Coburg
Stellungnahme

Rückzug von OB Tessmer: Coburger SPD äußerst Respekt

Der Coburger SPD-Vorsitzende Stefan Sauerteig würdigt die Verdienste von Oberbürgermeister Norbert Tessmer - und will sich noch nicht zu möglichen Nachfolgern äußern.
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Tritt 2020 nicht mehr zu Wahl an: Norbert Tessmer, seit 2014 Oberbürgermeister der Stadt CoburgFoto: Simone Bastian/ CT-Archiv
Tritt 2020 nicht mehr zu Wahl an: Norbert Tessmer, seit 2014 Oberbürgermeister der Stadt CoburgFoto: Simone Bastian/ CT-Archiv
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Unmittelbar nachdem Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) angekündigt hat, bei der Wahl im März 2020 nicht mehr anzutreten, hat sich der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Coburg, Stefan Sauerteig, zu Wort gemeldet. Seine Stellungnahme im Wortlaut:

"Die Stadt Coburg steht seit nun mehr fast 30 Jahren in einer großen Tradition sozialdemokratischer Oberbürgermeister. In den Jahren ab 1990 hat sich die Stadt Coburg, einst am Rande Bayerns gelegen, unter Federführung von Norbert Kastner und Norbert Tessmer zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum in Nordbayern entwickelt.

Unter der Führung von Oberbürgermeister Norbert Tessmer hat die Stadt in den Jahren ab 2014 eine weitere positive wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung vollzogen, ohne dabei soziale und ökologische Fragestellungen hinten an zustellen. Wesentliche stadtplanerische Entwicklungen, wie z.B. die zur Kommunalwahl 2014 von ihm angekündigte Entwicklung der Bracheflächen auf dem Brockardt-Gelände, dem Milchhof oder dem Güterbahnhof wurden zielstrebig initiiert, angepackt und in Teilen auch schon umgesetzt. Ein weiterer wichtiger Meilenstein seiner Politik war sicher auch die kluge und sehr zum Vorteil der Stadt Coburg verhandelte Finanzierungsvereinbarung zur Sanierung des Landestheater Coburg.

Norbert Tessmer konnte auf eine weitreichende kommunalpolitische Erfahrung zurückgreifen. Er hat dabei aber nie das offene Ohr für die Belange der jüngeren Menschen verloren. Als sozialdemokratischer Oberbürgermeister ist er stets als Mittler zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten aufgetreten. Norbert Tessmer ist ein Kind Coburgs, er lebt im wahrsten Sinne des Wortes für die Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatstadt. Nicht nur deshalb ist er daher über Parteigrenzen hinweg anerkannt bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Auch die Entwicklung seiner Coburger SPD hat Norbert Tessmer in den letzten Jahren immer aktiv mitbegleitet. Die konsequente Verjüngung der Vorstandschaft ist in seinem Sinne und in enger Abstimmung mit ihm vollzogen worden. Für diese vertrauensvolle Zusammenarbeit möchte ich Norbert Tessmer aus tiefster Überzeugung danken!

Seine Entscheidung nicht wieder für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren zu wollen, bedauere ich persönlich aus den oben genannten Gründen sehr. Ich bin mir sicher, dass Norbert Tessmer auch als Oberbürgermeister an der dringend nötigen Erneuerung von Partei, Fraktion und Coburger Stadtrat einen wichtigen Beitrag und tiefgreifende Impulse hätte leisten können. Dennoch gilt es seine persönliche Entscheidung zu respektieren und ihm für seine Arbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatstadt sowie seiner Coburger SPD zu danken. Seine beeindruckende persönliche und politische Vita verdeutlichen uns, welch große Lücke sein Verzicht auf eine erneute Kandidatur für die Stadt Coburg und die Coburger SPD hinterlässt. Über seine Bereitschaft, uns mit Rat und Tat bei allen anstehenden Entscheidungen zu begleiten, freue ich mich sehr.

Aus Respekt vor seinem Wirken als Oberbürgermeister und der weitreichenden Entscheidung, die am heutigen Tage gefällt wurde, bitte ich zu verstehen, dass die Gremien der Coburger SPD sich am heutigen Tage nicht an einer Diskussion über eine mögliche Nachfolge beteiligen werden.

Sobald alle zuständigen Gremien getagt haben, werden Sie zu gegebener Zeit über das weitere Vorgehen der Coburger SPD informiert werden."

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