Rödental
Forstwirtschaft

Sägen für einen stabilen Einberger Wald

Im Einberger Wald wird in den kommenden Wochen eine Durchforstung vorgenommen, die auch für Stabilität der Bäume notwendig ist.
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Einsatzleiter Georg Scherbel überwacht das Vorgehen des Harvesters in eine der genau vorgegebenen Rückegassen im Einberger Wald.Rainer Lutz
Einsatzleiter Georg Scherbel überwacht das Vorgehen des Harvesters in eine der genau vorgegebenen Rückegassen im Einberger Wald.Rainer Lutz
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Absperrbänder blockieren seit Freitag den Forstweg von Thierach nach Einberg. Schilder erklären, dass es um Forstarbeiten geht und warnen vor Lebensgefahr. In den kommenden voraussichtlich etwa vier Wochen lässt der Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten in einem etwa 15 Hektar großen Gebiet des Einberger Waldes den Bestand durchforsten.
"Wir wissen, dass der Einberger Wald ein sehr sensibles Gebiet ist, das stark frequentiert wird", sagt Albert Schrenker, der Leiter des Forstbetriebes. Er hofft auf Verständnis bei den Freizeitnutzern, die in dem Waldgebiet Erholung suchen. Auch wenn der Eingriff, der maschinell mit einem so genannten Harvester durchgeführt wird, auf den ersten Blick dramatisch wirken mag - für die Forstleute steht fest, dass er dringend notwendig ist.
Die Durchforstung dient mehreren Zwecken. Einer davon ist die Bestandssicherheit. Wenn Forstleute vom H-D-Verhältnis sprechen, meinen sie den Zusammenhang zwischen der Höhe und dem Durchmesser der Bäume. Steht der Wald zu dicht, wachsen die Stämme schnell in die Höhe bleiben dabei aber dünn. So werden sie anfällig für Wind. Für den Einberger Wald würde das bedeuten, dass er nach einem Sturm viel schlimmer aussehen würde, als nach dem Eingriff durch die Waldarbeiter.
Daneben geht es natürlich auch darum, Holz für die Verwertung zur Verfügung zu stellen. Im Falle einer Durchforstung fällt vor allem Industrieholz an. Es wird für die Herstellung von Zellstoff, Papier oder etwa Spanplatten gebraucht. "Die Nachfrage ist in dem Bereich zurzeit sehr groß", erklärt Albert Schrenker.
Mit der Durchforstung steigt nicht nur die Bestandssicherheit sondern auch der Wert der Wälder. Albert Schrenker bringt es auf einen einfachen Nenner: "Wenige dicke Bäume bringen mehr Zuwachs als viele dünne."
Den Einsatz vor Ort leitet Forstwirtschaftsmeister Georg Scherbel. Er hat einen detaillierten Arbeitsauftrag ausgearbeitet. Darin sind genau die Gassen festgelegt, auf denen sich der Harvester bewegen darf. Etwa zehn Meter kann die Maschine nach jeder Seite so einer Gasse die zur Fällung markierten Bäume erreichen. Um nicht zu viele Gassen anzulegen, bleibt dazwischen ein Bereich, in dem die zu entfernenden Bäume von Forstwirten mit der Kettensäge gefällt werden müssen.


Besondere Bereiche schonen

Auf einige Bereiche hat Georg Scherbel besonderes Augenmerk gerichtet. "Im Einsatzgebiet liegt das so genannte schwarze Teichle und der Teufelsbrunnen dort werden wir das Umfeld vorsichtig etwas freistellen", versichert er. Die Teufelskanzel ist ein Aussichtspunkt. Dort werden ebenfalls schonend einige Bäume entfernt, um die Sicht wieder zu verbessern. Auch die Wiederherstellung der Wege, wo sie durch Maschinen in Mitleidenschaft gezogen wurden, steht im Arbeitsauftrag. "Allerdings bitten wir um Verständnis, dass das nicht für jeden privaten Trampelpfad gelten kann", sagt Albert Schrenker.


Zertifizierte Betriebe

Beim Einsatz der Maschinen arbeitet der Forstbetrieb mit Firmen zusammen, denen schon seit Jahren vertraut wird. "Hier ist die Firma Franz Geisler aus Tschirn eingesetzt, die wir seit Jahrzehnten kennen", versichert Stefan Wittenberg. Er ist Servicestellenleiter bei den Bayerischen Staatsforsten und weiß, worauf er achten muss: "Die Unternehmen sind alle zertifiziert. Es kommt nur Bio-Öl bei den Maschinen zum Einsatz, das gilt auch für das Hydrauliköl", erklärt er, wie der Boden vor möglichen Verunreinigungen geschützt wird.
Vor den Gefahren für Waldbesucher können die Fachleute nicht genug warnen. Das gilt vor allem für den Maschineneinsatz. "Der Maschinenführer auf dem Harvester muss sehr konzentriert arbeiten und sein Sichtfeld ist im Bewuchs gering, daher kann er einen Menschen, der sich nähert, leicht übersehen", erklärt Stefan Wittenberg.


Gefahr auch ohne Arbeit

Wenn die Maschine einen gefällten Baum umlegt, können abgebrochene Äste eine weitere Gefahr darstellen. Auch wenn am Abend und Wochenende die Arbeit ruht, bleibt das Einsatzgebiet gesperrt, wie eine Baustelle. Denn auch liegende Stämme und Astwerk bergen Gefahren für Besucher.


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