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Coburg
Auftritt

Schaurig schöne Klänge im Landestheater Coburg

Wie zwei selten zu hörende Stücke und ein orchestraler Reißer das Publikum beim 4. Sinfoniekonzert des Landestheaters zu Ovationen hinreißen.
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Als Solistin beeindruckte die Bratschistin Zhuo Lu beim Sinfonie des Landestheaters unter der Leitung von Roland Kluttig.Foto: Jochen Berger
Als Solistin beeindruckte die Bratschistin Zhuo Lu beim Sinfonie des Landestheaters unter der Leitung von Roland Kluttig.Foto: Jochen Berger
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Nach den ersten drei Sinfoniekonzerten unter Leitung der drei GMD-Aspiranten Harish Shankar, Moritz Gnann und Daniel Carter (von denen Daniel Carter das Rennen machte), übernahm jetzt wieder Roland Kluttig den Taktstock und wartete mit einem interessanten Programm auf. Die Vortragsfolge kombinierte musikalische Raritäten der Romantik mit einem viel gespielten Repertoirestück.

Den Anfang machte die 3. Sinfonie g-Moll der französischen Komponistin Louise Farrenc, die 1849 mit großem Erfolg in Paris uraufgeführt wurde, später aber lange Zeit in Vergessenheit geriet.

Energisches Finale

Man hörte ein gekonnt gearbeitetes, an Schumann und Mendelssohn geschultes Werk mit einer empfindsamen langsamen Einleitung, erregtem Hauptthema und tänzerischem Nebenthema im 1. Satz, hübschem Wechselspiel von Streichern und Holzbläsern im liedhaften zweiten.

Klangvoll und präzis

Es folgen ein lebhaftes, virtuoses Scherzo und ein energisches Finale. Mit eindringlicher Dynamik gestaltete Roland Kluttig das zu Recht wieder zum Leben erweckte Opus, wobei ihm das klangvoll und präzise spielende Orchester in jeder Phase aufmerksam folgte.

Ebenfalls eine Rarität stellte das folgende Stück dar, die Sonata per la Grand Viola von Niccolo Paganini. Ein ursprünglich von ihm bei Berlioz bestelltes Werk nahm er wegen mangelnder Virtuosität nicht an und komponierte selbst diese aus drei Teilen bestehende Komposition, in dem der "Teufelsgeiger" seine hohen Künste von der Violine auf die Viola übertrug.

Stürmischer Beifall

Zhuo Lu, Solobratschistin im Philharmonischen Orchester, brachte die nötige Finger- und Bogenfertigkeit mit und brillierte mit virtuosen Läufen, Arpeggien, Flageoletts und Doppelgriffen.

Auch konnte sie sich stets mit großem Ton gegenüber dem Orchester behaupten, das unter der Leitung von Roland Kluttig feinsinnig und zurückhaltend begleitete. Es gab stürmischen Beifall.

Nach der Pause das Hauptwerk des Abends: Die Symphonie fantastique von Hector Berlioz, ein Prüfstein für jedes Orchester und eine Meisterleistung für die Coburger Philharmoniker, die das höchst anspruchsvolle Werk unter der überlegenen, minutiös gestaltenden Leitung von Roland Kluttig wie aus einem Guss darboten.

Intensiv erklang der 1. Satz "Traumbilder, Leidenschaften, elegant der Walzer in "Ein Ball", verträumt der Kuhreigen mit Oboe und Englischhorn in der "Szene auf dem Lande", düster "Der Gang zum Richtplatz" sowie gespenstisch mit Glocken und "Dies irae" das Finale "Der Traum vom Hexensabbat".

Es gab nicht enden wollenden Beifall und Bravorufe für diese bewundernswerte Leistung von Dirigent und Philharmonischem Orchester.

Rund um die nächsten Konzerte des Landestheaters

Kammerkonzert 3. Kammerkonzert im Rathaussaal Coburg - Sonntag, 8. März, 11 Uhr Kinderkonzert Bella und Beethoven - 19. März, 10 und 11 Uhr, 12. April, 11 Uhr - Theater in der Reithalle Chorkonzert Eine kleine Nachtmusik - Kinder- und Jugendchor des Landestheaters, 28., 29. März, 18 Uhr, Theater in der Reithalle Kammerkonzert 4. Kammerkonzert im Rathaussaal, 5. April, 11 Uhr Vorverkauf Tickets im Vorverkauf gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle.