Meeder
Denkmalschutz

Schafstall in Meeder wird saniert

Der kommunale Schafstall der Gemeinde Meeder wird nach langem Hin und Her nun doch gründlich saniert. Er wurde zwischen 1700 und 1750 in einer seltenen Zimmerer-Technik errichtet.
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Die Arbeiten am historischen Meederer Schafstall kommen bereits gut voran. Foto: Lothar Hofmann
Die Arbeiten am historischen Meederer Schafstall kommen bereits gut voran. Foto: Lothar Hofmann
Lange war diskutiert worden. Vor allem die Frage der Finanzierung musste geklärt werden. Jetzt scheint der Erhalt des historischen Schafstalles in Meeder gesichert.
Das Landesamt für Denkmalpflege, der Bezirksheimatpfleger für Oberfranken Günter Dippold, die Untere Denkmalschutzbehörde vertreten durch Siegfried Roos am Landratsamt Coburg und Kreisheimatpfleger Lothar Hofmann halten den Schafstall in Meeder aufgrund seiner Bedeutung als letzter erhaltener Schafstall in Holzbauweise mit einer sehr seltenen Zimmerer-Technik für ein absolut erhaltenswertes Denkmal. Tatsächlich ist der Schafstall auch ein eingetragenes Denkmal und befindet sich im Besitz der Gemeinde Meeder. Aufgrund der nicht mehr erfolgten Nutzung ist der Schafstall in den vergangenen 40 Jahren nicht baulich unterhalten worden.

Dramatischer Verfall


Seit 1971 wurde auf diesen Missstand aufmerksam gemacht. In den letzten Jahren schritt der Verfall dramatisch fort. Seit geraumer Zeit kümmern sich die genannten Stellen um das Schicksal dieses im Landkreis Coburg einzigartigen Gebäudes. Errichtet wurde der Schafstall zwischen 1700 und 1750, wissen die Denkmalschützer.
Mehrere Bauern gaben dann ihre Schafe gemeinsam in die Obhut eines Schäfers, der in ihrem Auftrag alle Tiere versorgte und auch den Stall nutzte. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat ihn - wie auch den Schafstadel bei Birkenmoor - in seine Denkmalliste aufgenommen.
Nun ist eine positive Wende in Sicht. In einer konzertierten Aktion konnte ein Sanierungskonzept und seine Finanzierung erstellt werden. Die Gemeinde Meeder entschied sich, den Schafstall an Ort und Stelle zu erhalten und die Sanierung zu starten. Innerhalb einer Woche sind schon erstaunliche Fortschritte zu verzeichnen, worüber sich die Gemeinde Meeder, die Denkmalschutzbehörden und der Kreisheimatpfleger sehr freuen.
So wurde unter anderem der Schafstall ausgeräumt und von Gehölz frei geschnitten, Drainagen wurden gelegt, das Gerüst gestellt, eine Konterlattung auf die alte Lattung aufgebracht und mit Planen abgedeckt. Zudem wurden auf der Nordseite eine kaputte Schwelle und die restliche Verbretterung abgenommen. Es wurde bei Untersuchungen durch Fachleute festgestellt, dass die meisten Balken der ersten Deckenbalkenlage von oben morsch sind und ersetzt werden müssen.

Noch Fragen offen.


Geklärt werden muss noch, ob und wie die Nordseite sowie die Säulen im Inneren frosttief begründet werden sollen. Der nächste Ortstermin mit dem Kreisheimatpfleger ist für den 7. November um 13.30 Uhr angesetzt.

Gemeinde zahlt zu


Der zunächst angesetzte Eigenanteil der Gemeinde zur Sanierung des Baudenkmals in Höhe von 60 000 Euro stieß im Gemeinderat auf breiten Widerstand. Mehr als die Hälfte dieses Betrags wollten die Meederer Gemeindeväter quer durch alle Fraktionen zunächst nicht als Eigenanteil für die Sanierung beisteuern, auch wenn dem Denkmalschutz sehr am Erhalt des historischen Stalles gelegen ist. gb


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