Coburg
Samba-Festival

Samba-Festival in Coburg: Wer sind die Samba-Camper?

Der Ketschenanger wird für ein Wochenende zum Campingplatz. Wer sind die Menschen, die mit Wohnmobil und Zelt anreisen?
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Ab Freitagmittag füllte sich der Ketschenanger mit Wohnmobilen.Jann Weckel
Ab Freitagmittag füllte sich der Ketschenanger mit Wohnmobilen.Jann Weckel
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Für den Großteil des Jahres ist der Ketschenanger einfach nur ein Parkplatz. Eigentlich ändert sich das auch zum Samba-Festival nicht, aber einen entscheidenden Unterschied gibt es dann doch: Ein paar Stunden vor der offiziellen Eröffnung nähern sich langsam aber sicher mehrere hundert Wohnmobile, die die asphaltierte Fläche für das ganze Wochenende komplett in Beschlag nehmen. Nebenan auf dem Platz der Coburger Turnerschaft schlagen gleichzeitig Hunderte von Campern ihre Zelte auf.

Eine von ihnen ist Stephanie Eder. "Ich komme seit acht Jahren jedes Jahr nach Coburg", erzählt die Münchnerin, während sie ihr kleines Zelt aufbaut. Allerdings nicht als passiver Zuschauer, sondern als Mitglied der Münchner Trommelgruppe "Go-Brasil", die wiederum Teil des Zusammenschlusses "Uniao do Samba" ist. Das wäre in diesem Jahr allerdings fast schief gelaufen: "Wir wurden zum ersten Mal seit 15 Jahren rausgelost", erzählt sie. Aber nach der Absage einer anderen Gruppe rückten sie dann doch nach und spielen im großen Samba-Umzug am Sonntag und noch dazu an verschiedenen Orten in der Stadt.


Camping statt Hotel

Doch warum trifft man sie alleine auf dem Campingplatz? "Ich war jahrelang im Hotel", sagt sie. Doch seit ihr Mann und - in diesem Jahr zum ersten Mal - die Kinder mit nach Coburg kommen, nutzen sie die Campingmöglichkeit am Ketschenanger. "Ich bin heute vorausgefahren und schlafe im Zelt. Morgen kommen mein Mann und die Kinder nach. Dann schlafen die Kinder in unserem VW-Bus und wir im Zelt." Für die Organisation der Samba-Campings findet sie nur lobende Worte: "Das ist wirklich super. Es ist alles da, was man braucht. Und so unkompliziert!"

Und so steht das Samba-Festival auch in den nächsten Jahren im Terminkalender: "Wenn wir nicht rausgelost werden, sind wir ganz sicher wieder dabei." Es gebe in Deutschland einfach nichts Vergleichbares. "Das Festival ist riesig und die ganze Stadt ist einfach Samba!"


Plätze sind begehrt

Je rund 300 Zelt- und Wohnmobilplätze haben die Veranstalter zur Verfügung gestellt. Freitagvormittag waren - bis auf eine Handvoll - alle ausgebucht. Elke und Heiko Boden aus Nierfeld im Nationalpark Eifel kennen das Problem: "Wir haben im März schon gebucht. Letztes Jahr haben wir gemerkt, dass die Plätze sehr schnell weg sind." Sie sind mit ihrem Wohnmobil zum dritten Mal dabei und auch sie sind nicht nur Zuschauer: Elke Boden ist Tänzerin und mit ihrer siebenköpfigen Gruppe "Fiesta Tropical-Eifel" Teil des großen Umzugs - samt selbst angefertigter Kostüme.

Der erste Besuch der beiden beim Samba-Festival ist schon stolze 17 Jahre her. "Unsere Trainerin hat damals gefragt: Wer hat Lust mitzukommen? Wir waren dann mit drei Paaren hier", sagt Elke. Seitdem hat sich das Festival spürbar verändert: "Früher war alles noch sehr überschaubar." Ihr Mann ergänzt: "Jetzt ist es auf jeden Fall viel, viel voller!"

Die Frage ob Hotel oder Campen stellte sich für das Paar, das samt Tochter und einer Freundin angereist ist, gar nicht: "Du bist unabhängig, hast dein eigenes Häuschen dabei und schläfst jede Nacht im eigenen Bett", sagt Heiko. Im nächsten Jahr könnte das Bodensche Wohnmobil mit Oldtimer-Fan Heiko am Steuer aber weiter in Richtung Süden rollen, statt in Oberfranken Halt zu machen: "Dann möchte ich mal zur Südtirol Classic Rallye, die ist leider immer zur gleichen Zeit. Ich bin jetzt aber trotzdem gerne hier!"


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