und Spielerrat nichts unversucht, um Renk umzustimmen.

Und tatsächlich hat sich der Coach, wie er dem Tageblatt nun auf Anfrage mitteilte, noch einmal Bedenkzeit erbeten. "Die Dinge sind in Frohnlach eben nicht ganz so einfach. Da geht es nicht nur um eine Person, sondern um den ganzen Klub", weiß Renk.

Spekuliert wird in Fußballkreisen diesem Zusammenhang auch, dass ein Großsponsor das finanzielle Engagement beim VfL von Renk abhängig machen und plötzlich einstellen könnte. Nicht ausgeschlossen also, dass der langjährige Spieler und Trainer des Wischi-Klubs die Punktrunde entgegen seiner Ankündigung vom Samstag nun doch wie ursprünglich geplant bis Saisonende durchzieht. Und das obwohl sich Christian Tremel am Sonntag noch sicher war, dass sich Renk nicht zu einer Kehrtwende entschließen wird: "Dafür ist Basti zu konsequent. Wir müssen seine Entscheidung akzeptieren", erklärte der Sportliche Leiter.

Doch nun würde sich der Torwarttrainer und langjährige Weggefährte Renks natürlich sehr freuen, wenn sich der Chefcoach doch anders entscheidet - der Großteil der VfL-Fans drückt jedenfalls die Daumen, dass Renk weitermacht. Dirk Meier

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