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Defizit

Sanierungsfall Regiomed: Prognose positiv

2018 machte der länderübergreifende Klinikkonzern Regiomed mehr Miese als bisher bekannt: 25,1 Millionen Euro Verlust verzeichnet der vorläufige Jahresabschluss.
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Die Regiomed-Hauptverwaltung in Coburg. Foto: Simone Bastian
Die Regiomed-Hauptverwaltung in Coburg. Foto: Simone Bastian

Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke, seit 100 Tagen offiziell auf dem Posten, übt sich dennoch in Optimismus: Regiomed sei sanierungsfähig, sagt er. Der Konzern, der von den Landkreisen Coburg, Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg sowie der Stadt Coburg getragen wird, sei breit aufgestellt. Standorte seien nicht in Gefahr, und betriebsbedingte Kündigungen seien auch nicht geplant.

Aber sie sind nicht ausgeschlossen: Die Personalkosten sind in Kliniken ein wesentlicher Faktor. Umstrukturierungen soll es zunächst in den sogenannten "patientenfernen" Bereichen geben. Außerdem wolle Regiomed versuchen, allen Arbeitskräften innerhalb des Verbundes einen Ersatzarbeitsplatz anzubieten, sagte Schmidtke. Doch man sei noch dabei, die Situation nach der "ESP-Logik" zu analysieren: Erlöse steigern, Sachkosten-Potenziale nutzen, Personalmaßnahmen.

Ihm zufolge greifen die ersten Konsolidierungsmaßnahmen bereits, und die Häuser seien gut belegt. Doch auch 2019 sind noch Verluste prognostiziert: 14,7 Millionen Euro seit dem Halbjahr; derzeit entwickeln sich die Zahlen in Richtung 13,5 Millionen Euro, sagte Schmidtke am Montag.

Außerdem braucht Regiomed mehr Geld: Die Gesellschafter sollen das Eigenkapital um 30 Millionen Euro aufstocken. Nachdem ein positives Sanierungsgutachten vorliegt, setzt Schmidtke auch darauf, dass Banken ihre teilweise bereits verbindlich zugesagten Kredite auch auszahlen. Ziel sei es, so viel zu erwirtschaften, dass der Konzern auch investieren und die Standorte weiterentwickeln könne.

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